Mistel-Parasit mit keimenden Konidien

Begonnen von Heiko, April 14, 2017, 23:50:55 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Heiko


Hallo,

Viscum album wird von Sphaeropsis visci befallen. Sprossachsen und Laubblätter sind dann mit Sporenbehältern (Pyknidien) übersät, in denen asexuelle Sporen (Konidien) gebildet werden. 


Schnitt durch den oberen Teil zweier Pyknidien mit Ostiolen zur Konidienfreisetzung.




Offenbar waren etliche Pyknidien vollreif, denn durch das Einweichen eines Mistelblatts wurden Unmengen der der großen Konidien freigesetzt, die zu keimen begannen.

Viele Grüße,
Heiko

Schrodt

Guten Morgen Heiko,

danke für die schöne Dokumentation.

Herzliche Mikrogrüße
Jürgen aus Hemer

A. Büschlen

Hallo Heiko,

wiederum eine interessante Doku.

Liegen die Objekte in Wasser und wurde das dritte Bild mit schiefer Beleuchtung gemacht?

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Heiko

Hallo Jürgen und Arnold,

danke Euch für die netten Worte.
Ja, es handelt sich um Frischpräparate in Wasser, alle schief beleuchtet. Die Objektive reagieren dabei unterschiedlich, das 16er besonders gefällig.
Hier noch einmal zwei Konidien mit dem 40er, ebenfalls schief beleuchtet:



Viele Grüße,
Heiko

koestlfr

Hallo Heiko!

Spannendes Thema, tolle Fotos!

... die arme Mistel ...

Ich habe schon mehrfach Misteln geerntet und geschnitten, aber diesen Parasiten noch nie darauf gefunden.

Hast du schon einmal die Haustorien geschnitten?
Liebe Grüße
Franz

Heiko

Hallo Franz,

befallene Blätter und Zweige findend man abgefallen unter dem Wirtsbaum:



An ein Haustorium hab' ich mich noch nicht gewagt, aber in die Beere schon einen Blick riskiert: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=24288.msg180850#msg180850

Viele Grüße,
Heiko

koestlfr

Liebe Grüße
Franz

Peter Reil

Hallo Heiko,

schöne Darstellung!

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Klaus Herrmann

Lieber Heiko,

sehr schöne Darstellung und gute Anregung. Bedeutet also : nicht nach oben, sondern nach unten schauen, wenn man unter einem bemistelten Baum steht. Wenn es aufhört zu schneien gehe ich doch glatt in den Wald!

Eine Frage: wenn die "Großaufnahme" mit dem 40er gemacht wurde mit welchem dann die 2. von oben? Sind die so groß?

Und Anregung: Osterzeit ist doch Färbezeit: ein Tropfen Lactophenolblau wäre sicher ganz alternativ!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Heiko

Ja, lieber Klaus,

die goldene Sichel kann getrost zu Hause bleiben. Achte auf besonders gelbgrüne Bruchstücke.
Die Konidien sind so groß, dass man sie im Gelände schon mit bloßem Auge erkennt. ;) Deshalb hab' ich auch nicht gemessen, laut Literatur um die 50µm.

Viele Grüße,
Heiko