Dosisleistung/Wirksamkeit einer UV-LED

Begonnen von Reinhard, Oktober 22, 2020, 10:19:02 VORMITTAG

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Reinhard

Hallo Wilfried,

.....Meine Baumwollmasken, die ein Vlies aus der Staubsaugertechnik enthalten, das locker mindestens ffp2 entspricht.....

alles schön und gut; zur Charakteristik einer FFP-Maske gehört aber auch, daß sie allseits so dicht abschließt, daß nur sehr geringe Luftströme
an der Maske vorbei eingesogen werden; meine Dräger FFP2 z.B. hat einen speziellen Faltungsmechanismus, der, aufgeklappt, zu einer exakten
"Anatomie" führt, die so gut wie keine "Nebenluft" zulässt.
Dazu gehört auch unbedingt ein Zügel, der über den Hinterkopf zieht. (neben dem zweiten im Nacken)

Ich glaube also nicht, daß es ausreicht, nur das "richtige" Material in seine Stoffmaske einzuziehen; die ungefilterte Luft (mitsamt Aerosol)
wird umso mehr an den Seiten, die ja oft weit abstehen, eingezogen.
Ich würde die Wirksamkeit auch einer Stoffmaske mit "high tec"-Einlage als gering einstufen!

Aber das Problem, soweit es Corona (und viele andere Viren) angeht, ist doch gelöst!!! (s.o.):
trochenes Erhitzen für 5-10 min auf 80°C in einem gut regelbaren (Labor-)Schrank

Alle weitere Überlegungen würden sich nur auf die Bakterien der Rückseite der Maske beziehen.

Sterile Grüße
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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www.mikrochemie.net

Gereon

#31
Hallo zusammen,

die Wirkungsweise der Elektret-Filter ist mir nicht durch die Veröffentlichung von Uvex, 3M, Dräger usw. bekannt, sondern durch Untersuchungen eines Herstellers dieser Filtermaterialien, der nicht an Endverbraucher verkauft. Zitiert habe ich Uvex nur, weil ich damit einen Beleg für meine Aussage bringen wollte. Das dieser Beleg wegen möglicher Gewinn-Interessen angezweifelt würde, ist mir nicht in den Sinn gekommen, weil mir das Filterprinzip unabhängig davon klar war.
Der gleiche Effekt - Verlust der Elektrostatischen Ladung - ist übrigens auch aus einem ganz anderen Bereich bekannt: Elektret-Kondensatormikrofone sind ebenfalls feuchtigkeitsempfindlich. (Zur Erklärung: Bei einem Kondensatormikrofon bildet die Sprechmembran zusammen mit einer gegenüber in geringem Abstand angeordneten Metallplatte einen Kondensator. Beim Besprechen ändert sich dieser Abstand und damit die Kapazität des Kondensators. Für den Betrieb bedarf es einer Polarisationsspannung zwischen den beiden Flächen und damit einer Spannungsquelle. Bei Elektretmikrofonen entfällt diese Spannung, weil sie wegen der statischen Aufladung der Membran sozusagen auf dieser "eingefroren" ist.)
Im Laufe der Zeit geht diese Ladung verloren und die Mikrofonkapsel wird unbrauchbar. Deshalb sollte auch nie ein Funktionstest durch das beliebte Anblasen erfolgen, hier wird die Kapsel mit der feuchten Atemluft regelrecht beschossen und ihr früher Tod provoziert.

Vielleicht kann ich damit zeigen, dass es bei den Aussagen zur Wirksamkeit von FFP-Masken nicht um Methoden zur Umsatzsteigerung geht, sondern um die sachliche Beurteilung der Schutzwirkung.
In der DGUV-Regel 112-190 ist übrigens auch festgelegt, dass selbst Masken mit der Kennzeichnung "R" (für reusable) gegen luftgetragene biologische Schadstoffe nur einmal und höchstens für 8 Stunden getragen werden dürfen. (DGUV: Deutsche Gesetzliche Unfall Versicherung).

In der Hoffnung, damit zu einer sachlichen Diskussion beigetragen zu haben, wünsche ich allen ein schönes und gesundes Wochenende

Gereon

wilfried48

#32
Zitat von: Reinhard in Oktober 24, 2020, 10:50:33 VORMITTAG
Hallo Wilfried,

.....Meine Baumwollmasken, die ein Vlies aus der Staubsaugertechnik enthalten, das locker mindestens ffp2 entspricht.....

alles schön und gut; zur Charakteristik einer FFP-Maske gehört aber auch, daß sie allseits so dicht abschließt, daß nur sehr geringe Luftströme
an der Maske vorbei eingesogen werden; meine Dräger FFP2 z.B. hat einen speziellen Faltungsmechanismus, der, aufgeklappt, zu einer exakten
"Anatomie" führt, die so gut wie keine "Nebenluft" zulässt.
Dazu gehört auch unbedingt ein Zügel, der über den Hinterkopf zieht. (neben dem zweiten im Nacken)

Ich glaube also nicht, daß es ausreicht, nur das "richtige" Material in seine Stoffmaske einzuziehen; die ungefilterte Luft (mitsamt Aerosol)
wird umso mehr an den Seiten, die ja oft weit abstehen, eingezogen.
Ich würde die Wirksamkeit auch einer Stoffmaske mit "high tec"-Einlage als gering einstufen!

