Schlittenmikrotom der Firma Jung - Suche nach schwarzem Emaillack

Begonnen von Holger x, Oktober 27, 2016, 12:22:11 NACHMITTAGS

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Hugo Halfmann

#15
Hallo Holger,

für angerostete Gleitbahnen nehme ich feinste Stahlwolle (0000) und Caramba. Ist der Rost weitestgehend weg, wechsle ich zu Stahlwolle und Petroleum. Eine andere Möglichkeit wäre, den Rost chemisch zu entfernen. Eine Umwandlung mit Phosphorsäure erscheint mir wegen der Veränderung der Oberfläche nicht sinnvoll. Das Abziehen der Gleitbahnen ist aber alles andere als trivial, deswegen sollte man nach Möglichkeit die Finger davon lassen. Ein Leitz Servicetechniker riet mir seinerzeit mit dem Hinweis auf den Aufwand davon ab: Es dauert einen Tag, bis man fertig ist. Wenn Du schleifen willst, musst du runter auf 3200er Korn.

Wenn deine Schlittenbahnen aus Eisen sind, handelt es sich um ein jüngeres Modell, ab 1915 wurden Buntmetalle im Reich ja knapp.

Übrigens: Bei meinem "Schlittenmikrotom nach Thoma No. 1" ist die eiserne Fußplatte komplett vernickelt - inkl. der gußrauhen Fläche.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Bob

Hallo Holger,

falls Du mal lieber Späne machst, als zu mikroskopieren:

http://www.plexxart.at/bastelstube/showthread.php?tid=5623

https://www.youtube.com/watch?v=i9pD5vIHJ8M&nohtml5=False

Hier wird gezeigt, wie man solche Rändelräder herstellen kann. Also mich juckt das schon in den Fingern...

Sehr schonend entrosten kann man auch per Elektrolyse. Dabei ergibt sich dann gar kein Abtrag des guten Materials.


Viele Grüße,

Bob

Holger x

Hallo Hugo,

Stahlwolle ist sicher auch eine Möglichkeit. Jeder hat vermutlich so sein System sich des Rostes zu entledigen. Ich denke nicht, dass man von den Führungen beim Reinigen mit Stahlwolle, feinem Wasserschleifpapier oder Schleifleinen etc. in Größenordnungen Material abträgt, was später zu Ungenauigkeiten bei der Nutzung des Mikrotoms führen könnte. Mit Phosphorsäre hab ich bislang bei Rost und auch oxidierten (leichtem Grünspan etc.) und vernickelten/verkromten Messingteilen nur beste Erfahrungen gemacht.

Letztendlich müsste man die unterschiedlichen Verfahren mal im direkten Vergleich bewerten. Da das Thema mich jetzt neugierig macht, werde ich vor dem Mikrotom mal ein geschliffenes Fühlerlehrenband anrosten lassen und dann mit den unterschiedlichen Methoden reinigen. Wozu hat man ein Mikroskop. Ob es da einen messbaren Abtrag bei den feinen Schleifmitteln gibt wäre auch interessiert. Mit dem Lack bin ich jetzt noch nicht wirklich weiter gekommen, dafür gibt es schon jetzt wieder reichlich Vorhaben fürs nächste Wochenende. Dennoch besten Dank für die anregenden Tipps.

Die Gleitbahnen will ich nicht wirklich abziehen. Beim Nachpolieren der Führungen von Werkzeugmaschinen haben wir früher mit 1000er Korn gearbeitet. Ich hab noch 3200er Micro-mesh Schleifleinen entspricht etwa 2000er Schleifpapier und ergibt beim Nachpolieren von Lackflächen einen seidenmatten Glanz.

Der Grundkörper meines Mikrotoms (Fuß + Schlittenbahnen) ist aus Eisen (Rost) – den unbehandelten Flächen nach aus Gußeisen und vollständig vernickelt - auch die gußrauhen Flächen (also ein ,,jüngeres Gerät").




Hallo Bob,
glatte Rändelräder kannte ich bereits in unterschiedlichen Ausführungen. Dass man sie auch konkav selber herstellen kann, daran hab ich noch nicht gedacht. Die Links sind wirklich interessant. Ob ich aufgrund einer verbogenen Stellschraube aber so tief einsteigen will bezweifele ich. Alternativ würde ich dann eher ein fertiges Werkzeug kaufen (http://www.zerspanungstechnik.de/2014/02/27/das-perfekte-profil/).

Man kann sich wirklich in den kleinsten Details verlieren - war zumindest mein erster Gedanke bezüglich des Entrostens per Elektrolyse. Dann hab ich nur mal interessehalber gegoogelt und ein Video auf YouTube gefunden. Ich bin wirklich platt wie einfach das ist. Scheint eine ziemlich schonende Lösung zu sein. Werde ich in jedem Fall mal testen.
Fürchte ich komme vom Hundersten ins Tausende – man hat ja sonst nichts zu tun!

Schöne Grüße
Holger

Hugo Halfmann

ZitatIch denke nicht, dass man von den Führungen beim Reinigen mit Stahlwolle, feinem Wasserschleifpapier oder Schleifleinen etc. in Größenordnungen Material abträgt, was später zu Ungenauigkeiten bei der Nutzung des Mikrotoms führen könnte.
Doch, glaub´s mir einfach. Im Idealfall gleitet der Messerschlitten auf dem Ölfilm über die ganze Bahn, wenn man ihn sachte anschubst. Unebenheiten führen zu ungleichmäßigen Schnitten, was unter dem Mikroskop dann deutlich sichtbar und einfach nur ein Ärgernis ist. Du schneidest im µm-Bereich und wenn die Fehler sich multiplizieren, merkt du das an unbefriedigenden Ergebnissen.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann