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Es wackelt

Begonnen von Kurt Wirz, April 07, 2019, 13:00:46 NACHMITTAGS

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Kurt Wirz

Hallo

60:1 ohne stabiles Mikroskop, sondern mit einem Foto Reprostand und das in einem Haus von 1822 mit grossen Räumen.
Da kommt nichts zur Ruhe, Erschütterungen sind stetig vorhanden.
Das zweite Problem mit einem NIKON M Plan, 60/0.7 ELWD, 210/0 ist die geringe Schärfentiefe von 0.001mm.
Fertige ich mehrere Bilder bei unverändertem Focus hintereinander an, so verändert sich von Bild zu Bild, bedingt durch Boden- und Kameraerschütterung, der Focus stetig.
Ein weiteres Problem bei Focus Stacking ist, dass mein Stackschlitten (StackShot von Cognisys) wohl theoretisch Schritte von 0.000496mm bewerkstelligen kann, sie in der Praxis aber ohne weiteres, nur halb so gross, oder auch doppelt so gross sein können.
Rein theoretisch also unmöglich einigermassen akzeptable Stacks herzustellen.

In der Praxis verwende ich vier Blitzgeräte mit gedrosselter Leistung, die Blitz Abbrennzeit beträgt etwa 1/20000 Sekunde.
Fertige mit dem Schlitten die kleinstmöglichen Schritte an und bei jedem Schritt des Schlittens werden 2 Bilder belichtet.

Verfolgt man bei den Einzelbildern der Focus Stacking Serie, wie die Schärfenebene durch das Bild wandert, ist das ungleichmässig, mal geht er vor, mal zurück und das in kleinen oder grossen Schritten.
Das Stacking Programm macht daraus ein Bild, das ich akzeptieren kann.

Schmetterlingsschuppen des Regenbogenfalters (Urania ripheus).
Auch bei schon länger bekannten Objekten, kann man Neues entdecken.
Hier ist mir zum ersten Mal eine braune gitterförmige Schuppe aufgefallen,
Die Maschengrösse beträgt etwa 2µm x 1.5 µm.
Das NIKON M Plan, 60/0.7 ELWD, 210/0 am Vollformat (Nikon D810), lässt im Nachhinein einen optimalen Beschnitt im Bild zu (Bildbreite um 32%, Bildhöhe um 24% beschnitten).

Demnächst ziehe ich um, in ein Haus, das nur minim älter ist wie ich. :)
Ob dann meine Bilder besser sind, bezweifle ich.



Ein Bildausschnitt:



Kurt

Heiko

Hallo Kurt,

nur gut, dass Du uns von Deinem ,,Katzenjammer" berichtest.  ;)
Tatsächlich fallen die geringen Artefakte doch erst bei wirklich sehr vergrößerter Ansicht auf, wenn Du quasi mit dem Finger darauf zeigst, wie in Heikes Forum.
Mir gefallen diese ,,verwackelten Aufnahmen" sehr gut.

Viele Grüße,
Heiko

Lupus

 Hallo Kurt,

wenn sich durch Erschütterungen die Fokuslage im Bereich von 1/1000 mm verändert, müsste sich das doch auch  durch seitliche Bewegungen bemerkbar machen? Das scheint aber offensichtlich nicht der Fall zu sein sonst wären die Schuppenstrukturen verwaschener. Oder schwingt der Aufbau nur in axialer Richtung?

Hubert

xf00741

Hoi Kurt


Versuch es mal damit: https://www.edmundoptics.de/p/hemisphere-foot-package-of-4-sorbothane-bumpers/4139/


Ich habe da meine Stackingeinrichtung (ca. 27 Kg Lebendgewicht) drauf stehen. Ist zwar etwas wabbelig, aber dämpft eine ganze Menge weg. Ich hatte anfang vier davon, da aber die Station im Bereich der Säule erheblich schwerer ist, habe ich jetzt sechs drunter.


Funktioniert übrigens auch am Standard WL.


https://www.stonemaster-forum.de/t374f12-Vibrationsdaempfung.html


Gruss
Jörg



Zeiss Standard WL IV FL
Zeiss Standard WL DL, POL, DIK
Wild M5

Kurt Wirz

Hallo Hubert

Es wackelt in allen Richtungen.
Die Stacking Software kann xy Veränderungen erkennen und korrigieren,
so ebenfalls führt auch eine Abweichung in der z Richtung zu keinen Problemen.

Hallo Jörg
Was ich mit meinem Beitrag zeigen wollte ist:
Es benötigt keinen Steinmeister und keinen Gummi,
sondern lediglich eine kurze Belichtungszeit!

Kurt

Lupus

Hallo Kurt,

ZitatEs wackelt in allen Richtungen.
Die Stacking Software kann xy Veränderungen erkennen und korrigieren
der Nachteil ist nur, dass die Kompensation in xy-Richtung durch die Software normalerweise nicht vollständig ist. Ein Auflösungsverlust im Vergleich zu erschütterungsfreier Aufnahme ist dann fast unvermeidlich. Aber das dürfte in den meisten Fällen natürlich nicht auffallen.

Hubert