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Unbekanntes Leitz Objektiv

Begonnen von Päule Heck, Februar 08, 2016, 10:06:07 VORMITTAG

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Päule Heck

Hallo,
Alain hat im französischen Forum dieses Leitz Objektiv vorgestellt und fragt, was das C bedeutet welchem speziellen Zweck dieses Objektiv dient. Da ich das gleiche besitze und ebenfalls keine Ahnung habe, bitte ich um Aufklärung. Kann da jemand weiterhelfen?



Vielen Dank im Voraus
Herzliche Grüße
Päule

JB

Hallo,

"C" bedeutet im Kontext dieser aelteren Objektive (altes Leitz-Logo!) idR "coated". Die ersten vergueteten Objektive wurden so gekennzeichnet.

Beste Gruesse,

Jon

ortholux

"C" steht für "coated".

Die frühen Objektive wurden damit graviert, weil es offensichtlich noch etwas besonderes war.
Ansonsten handelt es sich um ein "stinknormales" Auflicht-Objektiv.

Viele Grüße
Wolfgang

edit: Jon hat zeitgleich geantwortet. Somit: "doppelt hält besser"

beamish

Zitat von: ortholux in Februar 08, 2016, 13:19:33 NACHMITTAGS

Ansonsten handelt es sich um ein "stinknormales" Auflicht-Objektiv.


Sicher? Bedeutet das 20"x"und das Fehlen der Angabe der Tubuslänge nicht, daß es für Unendlich-Systeme gedacht ist? Außerdem ist die Appertur 0,35 für ein 20er Objektiv doch auffällig niedrig, oder?

Herzlich
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Peter V.

Hallo Martin,

bei Leitz war die Auflichtoptik immer schon "unendlich".

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Klaus Henkel

Zitat von: beamish in Februar 08, 2016, 13:27:28 NACHMITTAGS
Zitat von: ortholux in Februar 08, 2016, 13:19:33 NACHMITTAGS

Ansonsten handelt es sich um ein "stinknormales" Auflicht-Objektiv.

Sicher? Bedeutet das 20"x"und das Fehlen der Angabe der Tubuslänge nicht, daß es für Unendlich-Systeme gedacht ist? Außerdem ist die Appertur 0,35 für ein 20er Objektiv doch auffällig niedrig, oder?
Martin

Die Art stark konischer Objektivfassungen wurde früher (vor 1925) öfter verwendet, um einen Lieberkühnspiegel oberhalb des Konus anzusetzen, mit dem man allseitig schräges Auflicht bewirkte. Die geringe Apertur könnte damit zusammenhängen, daß das Objektiv speziell auch für Dunkelfeldbeobachtung vorgesehen war. Die Hochglanzpolitur an manchen Fassungsteilen spricht für die Herstellung nach 1925.

Grüße!
KH

ortholux

#6
Liebe Kollegen,

nochmal zusammenfassend: das Objektiv ist ein Auflichtobjektiv (Achromat) mit Tubuslänge unendlich. Angeboten wurde diese Bauform ca. 1955 (als das Metallux erschien) - 1963.



Parallel gab es noch die "lange" Version für das Metallux ND.



Diese Objektive waren nicht graviert. Die entsprechende Vergrößerung liest man an der Gravur am Revolver ab. Das Metallux ND (http://www.leitz-ortholux.de/pdf/58_metallux_nd.pdf) war ein Werkstattmikroskop. Dinge wie Apertur oder Korrektionszustand waren dem Mann am Messstand herzlich egal.

Ab ca. 1963 änderte sich die Bauform zu dieser etwas eckigeren Version:



Ob sich auch die optische Berechnung änderte, ist mir nicht bekannt.
Die angebotenen Vergrößerungen waren 5x, 10x, 20x, Fl 50x, Fl 100x.

Es gab diese Objektive auch mit Phasenring für den Auflicht-Phasenkontrast:



Die früheren waren mit Pv bezeichnet, was von den Heine-Objektiven übernommen wurde. Das war aber nicht ganz richtig, da "Pv" für "Phasenkontrast variabel" steht. Und das ist nur mit dem Heine-Kondenor möglich.



