Beleuchtungsproblem

Begonnen von opaklaus, September 29, 2024, 10:59:36 VORMITTAG

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opaklaus

Hallo in die Runde,
ohne Anlass und für mich nicht erkennbaren Grund wird bei mir das am Bildschirm entstehende Mikroskopbild  von "pulsierenden Streifen überlagert. Woher kommen sie und vor allen wie kann ch sie bekämpfen? Für eine hilfreiche Antwort wäre ich sehr dankbar.
Mit freundlichem Gruß Klaus Beyer

Michael K.

Nun ich denke deine Mikroskopbeleuchtung wird mit LED betrieben. Und diese wird gepulst um die Helligkeit zu regeln. Das menschliche Auge bekommt das eigentlich schnelle blitzen nicht mit.
Monitore, bzw Kameras schon.
Abhilfe neue LED Beleuchtung, frag hier mal Herrn Hiller im Forum.
Ansonsten als schnelle Hilfe LED Beleuchtung voll aufdrehen und Graufilter oder sehr dünnes Papier in den Strahlengang einlegen (Filterhalter) um Helligkeit zu dämpfen.


Gruss
Michael

opaklaus

Hallo und vielen Dank für den Hinweis. Ich werde jedoch auf Batteriestrom umbauen.
Gruß Klaus

Haus@Hund

Die Streifen entstehen, wie bereits beschrieben, durch die Überlagerung der Restwelligkeiten in der Versorgung der Beleuchtung mit der Zeilenfrequenz der Kamera. Der Effekt lässt sich leider auch bei modernen LED-Beleuchtungen nicht ausschließen, da die Helligkeitsregelung häufig über Pulsweitenmodulation gemacht wird, die auch einen Rest-Ripple erzeugen kann.

Es gibt Mikroskopkameras, deren Software bereits über eine Dämpfung dieses Effekts verfügen, die man zwischen 50 Hz und 60 Hz umschalten kann. Funktioniert auch ganz gut. Ich selbst helfe mir damit, dass ich die Helligkeit der Beleuchtung eher herunterregele, so dass die Streifen immer breiter werden und am Ende tatsächlich ganz verschwinden. Ist natürlich nicht für Aufnahmen mit kurzen Belichtungszeiten geeignet, da dann am Ende kaum noch Helligkeit vorhanden ist.

Viele Grüße
Jörg

opaklaus

Hallo und Dank für den Hinweis,
aber ich glaube, dass ich doch eher auf den einfach handhabbaren Batteriebetrieb umstellen werde, bevor ich nach vielem Experimentieren doch nicht zum Ziel komme. Ihr habt es alle gut gemeint mit den Ratschlägen, aber mit 84 Jahren neigt man vielleicht doch eher zu einfacheren Lösungen.
Gruß Klaus

Rawfoto

Hallo Klaus

Die Batterie hilft dir nicht, wenn du die gleiche LED Beleuchtung einsetzt. Die Pulsbreitensteuerung ist davon unabhängig, sie regelt nur die Helligkeit der LED. Was für eine Kamera hast du denn am Mikroskop, die sind auch mehr oder weniger empfindlich für den von dir gezeigten Effekt.

Die Leistung des LED-Lichtes mit Graufilter zu reduzieren ist eine einfache Sache. Mit Halogenlicht hast du das Problem deutlich reduziert bis ausgeschlossen (wenn dir so ein Lampenhaus zur Verfügung steht - hängt natürlich vom Mikroskop ab.

Spezielle Mikroskopkameras im Preissegment unter 250.- Euro verstärken dieses Problem.

Freundliche Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

opaklaus

Hallo und Dank für die Hinweise. Ja, ich habe eine derartige Kamera (Ca. 200 €, Motic?). Ich möchte es trotzdem erst einmal mit Batterien ausprobieren, Leider bewegen sich perfekte Lösungen aus meiner Sichtweise zu schnell aus dem Rahmen des Füllstandes meiner Hobbykasse.
Mit besten Grüßen nach Wien von Klaus

3nzo

Hallo Klauss,
Ich benutze eine Kamera und habe die von Jörg vorgeschlagene Methode erfolgreich angewendet. Oft sind diese Streifen auf dem Foto nicht sichtbar, das hängt von der Verschlusszeit ab.
Eine andere Lösung besteht darin, die LED mit einem stufenlosen System zu versorgen, mit einem Transistor oder einem integrierten, durch ein Potentiometer gesteuerten System.
Beste grüße.

Enzo

liftboy

Hallo erstmal,

das alles ist der Grund, warum ich auf Glühlampen mit Potentiometersteuerung stehe! Nicht nur, weil ich Nostalgiker bin, sondern auch, weil der Glühfaden viel zu träge reagiert, um Wellen abzubilden.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Jakob_Wittmann

#9
Hallo Klaus, hallo liebe Runde!


