Hauptmenü

Artodiscus saltans

Begonnen von Monsti, November 24, 2013, 21:50:21 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Monsti

Liebe Tümpler(innen),

beim folgenden, wohl ziemlich selten vorkommenden Organismus ist die Taxonomie bis heute nicht 100%ig klar:





In den Taxonomien wird er teils unter "Free-living heterotrophic flagellates", teils unter den filosen Schalenamöben geführt. Auf der Homepage von Ferry Siemensma gibt es neben weiteren Informationen auch Videos, in denen die recht flotten Bewegungen der Filopodien/Flagellen schön zu sehen sind --> http://arcella.nl/artodiscus-saltans

Dieser Organismus ist meist zwischen 20 µm und 25 µm groß. Das obige Exemplar misst 27 µm. Kennzeichnend ist vor allem die Art der Bewegung, die weniger an Amöben als vielmehr an Flagellaten erinnert.

Ich fand A. saltans zum einen im Niedermoor St. Adolari (südlich des Pillersees) und in einem Niedermoor in Fieberbrunn. Vielleicht interessiert sich der eine oder andere dafür.

Herzliche Grüße
Angie

Manfred Melcher

Hallo Angie,

vielen Dank für diesen Beitrag. Er kam für mich gerade recht, da ich den Organismus letzte Woche auch beobachtet habe. Für Fotos hatte ich leider keine Zeit. Meine Probe stammt aus einem Graben am Rand eines Waldwegs im Schwarzwald, in ca. 800 Metern höhe.

Liebe Grüße

Manfred

Monsti

Danke, lieber Manfred!

Schade, dass mittlerweile nur noch spektakuläre Fotos mit aufwändiger Technik allgemeine Beachtung finden. Ich meine, dass auch Fotos von selten vorkommenden Organismen spektakulär sind, auch wenn ihnen vielleicht der letzte fototechnische Schliff fehlt. Goggelt man nach Artodiscus saltans, findet man nämlich kaum Bilder.

Herzliche Grüße
Angie

abbeköhl

#3
Guten Morgen Angie,

Ich hoffe ich kann dich etwas ermutigen, ;) Ich bin einer der unter anderem auch fleissig deine Beiträge anschaut. Auch wenn ich mich erst einmal dazu geäusert habe, gefallen mir deine Beitäge und auch deine Aufnahmen. Denn ich schätze auch Bilder die nicht gefakt sind und die "Wahrheit" zeigen. Als ich mich vor ca. einem Jahr für die Mikroskopie als Hobby entschieden habe, bin ich fast verzweifelt. ;D Ich habe mich immer gefragt wie hier im Forum solche Bilder zustande gebracht werden. Nach einer gewissen Zeit habe ich dann gemerkt wie dass bewerkstelligt wird. :D Für mich ist die wahre Kunst einer guten Aufnahme immer noch eine Aufnahme an der so wenig wie möglich "herumgepfuscht" werden muss(im wissenschaflichen Sinne). Ich denke wenn es um die Wissenschaft geht, dann waren es in erster Linie solche Aufnahmen und deren Herangehensweise(Vorbereitung, Dokumentation, etc.) wie du sie machst, die viel gebracht haben. ;) Aber es ist auch schön, wenn man mit Hilfe der Digitaltechnik oder verschiedenen Mikroskop-Techniken deren Aussagekraft verstärken kann, verstärken nicht verfälschen. Oder aber einfach nur um schöne ästhetische Bilder zu gestalten. Ich persönlich finde dass es die Vielfältigkeit ist, die das Hobby so interessant machen. Um zu deinem Beitrag zurückzukommen, mir gefällt er, auch die Bilder von dem "Zappelphilip" finde ich gut. Übrigens hat mir auch deine Webseite gefallen,,, Moore im Tiroler Bezirk Kitzbühel ist doch deine Seite oder ? Seltene oder neue Arten sind doch immer eine interessante Sache, nur kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Vielen Dank fürs zeigen.

Herzliche Grüße aus der Schweiz, Reto B.

beamish

Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Klaus

Hallo Angie,

Deine Aufnahmen habe ich sehr wohl beachtet. Ich finde es auch gut, dass Du sie so einstellst! Ich habe nur nicht reagiert, weil ich bei der Identifizierung nicht helfen konnte. Bitte weitermachen!

