Panasonic Lumix DMC-GX80 für Video-Stacking?

Begonnen von Heribert Cypionka, Oktober 19, 2016, 22:10:42 NACHMITTAGS

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Heribert Cypionka

Liebes Forum,

Videostacking wird hier ja vermehrt genutzt, z.B. von Heike in Kombination mit Stitching für ihre beeindruckenden 'begehbaren Bilder'. Allerdings sehe ich da bisher nur Full-HD-Videos als Ausgangsmaterial (also 2 Megapixel-Frames).

Nun gibt es ja zunehmend Micro-Four-Thirds-Kameras, die Videos mit 4k, also 8 Megapixeln aufnehmen. Die o.g. Lumix http://www.digitalkamera.de/Kamera/Panasonic/Lumix_DMC-GX80.aspx hat darüber hinaus verschiedene Serienbildfunktionen (z.B. Fokus-Belichtungsreihe (1-999 Aufnahmen), 8 Bilder pro sec, Live View, Fernauslösung, Fernsteuerung über Smartphone/Tablet, Zeitraffer etc.), die sie für Stacking-Aufgaben zu qualifizieren scheinen.

Frage: Hat hier schon jemand dieses Modell für Stacking im Makrobereich oder am Mikroskop getestet oder muss ich der erste sein?

Herzliche Grüße

Heribert Cypionka

LuckyWerner

Guten Morgen Heribert,

na endlich: darauf warte ich schon lange - wahrscheinlich wirst Du aber der Erste sein müssen.

Da Du anscheinend noch nicht gekauft hast: Schau Dir vorher nochmal die neue Pana G81 an.
Wenn ich die Testberichte richtig in Erinnerung habe (bin im Urlaub, kann nicht verifizieren), bietet diese zusätzlich die Funktion aus einem 5 Sek. 4k Film 150 JPGs direkt in der Kamera zu erstellen - erspart das mühsame Konvertieren via Einzelbilder oder in einer entsprechenden Software.
http://www.panasonic.com/de/consumer/foto-video/lumix-g-wechselobjektivkameras/dmc-g81.html

Das Focus-Stacking wird uns aber wenig nützen, das kann doch nur mit MFT-Objektiv funktionieren und nicht am Mikroskop!??

Viele Grüße
Werner




Orthoplaner, der aber immer mehr mit dem Stemi fremdgeht

Heribert Cypionka

ZitatFocus-Stacking ... nur mit MFT-Objektiv funktionieren und nicht am Mikroskop

Das ist schon klar. Sollte aber im Makrobereich gehen, auch mit Zwischenringen...

Die G81 ist natürlich deutlich schwerer und teurer, sollte aber optisch keinen Unterschied machen.

Danke und besten Gruß

Heribert Cypionka

rheinweib

#3
Hallo Heribert,
genau das war der Grund (4K), weshalb ich mir kürzlich die Nikon1 J5 gekauft hab.
Eine kleine (wirklich kleine) spiegellose mit einem 1Zoll-Sensor und knapp 21 MP.
Die Freude war groß, als sie geliefert wurde, die Ernüchterung kam auch sehr schnell.
Wer so etwas vor hat, also am Mikroskop o.ä. in 4K zu filmen, sollte sicherstellen,
das die Kamera die Möglichkeit bietet, ohne Objektiv auszulösen.
Zwischen einem T2-Ring und der Kamera kann ja keine Kommunikation stattfinden,
der T2 ist stumm.
Ich weiß nicht, ob das bei allen spiegellosen der Fall ist, bei der Nikon J5 ist das so.
Behalten werde ich sie trotzdem, auch wenn ich nun doch nicht in 4K filmen kann,
weil sie im manuellen Modus doch auslöst, nur das filmen geht nicht, denn dafür
muss ich aus dem manuellen in den Filmmodus wechseln, und dann meckert sie,
weil kein Objektiv vorhanden ist.
Egal, sie hat genug Vorteile gegenüber einer DSLR, das ich bei der nicht funktionierenden
4K-Funktion beide Augen zudrücke.
In der Hauptsache ging es mir darum, die Mechanik der DSLR nicht mehr derartig zu
belasten, deshalb hab ich nur noch gefilmt/gestitcht. Nun kann ich auch wieder "ganz normal"
stacken, ohne das Gefühl zu haben, die Kamera zu quälen.
Sie hat ja keine Mechanik, die verschleißen kann, kein Spiegel, keine Verschlussmechanik....nix.

