Botanische Mikrotechnik: Familientreffen der W3Asim II Färbungen

Begonnen von Fahrenheit, Februar 25, 2014, 21:23:19 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Eckhard

Lieber Jörg,

Ich löse 1g Acridinrot in 100 ml Ethanol 50% und gebe hinterher 2 ml Eisessig hinzu.

Herzliche Grüße
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Fahrenheit

#16
Lieber Eckhard,

das entspricht ja annähernd meinem eigenen Ansatz. Ich habe mir einmal die Asim II - Präparate angesehen: die haben keine Höfe. Ich werde also beim nächsten Ansatz von W3Asim II die Anteile von Acriflavin und Acridinrot etwas zurück nehmen und schauen, was dabei raus kommt. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass man ohne Probleme auf ein Verhältnis von 12:8:1:1 zurück gehen kann.

Lieber Gerhard,

ich habe die Schnitte noch einmal durch gesehen und es ist einer in der Asim II lang - Serie, der etwas dicker ausgefallen ist, als der Rest. Von diesem habe ich gerade noch einmal einige Bilder gemacht, die die Abhängigkeit der Farbwirkung von der Schnittdicke schön unterstreichen. Leider kann ich natürlich nicht sagen, wie dick dieser Schnitt tatsächlich ist. Hier die Aufnahmen:

Bild 12: Übersicht, Vergrößerung 50x, oben Asim II lang, darunter die dickere Variante aus dem selben Färbegang.


Bild 13: Das primäre Xylem, Vergrößerung 100x, diesmal ist der schon bekannte Schnitt (Asim II lang) auf der linken Seite.


Bild 14: Das Periderm, Vergrößerung 200x, Asim II lang wieder links und rechts die dickere Variante aus dem selben Färbegang

Hier wird der Unterschied am deutlichsten.

Herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Eckhard

Lieber Jörg,

bei dünnen Schnitten mische ich gerne etwas Acriflavin ins Astrablau (30 oder 60 Sekunden vor Ende der Astrablau Phase). Sonst ist das Blau sehr dominant.

By the way: Schnitte und Färbung sind allerste Sahne!

Ich werde am Wochenende mal meine Mikrotome entmotten und auch etwas schneiden. 

Herzliche Grüsse
Eckhard
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Rawfoto

Hallo Jörg

Ja, genau das meine ich, man sieht die dünnen Schnitte auf einem Blick. In der Zwischenzeit habe ich den gesamten Beitrag in Ruhe noch einmal gelesen, ich habe die Schnittdicke tatsächlich überlesen ...

Aber Dein Vergleich zeigt das gut. Ich habe für eine zweiteiligen Färbeabend bei der Mikroskopischen Gesellschaft Wien Schnitte in 0,005 mm Schritten gemacht und die Leute haben je nach Lust und Laune unterschiedliche Stärken gefärbt. Ich habe mir vorgenommen für mich auch so eine Serie zu machen, geschnitten sind sie aber gefärbt haben sie sich noch nicht alleine .-)

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Fahrenheit

Lieber Eckhard,

danke für das Lob, das ich bezüglich der Schnitte gerne an Bodo Braunstorfinger weiter gebe.
Ja, an die Acriflavin-Zugabe erinnere ich mich noch, ich habe es bei meinen W3A-Färbungen auch immer so gehalten.

Ich habe die unterschiedlichen Präparate übrigens noch einmal mit einer LED-Taschenlampe seitlich angeleuchtet: auch die Asim II Färbungen haben Höfe aus Acriflavin und wohl auch Acridinrot, aber lange nicht so stark ausgebildet wie bei den W3Asim II Präparaten.

Lieber Gerhard,

na dann frisch ans Werk! Eine Reihe von Schnitten im 5µm - Raster musst Du uns dann aber auch einmal hier im Forum vorstellen.

Herzliche Grüße
Jörg

p.s.
Wer Lust auf noch mehr Bilder hat: eben habe ich das März-Update der MKB Webseite hoch geladen. mit dabei auch ein Artikel zu den W3Asim II - Färbungen, der auf dem Forenthread hier basiert. Allerdings sind dort auch die Ausgangsbilder für die Vergleiche hier im Thread komplett zu sehen:
http://www.mikroskopie-bonn.de/bibliothek/botanische_mikrotechnik/index.html#a3281
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Rolf-Dieter Müller

Lieber Jörg,

eine schöne Diskussion hast Du hier angeregt und so möchte ich mich auch mit einem Bild beteiligen.

