Versuch eines Eigenbau-Mikrotoms

Begonnen von michael_r, Mai 13, 2022, 21:26:27 NACHMITTAGS

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Werner

Noch einfacher wäre die Beschaffung einer gebrauchten Feinmechaniker-Drehbank. Da sind alle Führungen schon vorhanden...

Gruß - Werner

Peter V.

Hallo,

wenn der Weg das Ziel ist....

Ansonsten kosten gebrauchte Mikrotome ja nun wirklich kein Vermögen.  ;)

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Bob

Hallo Peter,
super Idee, da ist bestimmt noch keiner drauf gekommen ;-)
Interessant wird ein Eigenbau vor allem, wenn etwas anderes als das üblicherweise verfügbare dabei herauskommt. Viele Mikrotome sind z.B. größer und schwer als für die Art und Größe der Proben eigentlich nötig und für den Amateur mit begrenztem Platz etwas unhandlich.

Viele Grüße,

Bob

momotaro

Hallo Peter, hallo Bob,

und im fortgeschrittenen Alter kann man die Trümmer weder heben noch tragen, ohne sich Rückenprobleme einzuhandeln.

LG Helmut

,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

Nochnmikroskop

Zitat von: Peter V. in Oktober 28, 2022, 16:39:02 NACHMITTAGS

wenn der Weg das Ziel ist....


... dann kommen neue Erkenntnisse, Fertigkeiten, oder Faszination der Technik im Detail zu Tage.
Ich finde die Beschäftigung mit der Materie, schon spannend.

Und die Angebote an guter gebrauchter Ware aus Europa ist mangelhaft und dann meist überteuert.

LG Frank
LG Frank

jcs

#35
Zitat von: michael_r in Oktober 27, 2022, 23:28:40 NACHMITTAGS

Fazit: Ich denke fürs Erste muß ich mir kein ,,richtiges" Mikrotom kaufen. Für mich war's zunächst primär ein Recyclingprojekt, da ich die meisten Komponenten schon in der Schublade hatte und sie so nutzen konnte.
Hallo Michael,

ich finde das eine sehr elegante und kompakte Lösung, die Du da zeigst. Vorteilhaft sehe ich das (vermutlich) recht geringe Gewicht und die Tatsache, dass Du durchgängig kommerziell erhältliche Komponenten verwenden kannst. Für alle, die keine 5-Achs-CNC-Fräse zu Hause stehen haben, eine gute Lösung!

Die Kugelumlaufführungen sind für den Zweck sicher ausreichend spielfrei und haben im Vergleich zu den Gleitbahnen, die in den alten Schlittenmikrotomen verwendet werden, einen deutlich geringeren Wartungsbedarf (Schmierung, Rost, ...).

Jürgen

michael_r

Hallo Jürgen,

Danke fürs Lob. Vor ein paar Wochen gabs ja ein Leica Mikrotom mit Kreuzrollenführung für 1800 € bei E und ich gestehe, daß der Mauszeiger schon sehr nahe am Sofort Kaufen Knopf war. Aber irgendwie wäre das dann doch gegen die Heimwerkerehre gewesen. Ich wollte einfach sehen ob ich das nicht doch mit Bordmitteln hinkriege - also mit Bohrmaschine, Schraubstock und Gewindeschneider...

Ganz so leicht ist das Teil auch nicht mehr (zu schwer für die Küchenwaage) - aber immer noch einstelliger Kilobereich. Die Konstruktion läßt sich leicht noch ein wenig verbessern (kürzere Hebelarme - ich habe es eben mit den Winkeln gebaut die ich vorrätig hatte) - bis nächsten August wirds dann eine optimierte Ausführung geben. Da es aktuell aber schon ganz gut klappt, eilt das mit dem Re-Design nicht so. Aktuell wird meine Frustrationstoleranz eher durch Euparal strapaziert. Aber da muß wohl jeder mal durch...

@ Peter: Ja der Weg ist das Ziel...

