Hauptmenü

Schimmelpilze

Begonnen von Nutzer nicht mehr aktiv, Februar 19, 2010, 15:56:17 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Florian Stellmacher

Hallo Mike,

das würde ich mit "Mittel" übersetzen, wobei "-tika" der Plural von "-tikum" (Neutrum) ist.

Beispiele:
Antimykotikum - Antimykotika = Mittel gegen Pilze
Diuretikum - Diuretika = Mittel zum Entwässern
Antiemetikum - Antiemetika = Mittel gegen Übelkeit
etc.

Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Nutzer nicht mehr aktiv

Hallo Florian

Danke dir. Habe mal ein wenig noch google.de geschaut.
Alles was ich nur zu Antimykotika finden kann ist, aus dem Medizinischen. Und wenn ich das als nicht Mediziner zusammen setze, kommt hier wohl das Wort myko = mykose zum tragen.
Und eine Mykose ist eine Erkrankung. Darum habe ich mich jetzt gewundert (Meine Frau ist da der Zünder gewesen) das man hier auch von Mittel spricht, wo ich z.B. eine Wand mit besprühe.

Florian Stellmacher

Hallo Mike,

an die Wand würde ich ein Fungizid sprühen aber kein Antimykotikum. Das klingt fast so, als wenn man mit Antibiotika die Toilette putzen würde (ein teurer Spaß mit unklarem Ausgang...)  ;D

Keimfreie Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Nutzer nicht mehr aktiv

#33
Danke dir Florian
Darum ist mir das vom Herrn XXXX auch ein Rätzel

ZitatAuf alle Fälle gehören Mundschutz und Handschuhe zur Grundausrüstung. Zudem muss in der Nähe ein Zerstäuber mit einem Antimykotikum sein. Weitere Angaben sind in diesem Buch aufgeführt.

Zitat"Antimykotika" ist ein Sammelbegriff für Mittel, die Pilze unschädlich machen, sei es in der Medizin oder im technischen Gebrauch.

Wobei es mir hier um den technischen Gebrauch geht. Diesen Teil hatte ich nicht verstanden.
Warum ich eine Medizin beim Mikroskopieren dabei stehen haben sollte.
Vielleicht kann Herr XXXX mir erklären, wie er das technische meinte.

cicindela

Zitat von: Mike Guwak in Februar 22, 2010, 22:27:42 NACHMITTAGS
Und wenn ich das als nicht Mediziner zusammen setze, kommt hier wohl das Wort myko = mykose zum tragen.
μύκης = Pilz (griechisch). Das Wort wurde nicht von Medizinern erfunden ...
Fungizid = (lat) fungus + caedo fällen
Die Medizin scheint die griechischen Wörter zu usurpieren und der Technik die lateinischen zu überlassen.

αγαθης νυκτος
Franz

Peter V.

#35
Hallo!

Im üblichen - zumindest deutschen - medizinichen Sprachgebrauch werden am Menschen anzuwendende Medikamente gegen Pilze "Amtimykotika" genannt, pilzabtötende Substanzen zur Desinfektion hingegen eher "Fungizide".
Wie Florian schon ausführte, bezeichnet man antibakterielle Desinfektionsmittel ja auch nicht als "Antibiotika".

Der "Zerstäuber" ist übrigens auch so eine Sache: Die sogenannte "Sprühdesinfektion" ist nicht mehr Stand der Wissenschaft, stattdessen soll eine "Wischdesinfektion" erfolgen. Nichts desto trotz werden viele Desinfektionsmittel immer noch in Sprühflaschen verkauft, man sollte die Substanzen aber nach dem Aufsprühen dann wenigstens verwischen.

Ich denke, Herr XXXX wollte einfach darauf hinweisen, dass bei der Arbeit mit Pilzen ein fungizides ( und sporizides ) Desinfektionsmittel bereitstehen sollte.

Herzliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Nutzer nicht mehr aktiv

Hallo Peter

Danke dir. Nur wenn mir jemand Fremdwörter nur nennt, gehe ich der Sache auf den Grund.
Und wenn ich da bei meiner Suche auf Ungereimtheiten stoße, ist es nur verständlich das ich da nachfrage.
Und wenn meine Frau (Sie arbeitet im Medizinischen Bereich) mir dann noch erzählt, um was es sich handelt, kann ich das nicht verstehen, wie man Wörter schreiben kann, aber nicht weis was sie bedeuten.

Was ein Desinfektionsmittel angeht, so habe ich das auch nicht verstanden.

ZitatDie Sache ist die Selbe wie bei den Bakterien. Aus seuchepolizeilichen Gründen ist das Arbeiten mit tier- oder humanpathogenen Pilzen verboten. Wie es mit den Pilzgiften steht, weiss ich nicht. Doch auch hier könnten gewisse Vorsichtsmassnahmen gelten.

Das war nie meine Absicht zu untersuchen. Und das habe ich ja geschrieben. Ich meine ich bin ja ein wenig verrückt, aber ich würde mir solche Kulturen bestimmt nicht zu hause halten.
Dazu habe ich keine Erfahrung. Und das will ich ja nicht. Diese Gefahren sind mir bewusst. Jeder hatte bestimmt schon mal eine Pilzinfektion. Das ist nicht lustig.
Das sagt mir aber der gesunde Menschenverstand.

Ich glaube nicht das jeder von euch hier, gleich die Chemische Keule raus holt, wenn er verdorbenes Obst oder Gemüse hat.

Peter V.

#37
Hallo!

Ich persönlich habe mich nie mit Pilzen in der Mikroskopie beschäftigt und kann deshlab wenig über konkrete Gefahren sagen. Mir sind solche Kulturen daher auch etwas suspekt, eher jedoch wegen meines speziellen Nichtwissens. Die vorsichtige Arbeit mit Brotschimmel ist aber sicher eher ungefährlich. Es gibt natürlich bei den Pilzen mehr oder weniger pathogene ( also krankheitserregende ) Arten, die Hauptgefahr liegt im Einatmen und Verschlucken der Sporen. Manche Pilze erzeugen krebserregende Gifte ( z.B. Aflatoxine ).
Bei entsprechend anfälligen Menschen sind allergische Reaktionen mit chronischer Bronchitis / Asthma möglich, die Hauptgefahr des gefürchteten "Schimmels" in Häusern.
Beim Arbeiten mit Plizen sollte daher grundsätzlich Luftzug vrmieden werden und der Mundschutz ist in der Tat nicht die schlechteste Idee. Obgleich der typische medizinische Mundschutz kein absoluter Schutz ist, da er konstruktionsbedingt mehr die Verbreitung von ausgeatmeten Keimen durch den Mundschutzträger verhindert als die "Einatmung" derselben. Als sogeannnte "opportunistische Erreger" sind die meisten Pilze für Gesunde weniger gefährlich, können jedoch bei immungeschwächten Menschen ( z.B. angeboren oder nach einer Chemotherapie ) lebensgefährliche und schwer zu behandelnde Infektionen hervorrrufen.
Die von Mike angesprochenen Pilzinfektionen, die "fast jeder schon einmal hatte", sind in der Regel Infektionen durch Candida, die auch natürlicherweise auf der Haut und in der Vagina vorkommen und sich dann gerne verbreiten und zu einer "Mykose" führen, wenn ihre Mitbewohner, nämlich die Bakterien der normalen Hautflora, durch eine Antibiotikatherapie abgetötet wurden.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Spah

Hallo Mike

Es ist sehr aufwendig und kann nur in einen Labor mit teuren Die bisherige Standardmethode zur Untersuchung auf Schimmelpilzgifte ist das HPLC (High Performance Liquid Chromatography) Verfahren, das ein gut ausgestattetes Labor, teure Geräte, Chemikalien und gut ausgebildetes Personal benötigt. Viele Milch- und Kaffeeproduzenten beauftragen daher externe Lebensmittellabore mit der Untersuchung ihrer Proben. Eine einfachere Methode ist das ELISA (Enzyme-Linked Immunosorbent Assay) Testverfahren, welches Mykotoxine jedoch erst in einer Konzentration nachweisen kann


Liebe Grüsse Jürgen

Nutzer nicht mehr aktiv

#39
Hallo Jürgen

Ich danke dir. Zumindest ist mir jetzt klar geworden, wie solche Untersuchungen von Mykotoxine gemacht wird.
Klingt sehr spannend, aber wie du schon geschrieben hast, für mich nicht möglich.

