Objektive - welche sind DIK-tauglich? Theoretische Überlegung...

Begonnen von purkinje, Januar 26, 2025, 09:53:56 VORMITTAG

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purkinje

#15
Hallo Alexander,
Zitat von: Aljoscha in Januar 30, 2025, 12:41:54 NACHMITTAGSMit dem Plan-Neofluar 100x/1.3 bringt der "falsche" Schieber (für das Planapo 63x/1.4) wesentlich besseren Reliefkontrast als der "richtige" Schieber, der angeblich zum Objektiv passt.
Interessant, evtl. kannst Du ja etwas konkretisieren, was dort den besseren Reliefkontrast im Bild ausmacht?

Meiner Ansicht nach, müssen generell gesprochen, bei der Evaluation von DIK-Ergebnissen immer die verschiedenen Qualitäten zuerst einzeln betrachtet und beurteilt werden:
Amplitudenkontrastanteil: Kontrastverhalten/-änderung durch DIK, die Verstärkung des Kontrastes durch Inversion, im Vergleich zum Hellfeld, absorbierende Strukturen werden heller auf dunklerem Hintergrund dargestellt (vereinfacht das "gläserne Leuchten" bei Diatomeen oder Zellgerenzen)
Phasenkontrastanteil: Pseudo-3D bzw. Reliefeffekt, Plastisches Erscheinungsbild, Phasenobjekte werden richtungsabhängig als Amplitudenänderung dargestellt.
Optischer Schnitt: durch sehr geringe Schärfentiefe bedingte Erscheinung wie Schnittbild, da die volle oder größere Apertur von Objektiven bei gleichzeitiger Kontrasterhöhung genutzt werden kann. Im Gegensatz zu blendenbasierten Methoden, bei denen Kontrastverstärkung mit zusätzlich stärkerer Kontrastierung von Objekten außerhalb des Fokus, also unscharfen Strukturen einhergeht.

Natürlich sind diese methodisch bedingt nicht von einander unabhängig. Bei manchen DIK-Ergebnissen zeigt sich jedoch schnell, dass es sich um recht reinen Amplitudenkontrast handelt, dort also die "Bias compensation" durch das obere Prisma versagt hat. Solche Ergebnisse sind dann wesentlich unaufwendiger und günstiger mittels halbdurchlässigeren Blenden oder wie oben beschrieben mit nur einem Prisma erreichbar.
Beste Grüße Stefan

Jürgen Boschert

Hallo Stefan,

ja, die einzelnen mit dem DIC assoziierten Effekte sind schon schwierig zu fassen, geschweige denn zu quantifizieren. Es gibt noch einen Effekt, den ich irgendwie nicht in die von Dir genannten Kategorien einzuordnen vermag: Bei einem "schönen" DIC scheinen die Objekte von innen her zu leuchten; in dieser Hinsicht reagiert der neuere Zeiss-West DIC mit den kleinen Einzelschiebern übrigens sehr auf auch nur geringes Abblenden der Kondensorapertur, der Leuchteffekt ist dann weg, das Bild wirkt stumpf. Da ich das nicht selbst testen kann: Ist das bei den neuen Zeiss-Unendlichsystemen auch so? Der Ur-DIC ist da tatsächlich sehr viel toleranter.
Beste Grüße !

JB