1958 kam das große Metallmikroskop MM5. Es war damals schon mit 30mm-Okularen ausgestattet. Also brauchte man auch Plan-Objektive dazu.
Die Vergrößerungen waren folgendermaßen abgestuft: Pl 3,2x,  Pl 8x,  Pl 16x,  Pl 32x,  Pl 80x,  Pl 160x,  Pl Öl 160x.

Diese Objektive hatten die Bauform der damaligen Durchlichtobjektive. Sie kamen ab 1968 auch am Orthoplan-MET (wie das Metalloplan noch hieß) zum Einsatz



Zur selben Zeit bekamen auch die Objektive der 5x...Vergrößerungsreihe diese Bauform.
Diese blieb erhalten bis anfang der 80er Jahre die Farbkodierung Einzug hielt.



Viele Grüße
Wolfgang


Klaus Henkel

#7
Zitat von: ortholux in Februar 08, 2016, 16:09:01 NACHMITTAGS

nochmal zusammenfassend: das Objektiv ist ein Auflichtobjektiv (Achromat) mit Tubuslänge unendlich. Angeboten wurde diese Bauform ca. 1955 (als das Metallux erschien) - 1963.

Parallel gab es noch die "lange" Version für das Metallux ND.

Diese Objektive waren nicht graviert. Die entsprechende Vergrößerung liest man an der Gravur am Revolver ab. Das Metallux ND (http://www.leitz-ortholux.de/pdf/58_metallux_nd.pdf) war ein Werkstattmikroskop. Dinge wie Apertur oder Korrektionszustand waren dem Mann am Messstand herzlich egal.

Ab ca. 1963 änderte sich die Bauform zu dieser etwas eckigeren Version:

Ob sich auch die optische Berechnung änderte, ist mir nicht bekannt.
Die angebotenen Vergrößerungen waren 5x, 10x, 20x, Fl 50x, Fl 100x.

Es gab diese Objektive auch mit Phasenring für den Auflicht-Phasenkontrast:

Die früheren waren mit Pv bezeichnet, was von den Heine-Objektiven übernommen wurde. Das war aber nicht ganz richtig, da "Pv" für "Phasenkontrast variabel" steht. Und das ist nur mit dem Heine-Kondenor möglich.

1958 kam das große Metallmikroskop MM5. Es war damals schon mit 30mm-Okularen ausgestattet. Also brauchte man auch Plan-Objektive dazu.
Die Vergrößerungen waren folgendermaßen abgestuft: Pl 3,2x,  Pl 8x,  Pl 16x,  Pl 32x,  Pl 80x,  Pl 160x,  Pl Öl 160x.

Diese Objektive hatten die Bauform der damaligen Durchlichtobjektive. Sie kamen ab 1968 auch am Orthoplan-MET (wie das Metalloplan noch hieß) zum Einsatz

Zur selben Zeit bekamen auch die Objektive der 5x...Vergrößerungsreihe diese Bauform.
Diese blieb erhalten bis anfang der 80er Jahre die Farbkodierung Einzug hielt.

Viele Grüße
Wolfgang

Nu ja, da lag ich wohl ein kleines Bißchen daneben. Danke.

KH

ortholux

Zitat von: Klaus Henkel in Februar 08, 2016, 14:13:20 NACHMITTAGS
...spricht für die Herstellung nach 1925.

Warum? Stimmt doch.

Viele Grüße
Wolfgang

Päule Heck

Hallo,
ganz herzlichen Dank für die ausführlichen Informationen. Ich habe wieder etwas dazugelernt. Neben dem 20er besitze ich noch zwei weitere, die ich gleichermaßen vor über zehn Jahre mal zusammen mit einem Leitz Laborlux älteren Datums gekauft hatte. Man sieht den Objektiven ihr Alter an und ich glaube, sie sind inzwischen ganz schön verpilzt bzw. delaminiert. Eines trägt die Gravur "Fl 100x/0,95 C" und das andere
"Pv 10x/0,18 (Nr.D 14732).



Päule



olaf.med

Lieber Peter,



Einspruch, Euere Ehren! Die alte Pol-Auflichtoptik war bis in die 60iger Jahre für eine Tubuslänge von 215 mm gerechnet.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0