Viele Grüße

Michael

Wutsdorff Peter

Ein Gruß in die Runde der Selbstbauer,
hier meine Primitivlösung:
Zu  einem vorhandenen Tischmikrot. habe ich eine größere Auflagefläche hergestellt. 90 mm Durchm. Die dazu notwendige größere Auflagefläche habe ich auf meiner Drehbank hergestellt.
Die vorhandene Keramikplatte (schwarz) 60 mm Durchm. war mir zu klein, da der Klingenhalter beim Schneiden kippelte .
Die Keramikplatte mit dem Loch hat mir ein Fliesengeschäft hergestellt.
Eine Führungsleiste habe ich angeklemmt. Der Klingenhalter bekam eine kleine Platte (hier braun) mit Schlitzen für die Schrauben, die bekanntlich die Klinge klemmen.
Je nachdem wie ich die braune Platte einstelle, kann ich den Winkel der Schräge zum Schneiden einstellen.
Mir ist bewußt, daß das eine sehr primitive Lösung ist.
Meine Schnitte geraten aber zufriedenstellend (60  -  100 µm)
Es darf also gelacht werden.
Gruß vom Inschenör Peter


Wutsdorff Peter

Es sollten noch zwei Bilder dabei sein.
Hier der Nachtrag

Nochnmikroskop

Moin W. Peter,

schöne Optimierung des einfachen Mikrotoms. Es gibt ja fast immer etwas zu optimieren, wenn man die Möglichkeiten hat, sogar am Klingenhalter.

Allerdings sind wohl dünnere Schnitte, so um die 20 bis 30µm, kaum gleichmäßig damit herstelllbar. Und bei festen Stängeln schaffe ich es damit auch nicht überhaupt was sinnvolles zu schneiden. Mag aber auch an mir liegen, mache das sehr selten (bis jetzt).

Hallo Michael,
ich hatte mal nach Kreuzrollenführungen geschaut. Da kosten bei deutschen Herstellern schon kurze Schlitten mit V1 Vorspannung gute 300+ Euronen. Wenn man bedenkt, dass davon ja mind. 4 gebraucht werden dann ist der Preis fast schon gerechtfertigt. Wobei ich denke, dass das schon ein kleines "Vermögen" wäre, für ein gebrauchtes Teil.

Ich bin bei meinen ersten Entwürfen bei Granit mit auswechselbarer Teflon Gleitlager (ohne weitere Schmierung) an der Unterseite für den Messerhalter-Schlitten gelandet. Die eigentlichen Lager sind dann die günstigen aus China und sollen nur die Richtung definiert vorgeben, mal sehen, sind bestellt.
Der Messerhalter muss, wie bei Deinem Selbstbau, in der Neigung variabel, aber stabil sein. Das kann man wohl mit 2-3 Madenschrauben erreichen, auf die sich das Gegenlager der Schneiden abstützt.
Unschlüssig bin ich noch, wie die Zustellung der Probe aussehen muss, um meinen Genauigkeitsansprüchen an Reproduzierbarkeit genügen zu können. Da muss nochmals Spielfreiheit und Stabilität erhöht werden, schätze ich. Alles in Allem scheint mir diesbezüglich das WSL-Lab-Microtome schon sehr gut geeignet und kann als Vorbild dienen. 

Bastelige Grüße
Frank
LG Frank

Wutsdorff Peter

Grüß´ Dich Frank,
vielen Dank für Dein Lob!
Zitat1:  "Und bei festen Stängeln schaffe ich es damit auch nicht"
Von Bob erwarb ich einen Gegenhalter. Damit geht es ganz gut.
Allerdings stelle ich nicht sehr hohe Ansprüche bzgl. Dünnheit an meine Schnitte.
Bei einem Treffen der  Mikroskopiker  Rhein-Neckar wurden meine Schnitte als  2-3 bewertet.
Mit der Note bin ich zufrieden.
Gruß Peter

Bob

Hallo zusammen,
mir sind zwei Punkte als besondes hilfreich aufgefallen, wenn es um das Beheben von Schwierigkeiten beim Schneiden geht:

- Ein Schnitt ist das Ergebnis von zwei gelungenen Schneidevorgängen! Schon der vorherige Schnitt muss sauber durchgelaufen sein, sonst kann man kein ordentliches Scheibchen erwarten. Stellt man z.B. eine Schnittdicke ein, die zu gering ist für den Prozess, bekommt man abwechselnd keine Materialabnahme und dann einen verunstalteten Schnitt. Kein Aufbau ist pefekt steif, von daher ist eine möglichst gleichmäßige Schnittführung vorteilhaft.