Gruß

Klaus

Bernd Kaufmann

Liebe Angie,

mir gefallen Deine Aufnahmen fast immer sehr gut. Vor allem aber bewundere ich, wie akribisch (und erfolgreich) Du versuchst, herauszufinden, was Du denn da siehst und fotografierst. Deine bevorzugte Technik ist ja die schiefe Beleuchtung, die Du auch oft nahe an DIC heranführst. Was Deinen Bildern meist fehlt, ist eine direkt nachvollziehbare Größenangabe, die normalerweise sehr einfach und mit geringem Aufwand zu realisieren wäre, wenn ... ja wenn Du nicht so arbeiten würdest, wie Du es machst. Bitte folgendes als ausschließlich konstruktive Kritik nehmen.

Für meinen Geschmack sind Deine Ausschnittvergrößerungen manchmal schon am Bildschim vor der Aufnahme hart am Rand der "leeren Vergrößerung", worunter die Bildqualität unnötig leidet. Mir ist klar, dass man das nicht immer besser machen kann, z. B. wenn die Organismen wirklich so winzig sind, dass man ohne Ölimmersion kein vernünftiges Bild bekommt, oder wenn die Biester so schnell / selten sind, dass man sie später nicht mehr findet usw. Das mag auch beim vorliegenden Organismus eine Rolle gespielt haben. Hat man aber ein bisschen mehr Zeit, sollte man versuchen, das Bild bei der gerade eingestellten Objektiv- Okular-Kombination aufzunehmen. Dann einen Maßstab einfügen und am Schluss Maßstab und Originalbild gemeinsam verkleinern oder einen Ausschnitt, in dem beides zu sehen ist, anfertigen. Zugegeben etwas aufwändiger, würde aber sowohl Bildqualität als auch Bestimmbarkeit deutlich verbessern.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
www.aquamax.de
Lieber per Du.

Monsti

Hallo, Ihr Lieben,

danke für die netten Aufmunterungen! Natürlich hat auch die bloße Herstellung superschöner Fotos ihre Daseinsberechtigung. Selbstverständlich ist auch mir die Ästethik eines Fotos nicht wurscht, doch liegt mein Schwerpunkt ganz klar auf dem Bildinhalt: Ich möchte wissen, was ich fotografiert habe, und möchte Prozesse verfolgen und sie begreifen. Übrigens muss obiger Organismus nicht mehr identifiziert werden. Dass es Artodiscus saltans ist, dürfte sicher sein. Ich wollte dieses seltene Vieh nur zeigen.

Lieber Bernd, nun ja, den Maßstabsbalken hatte ich früher in fast allen meinen Bildern. Inzwischen gebe ich meist nur noch die Gesamtgröße an.

ZitatFür meinen Geschmack sind Deine Ausschnittvergrößerungen manchmal schon am Bildschim vor der Aufnahme hart am Rand der "leeren Vergrößerung"

Was Du bei mir zu Hause gesehen hast, war lediglich die Bildschirmvergrößerung, die ich vor allem zur Fokussierung und Reduzierung von Farbrändern bei kleinen Organismen benutze. Sie ist keine Ausschnittsvergrößerung. Die Freistellung erledige ich erst während der Bildbearbeitung.

Herzliche Tümplergrüße
Angie



Eckhard

Liebe Angie,

Das ist ein schöner Fund! Vor allem sehr selten. In meinen nährstoffreichen Berliner Gewässern kommt er wohl nicht vor.

Herzliche Grüße
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Monsti

Lieber Eckard,

auch Dir vielen Dank! Ja, dieses Viech scheint wirklich nur selten vorzukommen, und wenn, dann auch nur vereinzelt. Man muss schon ein wenig Glück haben, es unter dem Deckglas zu finden. Dann ist es aber ein echtes Highlight, das Tierchen zu beobachten, weil so ganz anders als die üblichen Organismen.

