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Leitz Zeichentubus Beschreibung Gebrauchsanleitung gesucht

Begonnen von Klaus Herrmann, Februar 10, 2020, 12:32:52 NACHMITTAGS

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dicentra

Hallo Martin,

das ist aber ein anderes Modell als ich es nutze. Wenn auch das Prinzip dasselbe sein wird?

Oli

beamish

Ich denke, das ist nur ein schwarzer Vorläufer mit gleicher Technik. Zu deinem lichtgrauen wird es natürlich auch eine Druckschrift gegeben haben.
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

dicentra

#17
Hallo,

nur kurz der Zwischenstand: beim Stammtisch der TMG wurde das Thema warum ich nichts sehe ausgiebig diskutiert. Der Zeichentubus darf jetzt erstmal zu Olaf in Reha und wird im Anschluss von ihm und dem Arzt meines Vertrauens auf Funktionalität getestet.
 Allen die sich hier beteiligt haben vielen Dank für den Input!

Einen guten Start in die Woche!
Oli

Alfons Renz

Hallo,

Das Problem ist der verharzte Schiebemechanismus...

Mein Tubus wird gerade einer biodynamischne Sonnentherapie auf der Fensterbank unterzogen: Sonnige Wärme und ein Tröpfchen WD40 sollen die Verharzung durch den konstanten Zug eines Gummibands wieder in Bewegung setzen! Erste Beweglichkeiten sind schon feststellbar, aber, da meine rechte Hand gerade in Gips liegt, noch nicht voll testbar.

Die gestrige Diskussion drehte sich speziell auch um die Benennung der Teile: Wie soll man das 'Ding' nennen, das da im Tubusrohr das Bild zum Betrachter (Okular) wirft? Okular - Projektiv oder Projektions-okular?

De facto hat Leitz ein Okular verwendet - das aber hier die optische Funktion eines Objektivs übernimmt: Das von der Tischlampe hell erleuchtete (Zwischen-)Bild des Zeichenblatts wird über den Spiegel (oder Prisma) und das 'Okular' bzw. 'Objektiv' in den Strahlenteiler (zentraler halbdurchlässiger Rundspiegel) zu den Okularen gelenkt und steht virtuell in der Zwischenbildebene der Okulare. Das verschiebbare System zweier Linsen(gruppen?) im Tubusrohr erlaubt die Fokussierung auf die Zeichenebene und eine Vergrößerung (oder Verkleinerung) des eingespiegelten Bilds des Zeichenblatts.

Das Problem (für mich, mit eingegipstem Arm schläft man schlecht und kommt ins Grübeln) ist die Frage: Was gibt dem 'Ding' den Namen: Die Form (='normale Verwendung' = Okular) oder die Funktion (Verwendung = Objektiv)?. Projektions-Okular ist da eine contradictio in adjecto - ein Widerspruch in der Sache, so wie ein runder Würfel.

Ein Okular dient m.E. zur Betrachtung eines virtuellen Zwischenbilds mit dem Auge und ein Objektiv entwirft ein virtuelles Bild eines Objekts in endlicher Entfernung.

Andere Meinungen/Definitionen sind natürlich sehr willkommen!

Herzliche Grüße,

Alfons



     

jochen53

Hallo Alfons,
ich nehme an, die Bezeichnung "Okular", die ja vom lateinischen "oculum" = Auge kommt, hat lediglich praktische Gründe. Man könnte es ja auch "augenseitiges Linsensystem" nennen.
Eine genau so widersinnige Bezeichnung ist m.E. der Begriff "Lupenobjektiv", weil ja eine Lupe bereits die einfachste Art eines Objektivs ist, obwohl sie ja gleichzeitig auch ein Okular ist. Auf die Spitze treibt es dann der Begriff "Augenlupe" (für Uhrmacher). Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn es dazu irgendeine DIN-Norm gibt, die die Begriffe definiert oder eine EU-Verordnung, die auf 184 Seiten definiert, was man unter Wurst versteht.
Viele Grüße und Mitleid mit dem Gipsarm bei der Hitze, Jochen

beamish

Hallo Alfons,
du sagst ja selbst: "das 'Ding'..., das da im Tubusrohr das Bild zum Betrachter ... wirft". Also zu seinem Auge, über den Umweg der Projektionsfläche.

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Alfons Renz

#21
Lieber Martin,

... laut Definition 'wirft' das Okular das visuelle Bild im Tubus in das Auge des Betrachters - also ins Unendliche.

Das ins Tubusrohr gesteckte Okular macht genau das Gegenteil - so wie wir gerne ein Okular umgedreht als Lupe verwenden.

Genaue Definitionen sind schon wichtig, vor allem, wenn wir an die zukünftige Intelligenz denken, die das Alte Testament ins Moderne übersetzen wird: Jacob wurde für ein Linsengericht (lens, Linse) von seinen Brüdern verraten. Das wird dann so interpretiert werden: Gegen einen Satz Zeiss-Planapochromaten haben sie ihn verkauft.

Nix für ungut, und herzliche Grüße,

Alfons

p.s. die erste Hülse mit einer Linsengruppe hat sich durch die Wärmebehandlung schon im Zeichentubus gelöst, aber die äußere Hülse sitzt noch fest und ist mechanisch durch eine 1/2millimeter-dünne Einschraubüberwurfmutter gesichert. Olaf wird seine Freude haben!


Werner

Die verschiebbaren Linsen sind die Grundform einer jeden Variooptik. Einmal wird der Vergrößerungsfaktor eingestellt, zum anderen mal wird scharfgestellt.
Also nennt es einfach "Gummilinse".

Gruß - Werner

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

dann "heizen" wir mal die Diskussion um Begrifflichkeiten etwas an: Der hier gezeigte Tubus projiziert die Zeichenfläche in Richtung Mikroskop; dafür benötigt man am Ende des Rohres ein Objektiv! ;D
Beste Grüße !

JB

Alfons Renz

Richtig! Das 'Okular' fungiert hier als 'Objektiv'...

Und damit wird (mir..) schon klar, weshalb Leitz diesen kuriosen Rollentausch hinter einer höchst kniffeligen mechanischen Konstruktion verborgen hat: Olaf wird, wie schon gesagt, seine Freude an einer hauchzarten Innen-Überwurf-Schlitzmutterschraube haben - wieder so ein "Ding", wo (mir) die zutreffenden Worte - und der passende Schraubendreher - fehlen.

Jürgen Boschert

Hallo Alfons,

Zitat- wieder so ein "Ding", wo (mir) die zutreffenden Worte - und der passende Schraubendreher - fehlen.

Geht noch besser: Habe gerade ein Leitz L Apo 40 / o.7o zerlegt und wieder zusammengebaut; da gibt es einen Ring, der im hinteren Teil des Objektives freischwebend aufgehängt ist, dabei den Durchmesser praktisch vollkommen ausfüllt, sodass er kaum in Position gebracht und manipuliert werden kann; die Aufhängung erfolgt durch zwei Stiftschrauben von knapp 1mm Durchmesser, die von außen an gegenüberliegenden Seiten eingebracht werden müssen, noch dazu durch kleine Öffnungen durch 3 (!) ineinander gleitende und gegeneinander gefederte Messinghülsen.
Beste Grüße !

JB