Hauptmenü

Planorbella spec.

Begonnen von Kurt Wirz, August 04, 2014, 17:33:16 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Kurt Wirz

Liebe Schneckenfreunde

Möchte man die Embryonalentwicklung von Schnecken fotografieren, benötigt man Eier die eine möglichst transparente Eihülle besitzen.
Landschnecken umgeben ihre Eier oft mit einer nicht transparenten Haut oder kalkhaltiger Schale. Wasserschnecken legen ihre Eier oft als mehrschichtige Klumpen ab, zum Teil in nicht sehr transparenten Eihüllen.
Die Kleine Posthornschnecke, die ursprünglich aus Florida stammt und vermutlich mit Wasserpflanzen für Botanische Gärten und später für die Aquaristik importiert wurden, legt ihre Eier, einlagig und mit transparenter Eihülle in Gelege ab, die ebenfalls eine transparente Hülle besitzen. Somit sind diese Gelege bestens zur Beobachtung und Fotografie geeignet.
Da die Gelege klein sind, etwa um die 7mm Durchmesser muss zur Beobachtung oder Fotografie vergrössert werden. Bei den folgenden Bildern wurde mit einem ZEISS Luminar 25mm, acht Mal vergrössert. Da mit einer Kleinbild Vollformat Kamera fotografiert wurde, beträgt die Bildbreite 4.5mm.
In der gesamten Zeit der Entwicklung ist der Eiinhalt in stetiger Bewegung und Focus Stacking kann nicht angewendet werden. Deshalb muss mit entsprechender Apertur die Tiefenschärfe erhöht werden, dies geht aber auf Kosten der Auflösung.
Im frühen Entwicklungsstadium reicht eine Apertur von 0.07 (Tiefenschärfe = 0.11mm), während später eine Apertur von 0.036 (Tiefenschärfe = 0.42mm) angebracht ist, natürlich sind dadurch die Bilder mit einer etwas geringeren Auflösung behaftet. Die Temperatur beeinflusst die Entwicklungszeit, sie betrug 25°C.
Ich verwendete eine einfache Auflichtbeleuchtung (3 Blitzgeräte mit Diffusor).
Dennoch ist es interessant die Entwicklung zu verfolgen.

Beim ersten Bild wurde 7 Mal vergrössert, somit beträgt die Bildbreite 5.13mm,
es zeigt die Eier einen Tag nach Ablage.


Ab dem zweiten Bild wurde 8 Mal vergrössert, die Bildbreite beträgt 4.5mm,
es zeigt die Eier zwei Tage nach Ablage.


Nach 3 Tagen


Nach 4 Tagen


Nach 5 Tagen erkennt man, dass es sich hier um Schnecken handelt, gut erkennbar sind die Augen.


6 Tage nach Ablage, erkennbar ist das Schneckenhaus.


7 Tage nach Ablage


8 Tage nach Ablage, hier erkennt man Fühler und die Schnecken sind pigmentiert.


9 Tage nach Ablage befinden sich einzelne Schnecken schon ausserhalb der Eihülle, aber immer noch innerhalb der Gelegehülle.


Die Qualität der Bilder lässt zu wünschen übrig, üblicherweise werden Wünsche ende Jahr erfüllt. Ist man nicht bereit zu scheitern, versucht man nichts neues.

Ich hoffe somit, dass die gezeigten "lustigen Gesichter" etwas Freude bereiten.

Kurt

rekuwi

Lieber Kurt,

eine wunderbare Fotoreihe der Entwicklung dieser Schneckeneier zeigst Du hier. Wegen der Qualität der Bilder würde ich mir keine Gedanken machen - schließlich ist irgend ein Bereich immer scharf und wir sind doch in der Lage daraus ein Gesamtbild in unserem Kopf hinzubekommen.
Entwickeln sich die Fühler in zunehmendem Alter zu den Spitzen die die erwachsenen Tiere zeigen?

Herzliche Grüße
Regi

Kurt Wirz

Hallo Regi

Bei der kleinen Posthornschnecke sind die Fühler nicht so stark ausgeprägt, wie bei der um einiges grösseren einheimischen Posthornschnecke oder der Apfelschnecke.
Die Gelege der einheimischen Posthornschnecke eigneten sich für die Fotografie nicht so gut, da sie mehrlagig sind, mit mindestens starken Überlappungen der Eier.

Kurt

cuwohler

Hallo Kurt,

eine wunderbare und interessante Darstellung der Eientwicklung von Schnecken - habe ich so noch nie gesehen, ganz toll!

Viele Grüße
Cai-Uso
Viele Grüße
Cai-Uso
mail@cuwohler.de

Jan Dunst

Hallo Kurt,

also hier gibt es meiner Meinung nach keinerlei Anlass tief zu stapeln. :D

Die Bilder sind wunderbar ansprechend, ästhetisch und informell. Und ganz nebenbei wird die Ehrfurcht vor Mutter Natur wieder mal aufgefrischt.

Viele Grüße aus Lausanne,
Jan