Gemischte Nutzung von RMS/M27 Objektiven am selben Revolver

Begonnen von reblaus, Januar 27, 2018, 12:35:10 NACHMITTAGS

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reblaus

Hallo -

aus Anlass eines anderen Beitrags hier einige Erfahrungen zur RMS/M27-Adaptions-Problematik unter der ich selbst mit 2 Axio-Mikroskopen leide:

Anfang der 80er-Jahre wurden dies ersten Unendlich-Mikroskope von Zeiss (Axios) zunächst alternativ mit RMS- oder M27-Revolvern ausgeliefert. Es gab auch teure Adapter um vorhandenen edle Endlich-Objektive an den neuen Mikroskopen weiterverwenden zu können. Die neueren Objektive waren dann lange Jahre alternativ ebenso mit beiden Gewinden erhältlich. Derzeit sind im Zeiss-Online-Shop nur noch ganz wenige mit RMS-Gewinde im Angebot, weil bei den neueren Axios dieses Gewinde ganz abgeschafft wurde.
Dadurch kommt es, dass die älteren "erschwinglichen" Unendlich-Objektive auf dem Gebrauchtmarkt meist RMS-Gewinde aufweisen.
Wenn man also mit einem begrenzten Etat auskommen will, ist man sowohl bei Revolvern wie Objektiven auf Zufallskäufe angewiesen und es tritt unweigerlich das Problem der Mischbestückung und deren möglich Kosten auf. Hier deshalb meine erschwingliche Lösung:

1) Die Adaptation von M27-Objektive an RMS-Revolver ist zwar möglich und es gibt auch becherförmige Adapter dafür im Internet. Aber diese tragen am Revolver stark auf. Bei gemischter Bestückung müssen auch für die RMS-Objektive 2 mm Verlängerungsringe mit RMS innen und außen hergestellt werden und wenn einzelne Objektive zu dick sind, müssen manche Plätze freibleiben - vergiss es!

Die Adaptation von RMS-Objektiven an M27-Revolver geht hingegen besser:

2) Zeiss hat einen Adapter gefertigt  (44 49 10) mit dem RMS-Objektive bis zu einem Korpusdurchmesser von 24 mm ohne Änderung des Arbeitsabstandes eingeschraubt werden können. Dies geht z.B. mit den ersten PlanNeofluaren (24 mm) oder den einfacheren Achromaten und A-Planen ganz gut, aber leider sind die meisten späteren Varianten, vor allem die edleren, dicker. EDIT: Einige neuere, dickere RMS-Objektive haben eine spezielle Auflagefläche mit Konus, für die ein Adapter der Dicke Null (1095-168) angeboten wurde - leider aber selten.
3) Bei den älteren dicken, ohne diese spezielle Auflagefläche kann man sich mit einem 3 mm Schraubring (Höhe 3 mm, IGew. = RMS, AG = M27) behelfen mit dem man das Gewinde vergrößert - ich habe mir solche von Adaptern 44 49 10 bzw. ähnlichen (namenlosen) abstechen lassen.
3 a) Leider funktioniert dies nur bei RMS-Objektiven, deren Auflagefläche mindestens 30 mm breit ist, sonst geht die Anschlagfläche des Objektivs verloren - das Gewinde allein liefert keine Präzision und man schraubt in das 27 mm Gewindeloch zu tief ein.
3 b) Bei RMS-Objektiven des Korpusdurchmessers zwischen 25 und 27 mm (z.B. ältere PlanApochromate, Fluare) braucht man also zusätzlich einen Unterlagsring (D=1mm, ID = RMS, AD 30 mm+) der unter den Adapterring geschraubt wird und eine neue Auflagefläche liefert
Dieser Ring vergrößert jedoch den Arbeitsabstand um 1 mm.
3 c) Bei einer Gemischtbestückung RMS/M27 braucht man also auch sowohl für die M27er als auch für die mit dem Ring 44 49 10 adaptierten Objektive (die ja eigentlich passen), einen zusätzlichen Unterlagsring (D=1 mm, ID = 27 mm, AD = 32 mm). Dessen Außendurchmesser muss größer sein als die 30 mm Auflagefläche der dünnsten M27-Objektive, weil deren Gewinde hinterdreht sind und der Ring dadurch Spiel hat.

Anmerkung: Dank des Unendlich-Systems treten bei diesen Adaptationen keine Problem mit der DIC-Einrichtung auf, allerdings leidet die Präzision und man muss sowohl mit schlechterer Parfokalität als auch mit verstärktem Wandern des Bildfelds und der Ausleuchtung rechnen.

Weitere Erfahrungen willkommen! Bilder würde ich ggf. bei gesteigertem Interesse erstellen.

Viele Grüße

Rolf