Zecken-Zicke mit ihrem Holz-Bock

Begonnen von Gerd Schmahl, Juli 27, 2024, 17:09:13 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Gerd Schmahl

Hallo,
im Forum wurden schon immer mal Zeckenpaare gezeigt, wie z.B. hier von Robin "FotoHooK": Wenn Zecken in Zecken stecken. Mir ist es gelungen ein solches Paar der Gattung (Ixodes) zu matzerieren und in MALINOL einzudecken, ohne dass sie sich von einander trennten.
Hier eine Übersicht mit dem SPlanFL2 stitch aus 2 Einzelbildern erstellt mit dem Image Composite Editor:

Paar_stitchFL2x.jpg

Und noch 2 Fotos sind mit dem SPlanApo 4 gemacht und gestakt mit PICOLAY:
Zecken-Paar-1000pix.jpg

dgl. nochmal als Ananglyphenbild:
Zecken-Paar-3D-RC-1000pix.jpg

Ich hatte eine Kollegin und Hundebesitzerin gebeten mir doch noch einmal Zecken mitzubringen. Sie sammelt regelmäßig größere Mengen Zecken von ihrem weißen Hund ab, wo sie gut zu sehen sind. Unter den ca. 30 Zecken, waren auch 2 Paare. Leider trennte sich eines während der Mazeration in NaOH-Lösung.

Viel Freude beim Ansehen wünscht Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

A. Büschlen

Hallo Gerd,

das ist aber eine grosse Arbeit! Hast du die Objekte auf dem Deckglas ausgerichtet, oder auf dem OT?

Viele Grüsse Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Gerd Schmahl

#2
Hallo Arnold,
ich habe auf dem Objektträger "ausgerichtet", wobei es da nicht so sehr viel zu tun gab, außer darauf zu achten, dass das Pärchen richtig herum zu liegen kam. An der Anordnung der Beine oder anderer Körperteile musste ich nichts verändern. Eigentlich brauchte ich sie nur mit dem DG platt drücken. Die Arbeit fand im wesentlichen vorher statt:
- töten und fixieren in Ethanol ca. 60 %
- Einweichen in NaOH 10...15% 24h
- kurz aufkochen über Brenner und langsames Abkühlen im Wasserbad
- weiterhin mehrere Tage in NaOH belassen, bis durchsichtig genug (Bei Einzeltieren koche ich 10min)
- Neutralisieren / Kalkniederschläge auflösen in angesäuertem Wasser (wenige Tropfen HCl) 5min
- Spülen in Aqua dest. 1h, Wasser 1x wechseln
- Alkoholreihe Ethanol 30 - 50 - 70% jeweils 1h

Dann konnte ich zunächst Urlaub machen (von Dresden zur Ostsee und zurück mit dem Fahrrad), denn in dem 70%igem Alkohol sind sie sicher aufgehoben.

- Auf OT bringen, DG auflegen und mit Ethanol 96% härten
- vom OT über die Ecke in ein Schnappdeckelglas gespült und 1h entwässert in wasserfreiem Ethanol (Alkohol 1x wechseln)
- Ethanol absaugen und durch Xylol ersetzen 1h, 1x wechseln
- auf sauberen OT bringen und dessen Mitte ausrichten
- Fusseln entfernen (X-Pol am Stereomikroskop)
- Xylol absaugen (mit Papier)
- MALINOL auftropfen
- 3 Stück Angelschnur 0,35mm um das Objekt verteilt in das Harz bringen
- ggf. noch mal Fusseln und Luftblasen mit Präpariernadel an den Rand ziehen
- Deckglas mit dem Xylol betropfen und mit Papier wieder absaugen, dass nur dünner Film bleibt und auflegen.
- Angelschnurstücke am Rand mit feiner Präpariernadel nochmal ausrichten.

z.Z. trocknet das Präparat noch unter dem Gewicht einer Schraubenmutter. Das wird noch eine Weile dauern, da ich es z.Z. auf keine Heizung legen kann. Wird wohl leider nicht bis zum Dörnbergtreffen transportfähig sein.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Siegfried

Hallo Gerd
Interessanter Beitrag und eine seltene Beobachtung, die du klasse präpariert und dokumentiert hast.
Deine Anleitungen sind immer sehr hilfreich. Danke dafür.
   Gruß von Siegfried

A. Büschlen

#4
Lieber Gerd,

danke für deine gut verständliche Anleitung.
Als Wärmeplatte verwende ich gerne den Router.

Viele Grüsse Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Gerd Schmahl

Hallo Arnold,
was ist ein "Rauter"? Oder meinst Du den "Router". Der wird natürlich auch warm.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

A. Büschlen

Lieber Gerd, danke für den Rotstift🙂

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Gerd Schmahl

Hallo,
gerade wiederentdeckt: Ein Film vom guten alten Institut für wissenschaftlichen Film über die Fortpflanzung des Gemeinen Holzbockes von 1993. Den finde ich sehr sehenswert und informativ. 12 Minuten, die sich lohnen!
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.