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Ästhetik der Erzmikroskopie

Begonnen von Holger Adelmann, Juli 07, 2024, 13:41:27 NACHMITTAGS

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anne

Lieber Holger,
auch ich genieße Deine Bilder. Daher gerne noch viel mehr davon!
lg
anne

Holger Adelmann

#16
Vielen Dank, Anne und Florian, dann mache ich mal weiter mit etwas Geochemie.

Das Bild zeigt polygonale, fleischfarbene Bornit-Kristalle, die sich beim Abkühlen einer Bornit-Neodigenit-solid-solution bilden, also einem Gemisch aus Cu, Fe und S.

Im Siegerland enthält diese solid-solution oft noch nennenswerte Mengen an Wismut (Bi).
Die "Löslichkeit" von Bi in der solid-solution beträgt max. 17,2 Gew.-% Bi bei 420 °C, gemessen in einem experimentellen Cu2S-Bi2S3-CuFeS2-System.

Im festen, kalten Bornit sind allerdings nur noch ca. 0,16 Gew.-% Bi verträglich.
Was passiert also mit dem Wismut beim Abkühlen der solid-solution und der Bildung der Bornit-Kristalle? Das Bi wird quasi herausgeworfen und muss sich nun Bindungspartner suchen.

Sofern noch genügen freie Cu- und Schwefel-Valenzen vorhanden sind, bildet sich das Cu-Bi-Sulfid Wittichenit (im Bild grau), welches sich dann bevorzugt an den Korngrenzen der neu entstehenden Bornit-Kristalle ablagert.

Falls noch immer Wismut übrig ist, Cu- und Schwefel aber verbraucht sind, bleibt dem Wismut nichts anderes übrig als sich elementar abzuscheiden.
Das reine Halbmetall Wismut ist an den weißen Stellen im Wittichenit zu sehen und hat im Mikroskop bei hoher Vergrößerung einen rötlichen Metallglanz.

Das Gelbe ist Kupferkies, der sich auch oft als Lamellen im Bornit bildet.

Holger Adelmann

Heute mal wieder etwas aus der unbelebten Welt.

In den Mineralisationen des Siegerlandes ist hydrothermal abgeschiedenes Gold meist mit dem Ullmannit  NiSbS der variszischen Hauptphase assoziiert (hier grau in den Bildern).

Ullmannit mit Goldflittern konnten meine Exkursionsteilnehmer Florian D, ortholux, und hugojun tatsächlich auch schon selbst finden und in ihren Anschliffen bewundern, wenn auch nicht in den hier gezeigten "Mengen" ...

Goldige Grüße,
Holger