Jetzt muss ich erst einmal die Hürde nehmen und überhaupt was zustande bekommen. Ein wenig habe ich was bestellt, was man so dazu braucht, um Kulturen an zu legen.
Danach geht es ans üben und testen.

Auch habe ich noch ein Buch gefunden, welches ich mal bei subito mir bestellt habe


Liliane E. Petrini; Orlando Petrini:
Schimmelpilze und deren Bestimmung
2008. 2. Auflage. VII , 147 Seiten, 28 Abbildungen, 9 Tabellen, 23x14cm, 350 g
Sprache: Deutsch
(Bibliotheca Mycologica, Band 204)
ISBN 978-3-443-59106-9, brosch.
9 schw. -w. Tabellen, 28 Abbildungen.

Da stehen auch noch einige Tipps. Ich danke allen hier, die mir bei diesem Thema weiter geholfen haben.
Und ich hoffe, das ich euch als Dank mal meine erste Probe zeigen kann.


schwejk

Hallo,

vielleicht nur ein paar ergänzende Bemerkungen:

- Wie Peter bereits angeführt hat, sollten immunsupprimierte Personen sicherheitshalber einen weiten Bogen um Schimmelpilze machen! Dazu sind auch Schwangere oder Personen die gerade "Wunden im HNO-Bereich" haben, z.B.: Wurzelbehandlungen beim Zahnarzt,..., zu zählen!! Oberflächliche Pilzinfektionen (Hauterkrankungen) mögen in der Regel noch "einfach" zu therapieren sein, systemische Mykosen - auch durch nicht pathogene Pilze - sind dagegen schwer zu behandeln und können im schlimmsten Fall sogar tödlich enden!
- Gleichzeitig möchte ich die Möglichkeit aufzeigen sich beim Hausarzt auf Schimmelpilzallergie testen zu lassen, falls jemand an Asthma, ... leiden sollte oder sonst ein Verdacht besteht. (Da allerdings nur wenige Allergene zur Verfügung stehen kann man solchen Test auch nur bedingt vertrauen)

Zusammenfassend: Ich möchte hier niemandem den Spass an solchen Untersuchungen nehmen, man sollte sich aber bewusst sein, dass man beim Umgang mit (Schimmel)Pilzen vorsichtig sein sollte, besonders wenn man zu Hause keine kontrollierbaren Bedingungen (Stichwort lamina flow) hat.

liebe Grüße
Bernhard

Nutzer nicht mehr aktiv

Danke an Michael Kallmeyer der mir dieses als PM geschickt hat.
Danke dir Michael für deine Tipps.

Ist ja einiges zusammen gekommen. Danke euch allen noch mal.

ZitatHallo Mike,

ich wähle einmal das Du. Wenn Du das Du nicht möchtest, stauche mich zusammen.
Ich wollte Dir eigentlich schon Gesten schreiben, bzw. posten.
Mike ich benutze immer als erstes zum anschauen unter dem Mikroskop einen Tesafilmabzug. Das heißt ein Stück klaren Tesafilm auf die betroffene Stelle kleben und wieder abziehen, auf den OT kleben und beobachten. Geht anstandslos, beim 40er wirt´s etwas kritisch, beim durch den Film sehen. Ich drehe den Film dann mit dem Rücken zu OT und lege ein Deckglas auf. So habe ich bisher allerhand bestimmen können.
Zur Kultur: Es ist immer noch Standart auf Malzaggar zu kultivieren. Sein Vorteil ist, er ist preiswert, selber herzustellen und man kann mit den Malzkonzentrationen spielen.
Wenn Pilze gar nicht so wollen wie ich will, richte ich einen Aggar nur mit Leitungswasser her, da hat der Pilz nur das schwer aufschließbare Polysaccharid Aggar-Aggar und die Nährstoffe aus dem Leitungswasser. Das hat bisher immer gut Funktioniert.
Unsere Mikrobiologen legen fürs Praktikum im Haus immer Malzaggar-Platten aus um sie dann im Praktikum auszuwerten. Das ist eine gängige Methode die auch in Wohnräumen angewendet wird um Pilzsporenkonzentrationen zu ermitteln.
Ich hoffe, dass ich Dir etwas helfen konnte, Michael

