Mikrofotografie mit CZJ Technival, kurzer Trinotubus und Projektiv

Begonnen von thewanderer, Januar 19, 2024, 21:03:38 NACHMITTAGS

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thewanderer

Hallo in die Runde,

ich möchte mal eine Frage an die Technival-Citoval-Nutzer unter euch richten. Ich besitze einen Trinotubus mit kurzem Ansatz, einem Projektiv 5:1 und einem schwarzen Verlängerungstubus mit Schwalbe, vermutlich von PZO (kann ich nicht genau sagen). Diese Kombination ist über einen Adapterring mit einer Canon EOS verbunden. Nun versuchte ich damit Mikrofotos zu erstellen (Testphase). Das geht auch gut bei kleiner Vergrößerung, gehe ich höher werden die Fotos aber zunehmend unscharf bzw. bekomme ich nichts richtig fokussiert.

Nun bin ich auf dem Gebiet Eleve und benötige einen Rat bzw. erstmal die Info, ob die Kombination (siehe Foto) überhaupt dafür geeignet ist und ob und was ich ggf. falsch mache.

Könnt ihr mir da helfen?
Danke und Gruß
Thomas
Technival / Citoval-Nutzer

Gerd Schmahl

Hallo Thomas,
kurz nachgefragt: Du siehst in den Okularen ein scharfes Bild, aber die Kamera spuckt bei den höheren Vergrößerungen (die ja eine sehr viel kleinere Schärfentiefe haben) unscharfe Bilder aus, bzw. Du müsstest geringfügig umfokussieren für scharfe Bilder?

Dann mach es mal umgekehrt: Stelle über die Kamera scharf und verstelle die Okularhöhe über die Verstellmöglichkeiten an den Okularstutzen, bis Du auch hier scharfe Bilder hast.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

thewanderer

Hallo Gerd,

danke für deinen Tipp! Der Versuch der Fokussierung über die Kamera selbst ist schon erfolgt. Ich bekomme da leider nichts scharf im Bereich großer Vergrößerungen.

Wenn ich es schaffe, mache ich morgen mal neue Fotos und stelle sie hier ein.
Ggf. lässt sich darüber besser einschätzen, was hier das Problem sein könnte. Der Vorbesitzer kämpfte wohl mit dem selben Problem, begnügte sich jedoch mit den eher benötigten kleinen Vergrößerungen.

Gruß
Thomas
Technival / Citoval-Nutzer

Gerd Schmahl

Hallo Thomas,
wenn Du zu sehr umfokussieren musst, so dass Du das an den Okularstutzen nicht ausgleichen kannst, dann stimmt wahrscheinlich der Abstand der Kamera nicht. Der Abstand muss bei Zeiss-Jena 125mm von der Auflagefläche des Projektives bis zur Filmebene/Sensorebene betragen. Mache mal bitte Fotos von Deiner ganzen Adaption. Eventuell ist das schwarze Teil zu kurz oder zu lang. Das Auflagemaß der Kamera spielt da ja auch mit rein und ein eventuell benötigter Adapter auf den jeweiligen Kameraanschluss.

Du wirst wohl auch kleineres Projektiv brauchen. Damit wirst Du selbst bei einer Vollformatkamera nur einen zentralen Teil des Bildes fotografieren können, den Du in den Okularen siehst. Ein 2,5:1 wäre für eine EOS gut, ist deshalb aber auch gesucht und entsprechend teuer.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

HCLange

Hallo Gerd,

der Abstand von der Auflagefläche des Projektivs bis zur Filmebene/Sensorebene beträgt nicht 125mm, sondern 147mm. Woher hast du das Maß 125mm ?

Herzliche Grüße
Christoph

Gerd Schmahl

Hallo Christoph,
sorry, da habe ich das wohl mit der optischen Kameralänge verwechselt, die für die Ausatzkameras üblicherweise 125mm beträgt, wie ich gerade im BEYER nochmal nachgeschlagen habe. Eine konkrete Angabe über die Länge Auflagefläche Projektiv - Filmebene habe ich leider nicht finden können.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

thewanderer

Moin,

zunächst vielen Dank für eure Antworten. 147 mm kommt hin mit Abstand Aufagefläche Projektiv / Abstand Sensor (grob nachgemessen). Anbei ein Foto des Binos mit montiertem Trino und Kamera. Adapterring ist ein M42 für EOS.
Weiterhin drei Fotos einer Briefmarke bei Revolverstellung 0,5, 1 und 5.

Was ich beobachten konnte ist, dass die Fokussierebene beim Verstellen des Feintriebes ohne Scharfeinstellung in der Kamera durchläuft. Es ist richtig, dass auch nur ein Teil des Bildausschnittes im Okular durch das Projektiv wiedergegeben wird. Die Bildschärfen im Okular und auf dem Sensor der Kamera treten auch nicht zeitgleich auf, möchte ich ein möglichst scharfes Foto machen, dann muss ich über über die Kamera fokussieren (was umständlich ist). So richtig zufrieden bin ich eigentlich auch mit den Fotos bei kleiner Vergrößerung nicht, da die eigentlich auch leicht unscharf sind.

Ich hoffe, ich habe mich zu den technischen Details halbwegs verständlich ausgedrückt.

Bin sehr gespannt auf eure Einschätzungen!
Dafür schonmal herzlichen Dank!
Thomas
Technival / Citoval-Nutzer

Mikroman

Moinsen,
die gezeigten Bilder sind tatsächlich nicht so scharf. Ich würde hier Teile des Fotoequipements wechseln. Genauer gesagt statt des Projektivs ein entsprechendes Fotookular einsetzen (so dass man das Motiv genauso scharf sieht wie durch den Bino), einen Adapter und als Relaisoptik ein 40mm Pancake an der Canon.

Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)

thewanderer

Hallo Mikroman,

danke für den Tipp! Weitere Investitionen muss ich mir erst gut überlegen, da ich das Foto-Equipment nicht so oft nutze. Die Überlegungen gehen gegenwärtig in Richtung Okularadapter für's Smartphone, für Doku-Fotos wäre das erstmal ausreichend. Mal sehen.

Danke und Gruß!
Thomas
Technival / Citoval-Nutzer