Schalenverformung encystierter Arcella catinus

Begonnen von Cuxlaender, August 17, 2018, 12:14:38 NACHMITTAGS

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Cuxlaender

Moin,

Arcella catinus ist eine häufige Testacee in feuchten Sphagnum-Rasen (z. B. Sp. palustre).
Sie ist ca. 128-133 µm groß (Ferry Siemensma), schüsselförmig, recht unregelmäßig geformt, oft fast rechteckig und wirkt meist zerknautscht.
hier ein eher regelmäßig rundes Exemplar:


Wie alle flachen Testaceen läßt sie sich nur ungern von der Seite fotografieren:


Bemerkenswert  ist die geringe Größe der Wabenzellen der Schale von ca 0,4 µm (üblich bei Arcellen sind ca 1,5 µm). Das erklärt vielleicht die ungewöhnliche  Verformbarkeit der Schale, wie unten beschrieben:


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Im Oktober vergangenen Jahres fand ich im Torfmoosrasen in einem Birken/Erlenbruch zusammen mit "normalen" Schalen zahlreiche durch Enzystierung aufgeblähte Formen. Diese Besonderheit hat zuletzt 1928 George Deflandre gezeichnet. Seitdem habe ich keine weiteren Abbildungen dieses Phänomens gefunden.

Ich zeige daher hier eine Auswahl meiner Fotos der enzystierten Schalen in allen Lebenslagen:













Der ausgestülpte Mund:


Man findet fast nur leere Schalen von A. catinus. Von den enzystierten Formen fand ich einige lebende Exemplare:



Die Fotos sind nicht von der hier gewohnten Qualität, ich hoffe, dass ihr den Beitrag trotzdem interessant findet.

Viele Grüße,
Hans

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Zeiss KF2,  Zeiss Achromat 40x, Kamera  ToupCam 5.1 MP.Die Aufnahmen sind gestackt.






WinfriedK

He Hans,

woher weißt Du, daß die enzystiert sind?

Und dazu noch durch selbiges aufgebläht?

Als Laie verbinde ich Enzystierung mit vertrocknet und geschrumpelt.

Aber ich bin ja kein geprüfter Experte.

Winfried

Cuxlaender

Hallo Winfried,

Wikipedia: "Zyste, Dauerform bestimmter Einzeller,  die sich bei ungünstigen Lebensbedingungen wie Trockenheit oder Nährstoffmangel bilden. Besonders Einzeller, die in trockenfallenden Gewässern leben, haben die Fähigkeit zur Zystenbildung, der Enzystierung."
Bei Schalenamöben sind  solche Zysten rund und bleiben in der Schale, die sie nach der Wiederbelebung weiter bewohnen.
In der Regel passt die Zyste in die bestehende Schalenform. Einzige Ausnahmen sind Arcella catinus und die nahe verwandte A. arenaria. bei denen die ziemlich große Zyste die Schale derartig aufbläht.
Diese Besonderheit wurde anscheinend nur selten beobachtet, abgebildet hat sie, soweit ich weiss, nur Georges Deflandre 1928, siehe hier:



Viele Grüße,
Hans