Aber das Problem, soweit es Corona (und viele andere Viren) angeht, ist doch gelöst!!! (s.o.):
trochenes Erhitzen für 5-10 min auf 80°C in einem gut regelbaren (Labor-)Schrank

Alle weitere Überlegungen würden sich nur auf die Bakterien der Rückseite der Maske beziehen.

Sterile Grüße
Reinhard

Hallo Reinhard,

da hast du natürlich völlig Recht, der Dichtsitz ist eine nicht zu vernachlässigende Grösse. Insbesondere wenn man nicht nur von vorne
angeströmt wird sondern allseitig von Partikeln umgeben ist.
Unsere Tests mit natürlichen Staubpartikeln < 0,3 µm, von denen man ja im Raum ständig umgeben ist, ergab dass der Dichtsitz bei FFP2 und FFP3 sogar das Rückhaltevermögen bestimmt. Gemessen wurde mit einem Kunstkopf auf den dicht Masken mit bestmöglicher Sorgfalt gespannt wurden. Keine kam auf ein besseres Rückhaltevermögen als 70% was etwa einer gewöhnlichen OP Maske entspricht.
Erst als wir den Maskenrand mit Silikonmasse verfüllt haben wurden die Werte des Maskenmaterials erreicht.
Ich glaube daher nicht, dass die vorgeformten und am Rand doch relativ starren FFP2 und FFP3 Masken bei einer isotropen Partikelumgebung in Praxis ihr Rückhaltevermögen erreichen, insbesondere weil es doch viele verschiedene Kopfformen, Bartträger etc. gibt.
Warum erreichen sie es dann im DIN/EN Normtest trotzdem ?
Dazu muss man sich diese Prüfvorschrift mal genauer ansehen:
Ein Mensch der die Maske trägt, läuft auf einem Laufband mit definierter Geschwindigkeit. Das ganze befindet sich in einer Kabine und der laufende Maskenträger wird im Kopfbereich von vorne mit einem Spühnebel aus NaCl Aerosolen angesprüht. Neben der Maske befindet sich ein Sensorröhrchen, das die Anströmungaerosole aufnimmt und unter der Maske befindet sich dasselbe Sensorröhrchen das die unter die Maske gelangten Aerosole aufnimmt.  Beide Kanäle werden einem Differenzflammspektrometer zugeführt das die Differenz des Na Gehalts misst und damit kann man das Rückhaltevermögen in Prozent bestimmen.
Vielleicht spielt bei diesem Test der Dichtsitz keine so grosse Rolle.

Jedenfalls haben die damals in Mangelzeiten mehrmals dampfsterilisierten Masken nach Aussage der Klinik diesen Normtest bestanden.

Natürlich reicht es wahrscheinlich auch die Masken nur im Backofen bei 90 Grad zu "sterilisieren". Ich koche meine Masken trotzdem vorher kurz in Feinwaschmittellauge auf damit sie nachher nicht nur nach desinfiziertem "Atemschmodder" riechen.

Die Elekrettheorie mit den gereckten Fasern in den Masken, halte ich bei Aerosolen für reine Werbefantasie.  Die einzige wissenschaftliche  Untersuchung, die ich da gelten lassen würde wäre, dass man mit Aerosolen testet, die fluoreszenzmarkierte 100nm Partikel enthalten, und sich nachher die Partikelanhaftung an gereckten und ungereckten Fasern im hochaufflösenden konfokalen Fluoreszenzmikroskop ansieht.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Lupus

Hallo Wilfried,

ZitatUnsere Tests mit natürlichen Staubpartikeln < 0,3 mµ .... ergab dass der Dichtsitz bei FFP2 und FFP3 sogar das Rückhaltevermögen bestimmt.
Strömungstechnisch ist das eigentlich klar. Ein System mit verschiedenen möglichen, verzweigten Strömungspfaden verhält sich analog wie z.B. der Strom in einem elektrischen Widerstandsnetzwerk. Wenn ich zwei Widerstände parallel schalte und eine Spannung anlege fließt in jedem eine Stromstärke die sich umgekehrt proportional zu seinem Widerstand verhält. Wenn also eine FFP2 Maske einen Filter mit typ. 94% Abscheidegrad hat und ich seitlich am Gesicht zwei Spalte offen lassen würde die z.B. einen gleich großen Strömungswiderstand besitzen wie der Rest der Maske, dann fällt die Filterwirkung auf unter 50% weil die Hälfte des eingeatmeten Luftstroms nicht gefiltert wird. Und ein offener Spalt hat einen erstaunlich geringen Strömungswiderstand., man muss nur die Lippen zur Demonstration zu einem Spalt schließen und ausatmen, man spürt wie leicht das geht.

Ein Kunstkopf ist aber problematisch, er hat nicht die Elastizität des Hautgewebes incl. Fettschicht im Gesicht. Ich habe die Dichtigkeit von FFP2 und FFP3 (3M) Masken schon mehrfach subjektiv bei mir getestet, die sitzen fantastisch wenn man den Nasenbügel gut anformt, das ist der Schwachpunkt fast aller Masken. Die 3M hat dort sogar zusätzlichen Schaumstoff zur Abdichtung.

ZitatDie Elekrettheorie mit den gereckten Fasern in den Masken, halte ich bei Aerosolen für reine Werbefantasie.
Das kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt zu dem Thema genügend bestätigende Untersuchungen, auch über die Änderung der Wirkung der Aufladung durch äußere Einflüsse. Ein ganz kleiner Auszug ist in den Referenzartikeln beispielsweise dieses Beitrages nachzulesen.
https://www.ingenieur.de/fachmedien/gefahrstoffe/partikel/einfluss-von-entladungsmethode-und-aerosolmaterial-auf-die-abscheideeffizienz-von-elektretfiltern/

Richtig ist dass es kaum genauere Untersuchungen gibt, wie gut das Rückhaltevermögen für ganz spezifische Kleinpartikel bis hinunter zu Viren ist. Nur - dann ist auch Zweifel an der Wirkung jeder Art konventioneller Filter angebracht.

Hubert

wilfried48

Hallo Hubert,

der Artikel selber gibt natürlich nur die Wirkung für mittels mit einer Hochspannungsentladung hoch aufgeladene Aerosole bei Raumluftfiltern wieder.
In der Einleitung sind allerdings auch Artikel über die Wirkung auf Aerosole mit wenig Ladung erwähnt, die müsste man sich mal genauer ansehen, ob das auf Aerosole mit virengrossen Partikeln (100nm) Atemluft übertragbar ist.

Viel Ladung werden diese, wenn sie direkt aus der Atemluft deines Gegenübers kommen, jedenfalls nicht haben.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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wilfried48

#35
Zitat von: Lupus in Oktober 24, 2020, 16:25:59 NACHMITTAGS
...
Ein Kunstkopf ist aber problematisch, er hat nicht die Elastizität des Hautgewebes incl. Fettschicht im Gesicht. Ich habe die Dichtigkeit von FFP2 und FFP3 (3M) Masken schon mehrfach subjektiv bei mir getestet, die sitzen fantastisch wenn man den Nasenbügel gut anformt, das ist der Schwachpunkt fast aller Masken. Die 3M hat dort sogar zusätzlichen Schaumstoff zur Abdichtung.
....

Der Kunstkopf ist aus elastischem Silikon und eigentlich sogar ideal um die Maske dicht draufzuspannen. Aber der gleichmässige Anpressduck war halt schwierig herzustellen, ich glaube nicht, dass das am eigenen Kopf oder gar beim Durchschnitt der Personen besser gelingt. Bei mir mit Bart sowieso nicht, ich war daher knapp dran ihn wegen Corona abzurasieren. Das wäre das erste mal nach über 40 Jahren. Im Moment halte ich ihn halt möglichst kurz.  ;D

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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Reinhard

Hallo Wilfried,

wenn Du Deinen Bart nur kürzt, machst Du aus Deiner FFP2-Maske eine schlechte FFP1-Maske.
Es hilft nichts; ich habe Schneisen dort in den Vollbart geschnitten, wo die Maske anliegen muss und
die halte ich täglich frei.
Du könntest natürlich noch die "Nivea.Methode" anwenden!
Diese besteht darin, den Bart an den Aufliegestellen dick mit Niveacreme einzustreichen, um Dichtigkeit
herzustellen.
Die Methode wurde mir nahegelegt, als ich mir gegen Ende meiner BW-Zeit (73) einen Vollbart wachsen ließ
und prompt noch zweimal eine Gasmaskenübung in einem Tränengas-geschwängerten Raum durchführen musste.
Über Nivea saß die Maske völlig dicht.

Viele Grüße
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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mlippert

Nass machen bzw. Waschen sowie UV Licht würde ich lassen. Beides beeinträchtigt die Maske. UV in ausreichender Dosis geht zwar, aber nur wenige Male, dann ist die Maske ebenfalls beschädigt. Leg sie in den Wärmeschrank bei 70 Grad für 20 min, das sollte reichen und lässt die Maske intakt.

Gereon

#38
Hallo zusammen,

mich würde interessieren, wie es mit der Möglichkeit aussieht, die Masken mit Ozon zu desinfizieren. Hat dazu jemand Informationen?
Der Vorteil wäre, dass Ozon als Gas die Maske durchdringen würde und damit Abschattungseffekte, wie sie bei Strahlen möglich sind, vermieden werden könnten.
Außerdem sind Ozongeneratoren preiswert erhältlich und lassen sich leicht in einen kleinen Kasten einbauen, in welchen man gegebenenfalls auch mehrere Masken einlegen könnte, und es besteht keine Gefahr, die Maske durch Überhitzung zu beeinträchtigen.
Mir sind allerdings bis jetzt keine Untersuchungen bekannt, die die Wirksamkeit bezüglich Sars-CoV-2 sicher belegen. Weiss da jemand näheres?

Freundliche Grüße
Gereon