Nach langer Zeit habe ich mir wieder einen Schnitt vorgenommen, übrigens angeregt vom Referenten (Jörg Weiß vom MKB-Bonn) eines Workshops zur Herstellung von Dauerpräparaten an einem Gymnasium vor Oberstufenschülern. Der Referent meinte, es gibt zu wenig Abbildungen von Blattquerschnitten.

So sollte etwas sein, was man auch gut im Winter sammeln kann, nämlich die Europäische Stechpalme (Ilex aquifolium), die zumindest bei uns im Rheinland in Wäldern leicht zu finden ist.

Ich habe noch Reste eines Ansatzes der von Dir als erstes angegebenen Rezeptur mit dem Überschuss von Acridinrot und Acriflavin (@Eckhard, dieses könnte ich für Deinen Vortrag zur Verfügung stellen).

Im Grunde genommen unterhalten wir uns ja immer um den Standardprozess so wie er unter anderem in der Mikrofibel für die Etzold-Färbung beschrieben ist (Mikrofibel von Klaus Henkel Seite 185, mit Abbildungen) und nach dem man sich immer gut orientieren kann, besonders dann wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist. Dann halt die eigenen Prozessschritte anhand dieses Standards prüfen und gegebenenfalls neu und angepasst aufsetzen.

Jetzt aber zu dem Ilex-Blattschnitt, den ich entsprechend meiner Vorliebe nach Merkmalen präpariert habe. Das heißt Überfärbung mit Hitze und langem Aufenthalt in der Farblösung, danach Differenzierung bei gleichzeitiger Entwässerung in Alkoholstufen aufsteigender Konzentration, Aufenthalt in jeder einzelnen Stufe bis keine Farbe mehr abgeht. Die einzelnen Schritte waren:


  • Ein frisches Ilex-Blatt gesammelt und Mittelrippe mit 2 bis 3 mm Überstand links und rechts herausgetrennt
  • Querschnitte mit Haga-Rasierklingenmikrotom, Schnittdicke >30 µm
  • Schnitte in Leitungswasser gesammelt und danach zur Schnittfixierung in AFE (Mischung aus Alkohol, Formalin und Essigsäure) für 2 Stunden fixiert.
  • Sorgfältig auswaschen in Wasser über Alkoholstufen abnehmender Konzentration (70%, 50%, 30%, Leitungswasser)
  • Überfärbung mit W3AsimII, anfangs erhitzt bis kurz vor dem Aufkochen, langsam abkühlen lassen. Die Schnitte verbleiben >20 Minuten in der Farblösung, zwischendurch immer leicht schwenken, damit sie gut mit der Farblösung umspült werden.
  • Auswaschen in Leitungswasser, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
  • Differenzierung in 30% Ethanol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
  • Differenzierung in 50% Ethanol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
  • Differenzierung in 70% Ethanol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
  • Entwässern in 100% Isopropylalkohol, mehrmals wechseln bis keine Farblösung mehr abgeht.
  • Einschluss in Euparal
  • Präparate gehärtet auf Wärmeplatte bei 50° Celsius.

Hier das Ergebnis, wobei eigentlich noch etwas zuviel Acriflavin verblieben ist, was man künftigen Farblösungsansätzen durch einen geringeren Anteil anpassen könnte.


Stechpalme (Ilex aquifolium), Blattquerschnitt, Mittelrippe


Viele Grüße
Rolf-Dieter

Fahrenheit

Lieber Rolf-Dieter,

vielen Dank, dass Du Dein schönes Bild mit der ausführlichen Beschreibung hier eingestellt hast. So langsam wird es doch ein Familientreffen!
Mal sehen, vielleicht kommt ja noch die eine oder andere Aufnahme dazu.

Herzliche Grüße
Jörg

p.s.
Schön, dass ich Dich mal wieder zum Schnippeln animieren konnte. :)
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM