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Lignituber

Begonnen von Bernhard Kaiser, Juli 12, 2013, 07:04:24 VORMITTAG

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Bernhard Kaiser

Hallo guten Morgen,

,,Wer kennt interessante download-Links  zu kostenloser Mikroliteratur"

in dem von Peter V. angeregten und von Abbeköhl (Reto B.) mit Leben erfüllten Faden findet sich u.a. am 11.07.2013 der Beitrag:
Hassel, A./Kost, G. (1998): Untersuchungen von Leptoglossum retirugum und Brachythecium rutabulum.
Unter dem etwas sperrigem Titel werden die Abwehrreaktionen im Zellnetz des Mooses Brachythecium rutabulum gegen den Pilz Leptoglossum retirugum beschrieben und abgebildet. In Abb. 1 b-f sind mehrere  braune Zellwandverdickungen zu sehen. Diese werden als lignituberähnliche Wandverdickungen bezeichnet, die verhindern sollen, daß Pilzhyphen in benachbarte Zellen eindringen. Ähnlich deshalb, weil Moose kein Lignin besitzen, aber diese Erscheinung bei ligninhaltigen Phanerogamen auch beobachtet wurde.
Wer ähnliches einmal sehen möchte, dem empfehle ich Blättchen des Mooses Plagiomnium affine oder Pl. undulatum zu mikroskopieren. Dort sind diese lignituberähnliche Wandverdickungen fast immer anzutreffen. Beide Moose sind sehr häufig.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

abbeköhl

#1
Hallo Bernhard,

Danke dir, dass finde ich gut, wenn der eine oder andere Experte auch für den Laien eine kleine Zusammenfassung(Erklärung) des entsprechenden Themas erstellt.
Was ich mich schon immer gefragt habe ist, wie schnell muss in der Kryotechnik eine Schock-Gefriertrocknung vonstatten gehen, ohne dass eine Bildung von Eiskristallen das Zellgewebe(durchstossen der Zellmembran) zerstört.
Ist es von Vorteil wenn ich die zu untersuchende Probe schon vor dem Schnitt(präparieren) in so dünne Stücke wie möglich schneide, (eben gerade nur so gross dass es nach der Gefriertrocknung im Mikrotom noch bearbeitet werden kann), damit es schneller durchgefriert, um mir einen Kryostatschnitt anzufertigen ?
Ich stelle mir das bei so fragilen Strukturen (Myzel, Sporen etc.) nicht so einfach vor. Passiert es nie, dass bei der Schock-Gefriertrocknung Gewebeschäden auftreten, vor allem wenn man bedenkt dass einige Pflanzenzellen in der Lage sind, dass vielfache ihres eigenen Volumens an Wasser aufzunehmen, da ist die Gefahr doch gross oder nicht ?

..........dem empfehle ich Blättchen des Mooses Plagiomnium affine oder Pl. undulatum zu mikroskopieren. .......
Plagiomnium affine
Plagiomnium undulatum

Schöni Grüess us dä Schwyz,,, der neugierige Reto B.

Bernhard Kaiser

#2
Danke neugieriger Reto,

für die Einfügung der Abbildungen der beiden Moose.

Plagiomnium affine kommt fast immer auf schattigen Fichten/Kiefernwaldböden in größeren Decken und
Plagiomnium undulatum an Wegböschungen (gerne kalkhold) als Begleiter menschlicher Siedlungen vor.

ZitatWas ich mich schon immer gefragt habe ist, wie schnell muss in der Kryotechnik eine Schock-Gefriertrocknung vonstatten gehen, ohne dass eine Bildung von Eiskristallen das Zellgewebe(durchstossen der Zellmembran) zerstört.
auf diese Frage weiß ich leider keine Antwort. Ich schneide meine Moose immer ohne Einbettung oder Gefriertrocknung. Einfach trocken mit der Rasierklinge unter der Stereolupe bei 20x. Bis 95 % Ausschuß, aber was ich sehen möchte finde ich meistens.

Nochmals herzlichen Dank für Deine großartigen Zusammenstellungen.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser.