Überraschendes Micrasterias-Massenvorkommen

Begonnen von Bernd, August 03, 2014, 21:18:18 NACHMITTAGS

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Bernd

Liebes Forum,

heute Vormittag habe ich aus einigen in einem Wald unweit von Idstein gelegenen Pfützen Wasserproben entnommen. Meistens bildet in diesen Pfützen die fädige Jochalge Spirogyra grüne Klumpen. Deshalb erwartete ich auch in dieser Pfütze Spirogyra. Bei der Probenentnahme waren die grünen Klumpen aber ungewöhnlicherweise nicht fädig, sondern flockig.



Zuhause dann die Überraschung: tatsächlich keine Spirogyra, sondern fast eine Reinkultur einer Micrasterias, die ich als Micrasterias thomasiana bestimmt habe.



Das gesamte grüne Zeug in der Pfütze alles Micrasterias! So etwas hatte ich eigentlich nicht für möglich gehalten. Das nächste Moor ist mindestens 100 km entfernt.

Viele Grüße
Bernd

Martin Kreutz

Hallo Bernd,

ein interessanter Fund. So grüne Pfützen gibt es hier auch. Vielleicht sollte ich mich um die mal kümmern. Aber noch ein Frage. Was gab es denn so an Begleitfaune/-flora in der abgebildeten Pfütze so zu finden? War das auch "moorig"?

Martin

ruhop

Hallo, Bernd.

Dein Thema (Wasserblüten) von der letzten Kornrade scheint Dich ja zu verfolgen.

Hast Du in der Pfütze den pH-Wert gemessen?

Schönen Gruß aus dem Hintertaunus

Holger

Ernst Hippe

Hallo Bernd,
Dein Fund erinnert mich an genau solche Massenentwicklungen von Micrasterias americana hier in Waldwegpfützen über zwei Jahre. Ich konnte viele Teilungen verfolgen. Dort war ortsfremder Split aufgeschüttet, der vielleicht den pH-Wert beeinflußt hatte. Leider wurde dieser Fundort später "wegebaulich saniert", da blieben die M. aus.
Gruß Ernst Hippe
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Ole Riemann

Hallo Bernd,

ich habe Deinen interessanten Bericht mal wieder ausgegraben und möchte ein ähnliches Vorkommen - dieses Mal in einem flachen Heidetümpel an der dänischen Westküste - dokumentieren. Ich erinnere mich wieder daran, dass wir bei der letzten Kornrade über das Phänomen der Masservermehrung von Micrasterias sprachen. Wie bei Dir waren grünliche Flocken am Boden des Tümpels zu erkennen, die sich fast ausschließlich aus M. thomasiana zusammen setzten. Daneben fand ich Closterium striolatum und Euastrum humerosum sowie zahlreiche Naididen (Oliogochaeten).

Ich habe zwei Probengläschen mit nach Würzburg gebraucht und schaue mal, wie lange ich sie in Petrischalen ausgegossen halten kann.



Viele Grüße

Ole


Gerd Schmahl

Hallo,
ja es lohnt sich wirklich imm er wieder eine Probe zu nehmen und "das grüne Zeug" genau an zu sehen. Mir ging es vor 2 Jahren so mit dem Wassernetz, das ich an mehreren Orten in Sachsen gefunden habe, wo ich auch nur Sirogyra vermutet hatte.

Lieber Ole,
Du hast die Algen aber auch wirklich schön abgelichtet. Die Micrasterias reizen aber auch immer wieder sehr. Sind sozusagen die Orchideen unter den Zieralgen.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter Reil

Hallo zusammen,

mir erging es am Wochenende im Schwarzwald ähnlich. Die grünen Flocken im Wasser eines Teiches mit Niedrigwasser (aufgrund Trockenheit) enthielten Unmengen von diesen schönen Zieralgen.





Endlich durfte ich auch mal welche finden, die sich lohnten zu fotografieren. Eine Teilung konnte ich (bis jetzt) noch nicht beobachten.

Freundliche Grüße
Peter

Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Gerd Schmahl

Hallo Peter,
schön abgelichtet. Bei der ersten Aufnahme sieht man rechts unten sogar den Schleimfaden angedeutet, mit dem sie sich anheften und auch bewegen. Sieht irgendwie kristallin aus oder als ob sich Stäbchenbakterien daran gütlich tun. Noch besser zu sehen in diesem YouTube-Video von Dr. Jens Hellfeldt ab 0:25 min. Ist bei Dir ein Polfilter im Spiel (DIC)?
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter V.

Hallo,

die in diesem Thread gezeigte Bilder sind natürlich allesamt prima, aber das verlinkte Video von Jens Hallfeldt ist ja echt der Hammer! ich finde es immer wieder interessant, bekannte Objekte auch einmal "von der Seite" zu sehen. Man sollte viel öfter mal durch ein Stemi oder ein inverses Mikroskop schauen.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Peter Reil

Hallo Gerd,

musste mich erst einmal einlesen, was mit "Schleimfaden" gemeint ist.
Ja es sieht wirklich so aus. Es ist mir auch aufgefallen, dass die Bakterien sich dort sammelten wie in einer Straße.

Das erste Bild ist DIK gestackt, das zweite Hellfeld.

Freundliche Grüße
Peter
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