C-mount Kamera... nur welche?!

Begonnen von Marianne M, Dezember 10, 2023, 16:25:17 NACHMITTAGS

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Marianne M

Liebe alle,

dank Diana von Microscopia habe ich bald ein eigenes Mikroskop (Orthoplan)  :) , nicht nur an der Uni. Ich hätte dafür gerne eine C-mount Kamera, wenn geht mit Software, so dass ich auch gleich den richtigen Massstab am Bild mit drauf habe.

Mit welchen Kameras habt ihr gute Erfahrungen gemacht bezüglich Schärfe, Auflösung, Software (etwa wie die Gratis Leica Application Suite)?

Vielen herzlichen Dank für jede Hilfe!

Marianne

Aljoscha

Hallo Marianne,

bist Du dir sicher, dass die Software von Leica gratis ist? Ein frei verfügbarer Download sagt nicht viel, die Software kann trotzdem Lizenzierungsmechanismen wie Dongle oder Key haben.

Generell sind die Kameras der Mikroskophersteller sehr teuer. Das große Sehfeld eines Orthoplan können auch nur ausgesprochen spezielle Modelle abbilden.

Am günstigsten fährst Du wahrscheinlich mit einer Systemkamera mit Objektiv passender Brennweite und einem Okular. Dazu brauchst Du natürlich die passenden mechanischen Komponenten. Die Adaption von Kameras an Endlich-Systeme ist generell nicht trivial.

Viele Grüße

Alexander

Apochromat

#2
Hallo,

ich bin kein LEITZ- Kenner. An meinem 160 mm CARL ZEISS PHOMI III habe ich eine PANASONIC GX- 8 MFT- Kamera adaptiert. Letztendlich hat die dort über einen Grundkörper und AC- Stativ adaptierte Projektionsoptik dann einen Abbildungsmaßstab von etwa 3,2x. An Deinem schönen ORTHOPLAN kannst Du das durch den Erwerb eines sehr gut fototauglichen LEITZ PERIPLAN 10x (die MF- Version waren so graviert und hatten auch noch einen roten Punkt glaube ich; das waren SPITZEN- Foto- Okulare!) und Anheben desselben um etwa 3 - 5 mm erreichen.

Ich benutze ein CARL ZEISS S- Kpl 10x/ 20 Okular und bilde damit einen recht großen Bildausschnitt auf dem Sensor ab. Das Okular war das beste Fotookular der Welt.  Genau wie die S- Pl- Variante (CVD- frei). Ich kann aber an meinem Aufbau sowohl Kameralänge, als auch die vergrößernde Projektivwirkung des S- Kpl- Okulars unabhängig voneinander verändern, da die Kamera stufenlos in der Höhe verstellbar mit einer Lichtfalle über dem Mikroskop schwebt und mit diesem gar nicht verbunden ist. Darauf kann ich dann durch verschieden große Änderungen der Tubuslänge (das geht bei dem Fototubus von ZEISS) die Korrektur des Okulars einstellen (Astigmatismus). Das mache ich mit einem möglichst niedrig vergrößernden Ph- Objektiv und einem Objektmikrometer als Testobjekt (das wird vorher auf der Formatstrichplatte des alten, nicht mehr genutzten Fotostrahlengang scharf gestellt).

Das sieht dann bei mir so aus:




Wie das am ORTHOPLAN funktionieren könnte, weiß ich nicht. Die Einzelheiten muss Dir dann Diana erklären.

Wenn Du keine schneller beweglichen Protisten dokumentieren willst, würde ich Dir zu einer FUJIFILM XT- 30 II raten, die hat den z.Zt. besten Farbsensor. Ich habe eine PANASONIC DC- 9 an meinem JENAVAL für die 4K- Zeitreihen- Aufnahmen (schnelle Einzelbilder). Für meine Flagellaten reichen mir die 30 Bilder/ sec. Das gerade herausgekommene Nachfolgemodell DC- 9 Mk II kann schon 6 K- Einzelbildserien und das mit 60 Bildern/ sec.

