Pankratischer Kondensator und übermäßige Helligkeit

Begonnen von 3nzo, Dezember 19, 2021, 16:07:07 NACHMITTAGS

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3nzo

Hallo an alle,
Ich frage insbesondere diejenigen, die Erfahrung mit Amplival und seinem pankratischen Kondensor haben, ob sie auf das gleiche Problem gestoßen sind wie ich, dh eine übermäßige Helligkeitssteigerung bei groß geöffneten Optiken mittlerer Leistung, insbesondere dem Apo 40x / 0.95.
Für die Beleuchtung verwende ich eine 10W CREE XMLE Led mit ZF = 3.0A, Kondensorblende offen.
Selbst bei minimaler Helligkeit, die mit einem Strom von 8 mA versorgt wird, ist das Bild bei einer Blendenöffnung größer als 0,4 blendend. An die Blende des 0,95er Objektivs angepasst, ist die Helligkeit so, dass der Kontrast null wird und die Details verwirren. Dieses Phänomen tritt zB bei 100x / 1.32 nicht auf.
Ist Ihnen dieses Phänomen auch schon begegnet?
Danke für die Ratschläge und viele Grüße.

Enzo

spectator

Hallo 3nzo,

der pankratische Kondensor wurde in den 30er Jahren entwickelt und beworben als "Lichtkonzentrator" oder "Lichtstrom-Umformer", weil anders als beim normalen Abbe- Kondensator durch Einstellen der Apertur am Drehring kein Licht an einer Blende abgeschnitten wird, sondern das gesamte Licht, welches die Leuchtfeldblende passiert hat, zur Beleuchtung dient.
Das war zur Zeit der Niedervolt- Mikroskopierlampen durchaus sinnvoll, insbesondere bei "lichtschluckenden" Verfahren wie DF oder Phako. Es kam immer noch genügend Licht ins Objektiv.
In Zeiten der LED-Beleuchtung ist diese Eigenschaft nicht nur nicht mehr notwendig, sondern kann auch ins Gegenteil umschlagen: wie Du schreibst, werden die Präparate regelrecht in Licht "ersäuft".
Hier kann man nur Abhilfe schaffen mit Graufiltern unter dem Pankraten, entweder mit (evtl. mehreren) Neutralgraufiltern aus Glas oder mit 2 Polfilter(folie)n, die durch Verdrehen stufenlose Abdunkelung ergeben.
Falsch ist es dagegen, die Leuchtfeldblende oder die Aperturblende zur Lichtdrosselung zu verwenden. Die Konstrukteure haben viel Mühe darauf verwendet, die Einhaltung der Köhlerschen Beleuchtung möglichst einfach zu machen.
Also: Leuchtfeldblende im Fuß nur zur Begrenzung des Leuchtfeldes verwenden, am Drehring des Pankraten die n.A. des verwendeten Objektives einstellen (dadurch wird der Winkel der Beleuchtungsstrahlen angepaßt), und eine evtl. Abblendung des Kondensors zur Kontraststeigerung mit der Irisblende unter dem Pankraten.
Jede andere Schwächung der Beleuchtung geht nur mittels Filter oder an der LED. Falls sich die LED nicht sinnvoll weiter dimmen läßt, solltest Du eher darüber nachdenken, Dir eine zweite LED mit geringerer Leistung für normales Durchlicht zuzulegen. Die 10W-LED bleibt dann noch für Dunkelfeld oder strengen Phasenkontrast, wo man wirklich viel Licht benötigt.

Viele Grüße

Helmut
Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluß der Welt!

3nzo

Danke Helmut für die ausführliche Antwort.
Leider benutze ich den Google Übersetzer und habe diesen Satz nicht gut verstanden:
Zitat von: spectator in Dezember 20, 2021, 11:59:39 VORMITTAG
Abblendung des Kondensors zur Kontraststeigerung mit der Irisblende unter dem Pankraten.
Ich habe interpretiert, dass man die Aperturblende unter der Pankratie etwas schließen kann, um den Kontrast zu erhöhen, aber wenn ich sie zu stark schließe, wird die Auflösung verringert; Daher sind neutrale Filter oder eine weniger leistungsstarke LED der einzige Weg. Habe ich es richtig gesagt?
Mir ist stattdessen aufgefallen, dass das Licht gedimmt und der Kontrast erhöht werden kann, indem man eine Blende auf der Panratik auf etwa die Hälfte der des Objektivs einstellt, aber ich denke, dies verringert auch die Auflösung. Ist das so oder ist das eine mögliche Alternative?
Das Problem tritt jedoch nur bei Optiken von 40 bis 60X auf.
Vielen Dank und schöne Grüße.

Enzo