Fazit: wer mit dem Gedanken spielt, so eine Kamera am Mikroskop verwenden zu wollen, sollte
sich unbedingt vorher informieren, ob die Kamera auch ohne Objektiv arbeitswillig ist.

LG
Heike


WStephan

Hallo Heribert,
ich habe erste Tests mit der Panasonic GX8 im 4k-Modus gemacht.
30 Bilder/s während der Feintrieb  verstellt wird.

Funktioniert grundsätzlich, die ersten Ergebnisse lassen noch Raum für Verbesserungen.

Ich habe mit Picolay gestackt.
(gerne per Du)

Mikroskope:
Hertel & Reuss Studio II mit monok. Fototubus + akkugestützer LED Beleuchtung
Leitz SM-Lux mit Trino Tubus
Zeiss Standard 14 mit Diskussionswürfel

Heribert Cypionka

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten!

Jetzt bleibt die Frage an Werner: Lässt sich die Video-Aufnahme bei der GX8 auch starten, wenn kein Objektiv montiert ist?

LG
H.C.

WStephan

Hallo Heribert,

die GX8 (wie auch die GX7) macht auch ohne eine elektronische Rückmeldung vom Objektiv Bilder oder Filme.
Ich verwende relativ häufig Altglas über einfache mechanische Adapter, da gibt es keine Probleme.

(gerne per Du)

Mikroskope:
Hertel & Reuss Studio II mit monok. Fototubus + akkugestützer LED Beleuchtung
Leitz SM-Lux mit Trino Tubus
Zeiss Standard 14 mit Diskussionswürfel

Kurt Wirz

#7
Hallo

Beim Stacken von Tieren, die sich während des Stackens leicht bewegen oder Pflanzen die welken, gelingen die Stacks nur selten.
Verzichtet man auf eine extrem hohe Klarheit der Bilder, kann man auf das klassische Stacken mit Blitzlicht und der langen Zeit der Anfertigung von vielen Bildern, bis zu einer Stunde, verzichten. Dazu eignet sich das Video Aufzeichnungsverfahren im 4K Modus. Als Beispiel nenne ich hier die Nikon D500. Sie zeichnet 4K UHD Videos im MOV Modus auf, mit einer Auflösung von 3840x2160 mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde. Dazu wird der mittlere Bereich (3840x2160) des Fotochip (5568x3712) verwendet. Die Auflösung wird somit nicht reduziert, lediglich der Bildausschnitt wird in der Breite um den Faktor 1.45 und in der Bildhöhe um den Faktor 1.7 kleiner. Im Vergleich zum Vollformat mit einer Bildbreite von 36mm entspricht die Bildbreite von 16.2 mm dem Crop Faktor von 2.2. Beim Filmen im Full HD 1.080p Format (1920x1080Pixel) bleibt der Bildausschnitt in etwa erhalten, es werden jedoch bei der Nikon D500 jeweilen etwa 9 Pixel zu einem zusammengefasst, die Bildbreite entspricht, so wie beim Fotografieren dem Crop Faktor 1.53. Im Full HD 1.080p Format (1920x1080Pixel), sinkt somit die Auflösung.
Die Farbtiefe der 4K UHD Video beträgt 8Bit, dies entspricht der Farbtiefe des JPG Formates.
Sowohl die Empfindlichkeit (ISO) wie auch die Belichtungszeit kann frei gewählt werden, jedoch ist der Einsatz von Blitz mit einer extrem kurzen Abbrennzeit nicht möglich. Man ist somit auf den Einsatz von Dauerlicht angewiesen. So wie beim Filmen üblich, ist für eine gute Qualität sehr viel Licht nötig, dies auch deshalb, weil die verminderte Farbtiefe mit 8Bit eine absolut gute und genügend helle Beleuchtung benötigt. Die Empfindlichkeit sollte 100 ISO betragen und da die Kamera oder das Objekt beim Stacken, stetig bewegt wird, sollte die Belichtungszeit kürzer wie etwa 1/500 Sekunde betragen, denn nur so wird durch Verwischung, keine Reduzierung der Auflösung erreicht. Wie erwähnt ist deshalb sehr viel Dauerlicht nötig.
Die Nikon D500 speichert das Video im MOV Format ab, aus welchem man z.B. mit der Freeware IrfanView die Einzelbilder extrahieren kann und im BMP Format abspeichern kann. Die BMP Bilder können dann direkt mit Zerene Stacker gestackt und im 16Bit TIF Format abgespeichert werden. Bei Verwendung von Photoshop, können die Einzelbilder im TIF 8Bit Format gespeichert werden. Beim Rendern kann eine leichte Korrektur der Bilder (z.B. Helligkeit) vorgenommen werden. Beim Filmen im 4KUHD Format verändert die Nikon D500 die Bilder nur minim mit Schärfung, Kontrasterhöhung usw.. Für eine gute Retusche und Bearbeitungsmöglichkeit kann das Bild bei doppelter Grösse abspeichert werden.
Aus dem Erwähnten wird klar, dass die Bildqualität des 4K UHD und daraus erfolgten Stacks, nicht der Qualität eines klassischen Stacks entsprechen, der aus RAW Bilder hergestellt wurde.
Halten lebende Tiere kurzzeitig still oder welken Pflanzen sehr schnell, dann ist mit etwas geringerer Bildqualität ein Stacken mit dem 4K UHD Format möglich.