Segu

Hallo Mike

Zitat
Zitat
Die Sache ist die Selbe wie bei den Bakterien. Aus seuchepolizeilichen Gründen ist das Arbeiten mit tier- oder humanpathogenen Pilzen verboten. Wie es mit den Pilzgiften steht, weiss ich nicht. Doch auch hier könnten gewisse Vorsichtsmassnahmen gelten.

Das war nie meine Absicht zu untersuchen. Und das habe ich ja geschrieben. Ich meine ich bin ja ein wenig verrückt, aber ich würde mir solche Kulturen bestimmt nicht zu hause halten.
Dazu habe ich keine Erfahrung.

Absicht oder nicht Absicht?! Aspergillus Sporen http://aspergillus-niger.com/aspergillus.html gibt es mit Risikogruppe 1+2 , beide können auf Lebensmitteln vorkommen (Der Umgang mit Mikrooganismen der Risikostufe 2-4 ist bewilligungspflichtig).
Solange man nicht weiss, was man züchtet, muss man davon ausgehen, dass man einen möglicherweise pathogenen Mikroorganismus züchtet.
...Gründsätzlich gilt: Isolate, die weiter bearbeitet werden sollen, müssen so weit identifiziert werden, dass man ihr Gefährdungspotential abschätzen und sie der entsprechenden Risikogruppe zuordnen kann...
Somit wären für unbekannte Mikroorganismen die mindest Schutzanforderungen Schutzstufe 2

(sh. dazu Eckhard Bast; Mikrobiologische Methoden, Seite 35ff, inbesondere Seite 40)

Ich würd Dir vorschlagen, vorerst mit saccharomyces cerevisiaeuerst (Bierhefe, Bäckerhefe) erste Erfahrungen im Umgang mit Mikroorganismes zu erfahren.

- Zucht auf verschiedenen Nährböden oder Nährstoffen
- Bestimmen von konzentrationen
- Vitalfärbungen
- Stoffwechsel CO2 Bildung, und dgl.
- Steriles arbeiten
- u.v.m

Sobald die nötige Erfahrung vorhanden sind, kannst Du immer noch einen Schritt weiter gehen.
mit freundlichen Grüssen

Michel Siegrist

Profil - sanft klicken!

Je mehr Menschen du in deinem Leben begegnest,
desto mehr Meinungen wirst du hören.

Nutzer nicht mehr aktiv

Hallo Michel

Danke dir. Aber ich werde es so machen, wie ich es denke und für richtig halte. Ich sehe das ganze ein wenig anders.
Diese Themen haben wir auch immer wieder, wenn es um Chemikalien geht. Und so sehe ich das auch hier. Ich habe jetzt mit einigen auch gesprochen, die das beruflich machen.
Von ihnen habe ich noch gute Tipps bekommen, auf was ich achten soll. Ich hoffe das mein Nährboden diese Woche noch kommt. Erst wenn ich diesen habe, lasse ich mal was
verschimmeln und versuche danach eine Kultur.

Wie schon geschrieben, ist mir klar, das eine reine Kultur gefährlicher ist, als eine die auf Obst oder Gemüse vor kommt.
Aber ich spiele ja nicht Frankenstein. Kalilauge ist auch gefährlich und kommt immer auf die Konzentration auch an. So sehe ich das hier auch.

Ich danke noch mal allen hier und werde jetzt das Thema hier zu machen, weil es eigentlich schon lange OT ist  :D
Wenn ich was erreicht habe, werde ich es hier zeigen.