- Wenn man ziehend schneidet, ist der wirksame Keilwinkel der Schneide reduziert, die Schneide dadurch besonders schnittfreudig. Bei festeren Trieben ist das Einschneiden besonders wichtig, also erstmal sehr ziehend einschneiden, dann flotter durch, zum Ende lieber mehr ziehen, wenn der Klingenhalter noch Weg lässt.

Viele Grüße,

Bob

Nochnmikroskop

Zitat von: Bob in Oktober 31, 2022, 11:20:30 VORMITTAG
- Wenn man ziehend schneidet, ist der wirksame Keilwinkel der Schneide reduziert, die Schneide dadurch besonders schnittfreudig. Bei festeren Trieben ist das Einschneiden besonders wichtig, also erstmal sehr ziehend einschneiden, dann flotter durch, zum Ende lieber mehr ziehen, wenn der Klingenhalter noch Weg lässt.

Hallo Bob,
danke für Deine Hinweise.
Ist das Prinzip dann nicht ähnlich wie in Antwort 8 von Jörg, wo im Bild die Schneide in einer Kreisbahn geführt wird, Bild 1?
Das würde dann aber nur sinnvoll sein bei kleinen und nicht länglichen Proben, schätze ich.

LG Frank
LG Frank

Bob

Hallo Frank,
für das Schneiden mit dem handgeführten Klingenhalter hatte ich mal versucht, das im Bild darzustellen, s.u..
Man hat mit dem Klingenhalter nur eine begrenzte Schnitttiefe und freie Klingenlänge. Dadurch hat man je nach Größe und form des Objekts mehr oder weniger Optionen für die Schnittführung.
Beim Studentenmikrotom oder Gefriermikrotom mit Schwenkführung kann man nur sehr begrenzt ziehend schneiden, bei der vorgesehenen Anwendung an Parffinblöcken oder gefrorenen Objekten ist das nicht nachteilig. Peter W. realisiert den ziehenden Schnitt ja schön reproduzierbar mit seiner Führung. Nachteil dabei ist, dass man nicht mehr manuell in den Schnittvorgang eigreifen kann um vielleicht einen Schnitt noch zu retten.

Viele Grüße und lasst mal sehen, was Ihr so schneidet,

Bob

Nochnmikroskop

Hallo Bob,
so einen Halter habe ich mir heute morgen über Detlef Kramer bestellt. Der wird mit den dickeren Einwegklingen bestückt und ist sicherlich gut geeignet etwas ziehendere Schnitte durchzuführen, so wie Du das beschreibst.
Mit meinem Mikrotom komme ich bei dickeren und vor allem härteren Proben nicht gut zurecht. Ich muss aber auch gestehen, dass ich es nur kurz probiert habe und es dann erstmal wieder an die Seite gelegt habe.
Auf dem Bild sieht man noch die verbogene Rasierklinge, die ist zu dünn und flatterich um feste Stengel zu schneiden, wenn diese nicht vorher aufwändig gekocht wurden. Der Anfang ist immer gut, dann zieht sich die Klinge in die Bohrung.
Aber der gebogene Weg, dem die Schneide folgt, kommt Deiner Beschreibung nahe, die Rasierklinge und der Verfahrweg müsste aber wohl länger sein.   

Nochmals danke für Deine Erklärungen, vermutlich muss man erst einmal zig Schnitte an verschiedenen Materialien ausgeführt haben, um die Handhabung zu optimieren. Ich arbeite daran.

Nichts desto trotz soll ein stabiles Mikrotom her, wo ein stabiler Schlitten bewegt werden muss. Aber da sind ja schon einige Ideen vorhanden.

LG Frank
LG Frank