Bei der Nikon D500 wird für das Videoformat 4K UHD vom Fotosensor (23.5mm x 15.7mm) nur ein Bereich von 16.2 x 9.13 mm verwendet, die Auflösung in LP/mm bleibt somit erhalten, jedoch ist der Bildausschnitt kleiner. Für den gleichen Bildausschnitt muss somit weniger stark vergrössert werden, wie wenn mit der gesamten Chipfläche fotografiert wird. Die genutzte Bildfläche auf dem Sensor beträgt 148mm2, sie ist etwa doppelt so gross, wie beim analogen 16mm Filmformat jedoch immer noch um den Faktor 2.7 in der Fläche kleiner wie beim professionellen 35mm Filmformat. Die doppelte Fläche des 16mm Film-Bildformates bedeutet eine professionell akzeptable und gute Bildqualität.

Die Nikon D500 bietet ebenfalls die Möglichkeit bis zu 10 Bilder pro Sekunde im RAW Format mit voller Farbtiefe (12Bit oder 14Bit) und voller Auflösung anzufertigen, dies in einer Serie bis 200 Bilder. Verwendet man dazu mehrere Blitzgeräte mit gedrosselter Leistung (1/128 Leistung), ist die Qualität der Bilder, gut erkennbar besser.
Wenn eine Serie von 200 Einzelbilder für einen Stack reicht, ist dieses Aufzeichnungsformat dem 4K UHD Videoformat vorzuziehen.

Die Nikon D500 ist meine sechste digitale Systemkamera von Nikon (D300, D7000, D7100, D600, D810) betreffend Mitleid mit der Mechanik, hatte ich dieses nie und es ist bei mir auch noch nie eine dieser Kameras ausgestiegen.

Kurt


rheinweib

Zitat von: Kurt Wirz in Oktober 20, 2016, 23:15:37 NACHMITTAGS
Die Nikon D500 ist meine sechste digitale Systemkamera von Nikon (D300, D7000, D7100, D600, D810) betreffend Mitleid mit der Mechanik, hatte ich dieses nie und es ist bei mir auch noch nie eine dieser Kameras ausgestiegen.

Das ist wahr, lieber Kurt, Deine "Erbstücke" D300 und D7000 erfreuen sich bei mir bester Gesundheit,
obwohl ich Bildmengenmäßig auch nicht grade zimperlich war.

LG
Heike

Heribert Cypionka

Danke für die Hinweise, habe die GX 80 bestellt und werde dann berichten, was damit geht...

H.C