Herzliche Grüße
Angie

Bernd

Hallo Angie,

zu deiner Aussage
ZitatSchade, dass mittlerweile nur noch spektakuläre Fotos mit aufwändiger Technik allgemeine Beachtung finden. Ich meine, dass auch Fotos von selten vorkommenden Organismen spektakulär sind, auch wenn ihnen vielleicht der letzte fototechnische Schliff fehlt.
möchte ich als einer, der recht selten Bilder postet und noch seltener Kommentare schreibt, trotzdem folgendes anmerken. Ich glaube nicht, daß Beachtung und Bedeutung eines Beitrags immer proportional zur Anzahl der Kommentare sind, manchmal scheint mir sogar das Gegenteil die Regel zu sein. Außerdem glaube ich, je seltener ein Organismus, desto unbekannter ist er, desto weniger Leute haben ihn jemals gesehen oder gar fotografiert und desto schwieriger ist ein (sinnvoller) Kommentar. Mir jedenfalls fällt in solchen Fällen kein Kommentar ein. Ich speichere mir aber den Beitrag ab und hoffe, den Organismus erkennen zu können, sollte ich ihm mal begegnen. Deshalb möchte ich dich - und auch andere - hiermit ermuntern, weiter seltene und ungewöhnliche Organismen vorzustellen. Ich kann aber auch sehr gut deinen Frust nachvollziehen. Eigentlich immer, wenn ich fand, einen seltenen Organismus und damit etwas Besonderes im Forum gezeigt zu haben, war die Anzahl der Kommentare (sehr) niedrig. Insgesamt bin ich aber immer wieder über die Qualität von Kommentaren und Diskussionen in diesem Forum erstaunt und erfreut. Ein deutlicher Unterschied zum amerikanischen Forum, wo auch exzellente Fotos gepostet werden, die Kommentare sich bis auf wenige Ausnahmen aber auf Aussagen wie "nice picture" beschränken.

Viele Grüße
Bernd

Monsti

Hallo Bernd,

Zitatund hoffe, den Organismus erkennen zu können, sollte ich ihm mal begegnen.

Eben deshalb stelle ich solche Organismen hier rein. Vielen Dank für Deinen Kommentar, und ja, Du magst Recht haben mit Deiner Vermutung, dass sich die Beachtung eines Beitrags nicht unbedingt in der Anzahl der Antworten niederschlägt. Man sollte vielleicht mal mehr auf die Klicks achten. Wenn kaum jemand schaut, dann ist der Faden vermutlich wirklich Banane.  ;)

Herzliche Grüße
Angie

Bernd

Hallo Angie!

ZitatMan sollte vielleicht mal mehr auf die Klicks achten.

Dann sieht das aber ganz mau aus für uns Tümpler! Wenn man die Forumsbeiträge nach Anzahl der Aufrufe sortiert, kommen erstmal die Botaniker (Glückwunsch Jörg, für deinen Beitrag mit den mit Abstand meisten Aufrufen!), dann immer wieder die Botaniker und erst auf Seite 3 kommt - mit so um die 10000 Klicks weniger als der Top-Beitrag - der erste Tümpler-Beitrag (da liegst du auf Platz 3, wenn ich richtig gezählt habe).

Viele Grüße
Bernd

Monsti

Boah, Platz 3 - immerhin! Okay, das macht natürlich auch das Quantum an Aktivität und die Masse an Bildern ;D

Lieber Bernd,

dass wir Tümpler ebenso eine Minderheit sind wie z.B. die Histologen oder Mineralogen, weiß ich doch. Ich merke allerdings, dass wir Tümpler hier immer weniger werden. Ich vermisse so einige, die sich seit etwa 1,5 Jahren peu à peu vertschüsst haben. Selbst den einst sehr aktiven Michael Plewka sehe ich hier kaum noch. Mir fielen sofort noch weitere 5-6 Namen ein. Von einzelnen weiß ich, dass sie nicht mehr hier sind, weil sich für ihre Beiträge eh niemand interessiert. Damit wird z.B. die Wahrscheinlichkeit immer geringer, dass man im Bestimmungsforum brauchbare Hilfen bekommt. Stellen wir Fotos von seltenen Organismen ins Foto-Forum, können immer weniger etwas mit dem Inhalt anfangen. Sind die Bilder darüber hinaus fototechnisch nicht spektakulär, hat man schon verloren. Ist klar, was ich meine?

Aber morgen werde ich eine Szene liefern, die selbst angesichts mittelprächtiger Bildqualität einige beschäftigen wird *hoff*.

Herzliche Grüße
Angie