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Objekt in Strandsand

Begonnen von treinisch, Oktober 22, 2014, 02:22:41 VORMITTAG

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treinisch

Hallo,

Objekte, die ähnlich wie dieses aussehen, find ich in sehr großer Zahl in einer Probe Strandsand von Wangerooge.
Weiß jemand, was das ist?

(Die Probe ist nativ, also nicht irgendwie ausgekocht, entkalkt o.ä.)



Vielen Dank für sachdienliche Hinweise
Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

cuwohler

Hallo Timm,

die habe ich auch oft im Sand (eher allerdings tropisch), habe sie aber auch noch nicht bestimmen können.
Für eine Foraminifere scheint mir das Gehäuse zu regelmäßig gebaut, für einen Glasschwamm zu klein.
Bin auch neugierig, was es sein könnte.

Viele Grüße
Cai-Uso
Viele Grüße
Cai-Uso
mail@cuwohler.de

TPL

#2
Hallo Timm,

ich tippe auf den Stachel eines irregulären Seeigels (Herzigel). Im Unterschied zu den "Regulären" sind die deutlich gebogen und weniger massiv. Interessant wäre es dazu, das rechte Ende etwas genauer zu sehen...
Entkalken könnte auch helfen: dabei müsste sich der Stachel (im Gegensatz zu Nadel eines Kieselschwammes) nämlich auflösen ;).

Viele Grüße
Thomas

treinisch

Hallo Thomas,

habe mir mal ein paar Seeigel-Stachel angeschaut. Das könnte sehr gut passen!

Werde später mal schauen, ob ich einen auflösen kann und eine genauere Aufnahme vom rechten Ende werde ich auch versuchen.
Wobei ich da schon fast am Ende bin, muss ich zugeben. Das Foto ist mit einem 10x Durchlicht-Objektiv gemacht, ich bin mir nicht
sicher, ob das 20x ohne Deckglas überhaupt nicht ordentliche Bilder liefert.

Was mich aber erstaunt: Das müssen ja wirklich winzige Seeigel gewesen sein. Naja, was es nicht alles gibt.

Viele Grüße und besten Dank

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

rekuwi

Lieber Timm,

auch die Seeigel fangen alle mal ganz klein an.

Herzliche Grüße
Regi

detlef.q

Hallo Timm,

ich habe als Vergleich hier einen Seeigelstachel aus Spanien.
Die Bildbreite beträgt 3,4 mm.
Bezüglich der Größe war ich auch überrasch, jedoch wie Regi schreibt:...alle fangen mal klein an!

Viele Grüße
Detlef


TPL

Hallo Detlef,

der Stachel gehört ziemlich sicher zu einem regulären Seeigel. Die leben auf felsigem, harten Untergrund an der Oberfläche.
Irreguläre Seeigel leben in Weichgründen und "durchpflügen" den Sand auf der Suche nach Nahrungsdetritus, indem sie sich mit ihren Stacheln fortbewegen. Daher auch ihre bilaterale Symmetrie,  die "stromlinienförmige" Form und  die gebogenen Stachel.
Gemeinsam ist den Stacheln, dass es Einkristalle aus Kalziumkarbonat sind.

Herzliche Grüße
Thomas

treinisch

Hallo,

was ist denn ,,Weichgrund"? Bröseliger Sand?

Eine Sache kann ich mir nicht verkneifen: Ich habe gerade mal gesucht, was meine Bücher so hergeben:

• Seeigelfüße in einem Buch über Klebetechnologie

Und:
500 g  Bienenwachs
500 g  Salz
200 g  Seeigelzungen (Sea urchin tongues)

ergeben eine Seeigel Bottarga. Wie das wohl schmeckt?

vlg

Timm

P.S. Rechtes Ende habe ich nicht vergessen, ich verzweifle gerade an der Photographie
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

TPL

Zitat von: treinisch in Oktober 23, 2014, 14:49:14 NACHMITTAGSwas ist denn ,,Weichgrund"?

...na, alles, was nicht hart oder fest ist ;D.

Hallo Timm,

in meiner "Branche" gibt es eine Menge solcher, nicht ganz präziser Ausdrücke. So auch für die Bewohner unterschiedlich fester Substrate: soft ground, firm ground, hard ground dwellers. Klar, man könnte da auch präzise Messwerte angeben. Was aber, wenn das Substrat heute steinhart ist und erst die darin eingebettete Versteinerung den Rückschluss auf die ursprüngliche Festigkeit erlaubt?

Ja, die irregulären Seeigel leben in unverfestigtem Sand.

Herzliche Grüße
Thomas

treinisch

#9
Hallo,

ich kann das Ende leider nicht größer im Auflicht fotografieren und beim Versuch mit Deckglas ist der Stachel leider zerbrochen.
Das rechte Ende ist jedenfalls normal abgebrochen und weist nicht diese Struktur für den Muskelansatz wie bei Detlef auf.

Was ich aber noch machen konnte ist, 0.1 N H2SO4 zuzugeben (leider zu konzentriert, 25 mN wäre besser gewesen).

Der Stachel löst sich unter Gasentwicklung auf und wie erwartet bilden sich die typischen monoklinen Gipsnadeln. Damit ist eindeutig nachgewiesen, dass die Nadeln zumindest zu großen Teilen aus CaCO3 bestehen.

Viele Grüße

Timm




Edit: Ich vergaß: Polaufnahme!
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.