Diese Erscheinung einer Bänderung bzw. Streifenbildung hat relativ komplexe Ursachen. Hier beschränke ich mich bitte momentan nur auf einen Hinweis, wie man die Streifen nachträglich beseitigen kann.

Die Grafiksoftware für Astronomie ,,Fitswork" (keine Angst, die Software weiß nicht, dass dies Mikrofotografien sind. Ganz ehrlich! 8)  ;) ) hat einen Filter, mit dem man so etwas behandeln kann!

Download:

https://fitswork.de/software/index.php

(für Raw-Formate bitte auch dcrawfw1477.zip runterladen!}

Es ist sehr ratsam mit dem .tif-Format zu arbeiten, nicht mit JPG!


Alles in einem Ordner ,,entzippen", Installation ist KEINE notwendig. Start  durch Anklicken von ,,Fitswork4.exe" im Ordner.

Nicht verwirren lassen, bitte, sondern nach dem Laden eines ,,gestreiften" Bildes im Menü oben ––> Bearbeiten ––> Ebnen ––> Zeilen gleich hell anwählen und im erscheinenden Fensterchen ,,absolut" aktivieren und den Richtwert so um 55 herum wählen (man muss manchmal herumprobieren).

Es klappt nicht immer, aber relativ oft ... ;D  ;)



Ich habe ein vergleichbares Verhalten (Streifenbildung) auch bei der Nutzung einer Beleuchtungseinrichtung, die ,,authentisch" mit einer Glühlampe betrieben wird und deren Stromversorgung mit dem seinerzeit dafür vorgesehenen Steck-Transformator erfolgt.

Beispielsweise: ZEISS JENA Lg mit original Beleuchtungsuntersatz (6 V, 15 W). ZEISS Trafo.

Unter 40 ms Belichtungszeit treten bei der verwendeten Kamera, eine durch Peltier-Elemente kühlbare QHY 183c CMOS, Sony 20 MPix-Sensor, Streifen auf.

Das ist insofern besonders lästig, da diese Kamera Belichtungszeiten bis hinunter zu 0,0005 Sek (1/20 000 Sekunde) erlaubt.
Nützt man gewisse Features des Gerätes aus, kann man auch mit der relativ schwachen Niedervoltbeleuchtung gute Abbildungen bei extrem kurzer  BLZ erreichen, wodurch zum Beispiel das Einfrieren von schnellen Bewegungen mancher Mikroorganismen auch OHNE Blitzeinrichtung möglich wird!

(siehe bitte Beispielbild mit Ciliat)

Wäre nicht die Streifenbildung ... ;)


Liebe Grüße


Jakob
jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

Peter V.

Hallo,

das Streifenproblem gibt es natürlich auch bei Halogen, insbesondere bei den eingebauten Mikroskopnetzteilen aus den 70ern bis 2000ern. Abhilfe schatt ein gutes stabilisiertes externes Gleichspannungsnetzteil.
Auch LEDs kann man über solche Netzteile ansteuern. Ich habe u.a. ein Peak Tech 6080 im Einsatz (bis 3 A) und da flackert nichts. Reblaus-Rolf berichtete mal über Probklem mit einem zu hohen Einschaltstrom bei solchen Netzteilen, der ihm eine LED zerschossen hat, ich habe dieses Problem noch nie gehabt. Vielleicht war es ein spezielles Problem seines speziellen Netzteils.

Herzliche Grüße
Peter
 
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

opaklaus

Hallo in die Runde,
also die Streifen. Zuerst möchte ich mich bei den beteiligten Freunden für ihre Mühe um die Beantwortung meiner Anfrage bedanken. Ich konnte natürlich nicht alle Ratschläge umsetzen oder auf ihre Wirkung ausprobieren. Folglich zuerst die einfache Lösung. Eine mit 3x1,5V AAA Batterien betriebene flache "WerkstattlampeW liefert erst einmal ausreichend streifenfreies Licht und ist mir weit angenehmer als der Ärger mit dem Strom aus der Steckdose. Ich habe wiederaufladbare Accus eingesetzt. Im Anhang ein Bild der Lampe und einmal Diatomeen-Trümmer.
Mit freundlichem Gruß Klaus

opaklaus

Hallo,
darf ich nochmals zusammenfassen. Die Umstellung auf Batteriestrom hat die vorgenannten Streifen und Wellen beseitigt. Im Anhang ein Pollenbild; Gestackt aus 12 Bildern. Aufnahmen ohne Deckglas und Einbettmittel.
Gruß Klaus

liftboy

Hehe... geht doch :-)
Gratulierung!

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Niels Bohr