LG

Michael

PS: Kauf Dir keine Mikroskopkamera der großen Vier, das macht Dich nur arm und unglücklich. Die sind etwas für eine professionelle Laborumgebung/ Multi- User- Environment heißt das jetzt auf Deutsch, in der die Fluoreszenz- oder Materialmikroskopie eine der Hauptanwendungen darstellen.

Die PANASONIC MFT- Kameras kann man auch mit einem 20 mm PANASONIC Pancake- Objektiv LUMIX 20 mm (H-H020A) an Mikroskop und Spektiv anpassen. Es gibt von dem Objektiv auch eine "High- End"- Version von LEICA CAMERA. FUJIFILM baut auch so ein Pancake- Objektiv.

Ralf Feller

Hallo Marianne,
ich würde eine Canon Eos über ein 40mm Pancake Kameraobjektiv an das Orthoplan adaptieren,
habe ich auch und bin sehr zufrieden.
Software Eos Utilities ist bei der Eos.
Frag mal Diana!

LG Ralf

A. Büschlen

Hallo Marianne,

was wirst du schwerpunktmässig fotografieren und was machst du mit den Bildern?

Viele Grüsse

Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Marianne M

Hallo,

vielen Dank für die Tipps soweit!

Ich fotografiere metallographische Anschliffe, so wie hier
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=47644.15
Die Bilder wären dann für entsprechende Reports und Publikationen gedacht.

Viele Grüsse,
Marianne

Nochnmikroskop

Hallo Marianne,

als C-Mount Kamera kann ich eine 1 Zoll Touptec Astro-Kamera mit Kühlmöglichkeit empfehlen. Die Touptec-Software kann u.a. auch stacken (von Hand Z-Achse bewegen, die Software stackt die Bilder dann automatisch zusammen) und man kann jedes Mikroskop-Objektiv kalibrieren und somit Messungen vornehmen / Maßstab einbinden.
Ich habe diese:  https://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Astrofotografie/ToupTek-Photonics/Touptek-ATR3CMOS20000KPA-IMX183C-TEC-gekuehlte-Astrocam::5551.html

Auch unser Forenbetreiber, Herr Linkenheld, hat so etwas im Programm, allerdings ohne aktive Kühlmöglichkeit soweit ich informiert bin. (Microlive Multiformat, Sony IMX183)
https://www.mikroskopie.de/?page_id=2346
Auch seine Software hat u.a. o.g. Möglichkeiten.

Übrigens kann man die Preise meist etwas verhandeln, Nachfragen lohnt bestimmt.

Ansonsten wurden ja schon Alternativen vorgeschlagen, wobei ich auch noch die Panasonic G9 und die Canons aus eigener Erfahrung empfehlen kann. Dann muss man aber auch noch die Bilder zum stacken mit weiterer Software bearbeiten und man braucht noch die speziellen Adapter.

LG Frank

Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.
keine KI

jcs

#7
Zitat von: Nochnmikroskop in Dezember 10, 2023, 23:00:07 NACHMITTAGSAuch unser Forenbetreiber, Herr Linkenheld, hat so etwas im Programm, allerdings ohne aktive Kühlmöglichkeit soweit ich informiert bin. (Microlive Multiformat, Sony IMX183)
https://www.mikroskopie.de/?page_id=2346
Auch seine Software hat u.a. o.g. Möglichkeiten.


