Auch mal Lackabdrücke oder ein Chip im Durchlicht.

Begonnen von Carsten Wieczorrek, September 29, 2024, 20:10:45 NACHMITTAGS

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rlu

Hallo Carsten,

die Bilder werden ja immer besser. Der Maßstab ist ja auch sehr klein.
Gibt es eine Möglichkeit, dass du die Dicke von dem Auftrag steuerst und vor allem den Lack auch plan bekommst.

Ist die Welligkeit an der Oberfläche ein Thema?
Wenn man einen Lack aufträgt, hat man immer das Gefühl, dass er wellig ist.
Vielleicht ein Deckglas auflegen(auch mit Aceton bestrichen)
Die Autlackierer schleifen, dafür ist Nagelack zu weich, der "Uhu hart" ist vielleicht ok.
Anflammen

Oder noch eine Idee, mit extrem feinen Acetonnebel oben aufsprühen

Apropos wie wäre es mit dem Aufsprühen von Lack mit einer Airbrush-Pistole?
Schichtdicken von ~35µm.

Nur mal so Ideen.

Liebe Grüße
Rudolf

H. Ott

Hallo zusammen,

für Lackabdrucke verwende ich bevorzugt den Klebstoff UHU hart. Entweder direkt in dünner Schicht auf die abzudruckende Fläche verteilen, antrocknen lassen (Minutenbereich, testen) und Film abziehen. Oder in einen angetrockneten Klebstofffilm auf einem Objekltträger das (kleine) Objekt kurz eindrücken und wieder entfernen. Einfaches Wasserpräparat herstellen. Kontrastierung durch Phako, schiefe Beleuchtung oder DIK.

Ein Beispiel für die zweite Methode im Phako:

Homo_Abdruck Objektiv 40x_APlanPh2_Forum.jpg
Haarabdruck (von einem der immer weniger werdenden Haare auf meinem Kopf), 40x, A-Plan Ph2. Vorheriges Putzen von Objektträger etc. hätte dem Bild gut getan.

Grüße
H. Ott

Nochnmikroskop

Hallo,
ich habe mir mal den Discofilm gekauft und auch mit einer kleinen Platine Versuche unternommen.
Der Discofilm hat etwa die Konsistenz von Honig. Er wird direkt satt aufgetragen (kein Trennmittel) und läuft dann zähflüssig in die feinsten Poren. Blasenbildung ist nur minimal erkennbar, wenn überhaupt.
Bei meiner Platine sind Bohrungen in die dann auch der Film hineingelaufen ist. An den Stellen war er recht schwer herauszubringen.
Der Ausgetrocknete Film (je nach Wärmeeintrag 2-20h, ich habe die Platine ca. 2h auf die warme Heizung gelegt) ist zähelastisch, scheint sich aber trotz der Anhaftung an den Bohrungen kaum zu dehnen, bzw. geht in die Ausgangsstellung zurück. Bei Schaltungen ohne Bauteile und Bohrungen wird die Ablösung leichter gehen.

Wie sich der Film, der mit erneutem Auftrag lt. Hersteller wieder zu dickerer Schicht verbindet, mit Lösemitteln reagiert müsste dann noch getestet werden. 
Ich habe den losen Film ringsum mit Tesafilm auf Objektträger befestigt und nur den Teil der Betrachtung frei gelassen.

Bilder im Anhang.

LG Frank

 Bild 1: Film teilweise mittels Pinzette abgezogen, Objektträger
Schaltung mit Filmabzug.jpg

Bild 2: Detail bei 33x, Stack incl. Bohrung in 3D. Das Bild ist ja ggü. Original 180° gedreht, also Bohrung geht nach oben.
Schaltung Detail 33x und 3D.jpg

Bild 3: 3D Panorama, 3D Höhendaten
Schaltung Pano 3D und 3D Höhen.jpg 
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.
keine KI

Gerd Schmahl

Hallo Frank,
das ist jetzt aber im Auflicht betrachtet oder?
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Nochnmikroskop

Hallo Gerd,

nein, ist mit schiefer Beleuchtung im Durchlicht belichtet. Das ist ein genialer Einsatz vom Olympus Stemi den man in Grenzen noch einstellen kann.
Den Objektträger habe ich einfach so aufgelegt.

LG FrankOlympus Oblique-Einsatz.jpg
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.
keine KI

Spectrum

Hallo Carsten,
Ich hab mich auch einmal an einem Abdruck versucht. Mein Tipp an dich wäre "Bondic". Das ist ein UV härtender Kleber, ähnlich der Abformasse, wie er von Zahnärzten für Abdrücke verwendet wird. Vorteile von dem Zeug sind, das man einfach direkt einen Tropfen auf den Objektträger geben kann. Dann das Objekt in den Tropfen einsinken lassen, etwas festdrücken und dann von unten durch den Objektträger hindurch mit der UV-Lampe aushärten. Die Verbindung ist dabei nicht so bombenfest wie bei einem Harz, und das Material läßt sich wie eine Schutzfolie abziehen. Für Blattabdrücke ist das ideal, einfach das Blatt nach dem Aushärten abziehen. Auf dem Objekträger bleibt der sehr fein ausmodellierte Abdruck zurück. Dieser läßt sich auch ganz einfach mit einer Pinzette wieder als Ganzes vom Objektträger entfernen. Bei starren Objekten wie dem Chip ist das Trennen aber etwas schwieriger. Die Haftung am Silizium war fester als am Glas. Hier das Ergebnis:IMG_20241023_120454.jpg
Der Abdruck wurde in Wasser unter einem Deckglas abgedeckt.
"schräges"Dunkelfeld
Nikon Plan Fluor 10 0,3 Bildausschnitt
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!

Spectrum

Hier das Ganze nochmal im Durchlicht DIC:
IMG_20241023_115441.jpgIMG_20241023_120050.jpg
Gleiche Probe, in Wasser+Deckglas
Nikon Plan Fluor 10 0,3
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!