Ansonsten wurden ja schon Alternativen vorgeschlagen, wobei ich auch noch die Panasonic G9 und die Canons aus eigener Erfahrung empfehlen kann.
Hallo Marianne,

die Microlive-Multiformat verwende ich gerne, speziell wenn es ums Messen geht. Die Kamera ist vergleichsweise winzig und lässt sich einfach an einem C-Mount aufschrauben. Die mitgelieferte Software erlaubt umfangreiche Messaufgaben. Die Bildqualität ist sehr gut, auch wenn sie aus meiner Sicht nicht ganz an die Bildqualität einer Systemkamera herankommt.
kamera-1.jpg

micro_live_1.jpg

Die oben erwähnte Panasonic G9 finde ich auch bestens geeignet für Mikroskopie: Der Bildkreis der mft-Sensoren passt sehr gut in den Bildkreis der meisten Mikroskopobjektive (z.B. 22mm). Mit einem preisgünstigen Adapter von mft auf C-mount (kostet ca. 20 Euro) kann man die Kamera kompakt auf den Trinotubus montieren, zumindest bei Unendlichoptik. Bei den Endlichoptiken des Orthoplan ist vermutlich eine Zwischenoptik erforderlich, da kenne ich mich zuwenig aus.

Hier noch ein Bild von meiner Adaption am Durchlichtmikroskop.

kamera-2.jpg

LG
Jürgen

Peter V.

#8
Hallo Marianne,

Consumerkameras (DSLRs oder Spiegellose) sind in der Regel bildqualitativ und oft auch in Bezug auf die Bedienbarkeit den absurd teueren "Mikroskopkameras" der großen Hersteller überlegen. Auch mit den Consumerkameras kann man ein Livebild auf dem Monitor darstellen, entweder über HDMI oder über die Kamerasoftware. Viele Wege führen halt nach Rom.

Einen Vorteil bei der Verwendung einer c-mount sehe ich tatsächlich, wenn es um Messaufgaben geht und man ein "all in one"-Programm sucht, in dem man auch Messungen, Markierungen und Beschriftungen durchführen kann. Das bieten in der Regel (in mehr oder weniger guter Qualität) die c-mount-"Mikroskopkameras".

Ich habe hier einige c-mounts von billig (ab ca. 100 EUR) bis teuer (um 3000- 4000 EUR Neupreis) und hatte erst letztens eine Zeiss Axiocam 208 testweise bei mir. Keine Kamera hat mich wirklich überzeugt.

Am besten gefallen haben mir aus eigener Erfahrung die im wahrsten Wortsinne preis-werten "MikroLive" Kameras von Christian Linkenheld mit der von ihm selbst programmierten Software, die wirklich auf die Wünsche des Mikroskopikers zugeschnitten ist. Offenbar haben auch andere Foristen (jcs, Nochnmikroskop) guten Erfahrungen damit gemacht. Ich würde mich bei den c-mounts für eine Kamera von Christian entschieden, zumal er sehr gut auf den individuellen Anwendungsfall hin berät, was in Deinem Fall (AL-Dunkelfeld und Pol) besonders wichtig erscheint.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

güntherdorn

#9
ich verwende die toupcam (14mix) zusammen mit der mitgelieferten software toupview (64bit)sogar noch am win7-PC. ich habe sie per c-mount-adapter dran (ohne "turm von babel").
hervorragende bild-ebnung. das mitgelieferte okular (mit c-mount-gewinde) dran, natürlich wegschrauben. alles am zeiss unendlich axioskop50 dran, doch auch am endlichen zeiss universal perfekt. dieser adapter ist mit linse. sie geht für fotos und filme. für die canon eos700d habe ich einen adapter OHNE linse, da der abstand objektiv-auflage der canon bis fototubus zufällig identisch ist (44mm), keine linse nötig. nachdem man mit allen okularkameras nie blitzen kann, habe ich mir nur dazu den canon-body zugelegt. er liegt dann voll auf dem fototubus auf und wird nur vom canon-adapter zentriert.
ciao, güntherdorn
- gerne per du -
günther dorn
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=444.0
www.mikroskopie-gruppe-bodensee.de
gildus-d@gmx.de

Marianne M

Lieber Günther,

danke Dir! Ich muss mir das jetzt alles nochmal ganz genau durchlesen und "verdauen" - ich war bis jetzt einfach nur glücklicher, simpler Benutzer der teuren all-inklusive Geräte an der Uni und musste mir noch nie den Kopf darüber zerbrechen, wie so ein Aufbau funktioniert...

Liebe Grüße,
Marianne