eindeckmittel aushärtung

Begonnen von güntherdorn, März 11, 2025, 09:52:55 VORMITTAG

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güntherdorn

ist stelle mir gelegentlich die frage, ob die lösungsmittel sämtlicher eindeckmittel wirklich NUR über den deckglas-rand verdunsten? ...
also nicht auch etwas durch das 0,17er deckglas ?

das von mir inzwischen favorisierte "histokitt" härtet am rand schon nach einigen stunden "transportfähig" aus. ich hab´ es durch bodo braunstorfinger kennengelernt. nach 2 tagen ist histokitt gut immersions-öl-abwischbar. bei den meisten anderen einschlussmitteln muss (sogar mit 40-50°C) wochen oder gar monate (immer eben gelagert) gewartet werden.
für mich ist das unerträglich, denn ich muss z.b. oft in kürzester zeit eine kleintier-kotprobe nach den kleinen cryptosporidien mit öl untersuchen, damit eine schnelle therapie erfolgen kann.
seit gut 60 jahren begleitet mich das thema über zedernholzöl, caedax, euparal, malinol, pvp, magnacol und einige andere einschlussmittel.
UV-härter und 2-komponenten-mittel ausgeschlossen.
aktualisierung vom 17.3.2025:
1. nach 1 woche ist histokitt so hart, dass sich das DG auch mit gewalt nicht mehr verschieben lässt ! ;)
2. das thema der infektiösität ist bei mir über kontaktlose übertragung per einmal-pipetten-spitzen von eppendorf gesichert.
ich berühre die alkoholische lösung nicht! danke für die tips dazu.
3. schon etwas kurios, dass das lösungsmittel erst durch die bereits gehärteten rand verdunsten muss.
4. dass durch das DG nichts verdunstet, hatte ich bereits vermutet. danke f.d. bestätigung.
- gerne per du -
günther dorn
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=444.0
www.mikroskopie-gruppe-bodensee.de
gildus-d@gmx.de

K. B.

Hallo Günther,

ja die Lösemittel verdampfen nur am Rand, intaktes Glas ist für normale Lösemittel in der Regel nicht durchlässig.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
                  Zeiss GFL Trinokular (DL; PH; Fluo; AL)
                  Olympus CK2 Invers Trino (DL; PH; Fluo)
                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

jochen53

Hallo,
bei Lösemittel-verdünnten Systemen findet keine Diffusion von Lösemittel durch das Deckglas hindurch senkrecht zum Objektträger statt. Eine Verdunstung kann erst stattfinden, nachdem das Lösemittel parallel zum Objektträger durch die Eindeckmittelschicht zum Randspalt zwischen Deckglas und Objektträger diffundiert ist. Diese Diffusionsgeschwindigkeit ist leider sehr sehr langsam. Der einzige Parameter der Diffusionsgeschwindigkeit, den man hier beeinflussen kann, ist die Temperatur.
Durchs Deckglas hindurch kann nur die Aushärtung von UV-härtenden Materialien durch UV-Strahlung initiiert und beschleunigt werden.
Viele Grüße, Jochen

rlu

#3
Hallo Günther,

du mikroskopierst doch Lebend-Proben.
Was für einen Sinn macht das, diese eindecken zu wollen?
Das geht nicht. Es sind doch keine Trockenausstriche.
So weit ich dich kenne, dokumentierst du doch deine Bilder/Videos perfekt.
Damit ist das Foto/Video mit der richtigen Zuordnung zur Probe doch ausreichend.
Abgesehen davon, dass es sich hier um kontaminiertes Material handelt.
Weg damit!!! Und aufpassen, diese Erreger sind extrem resistent gegen alle Desinfektionsmittel.

Liebe Grüße
Rudolf

güntherdorn

#4
hallo rudolf,

1. bei bakterien muss ich wegen 1000x immer ölen.
2. frisches plankton macht bei mir nur 20% aus.
3. meine proben erhalte ich immer in alkohol, also konserviert und nicht mehr infektiös.
  ... dies wurde widerlegt !

ich hab´ nun einen histokitt-test gemacht:
nach 2 tagen DG nur noch sehr schwer (mit holzstab) verschiebbar.
ich erwarte, wie auch fa.roth antwortete, in 1 woche voll-aushärtung.
mein bericht ganz oben, wurde am 17.3.2025 ergänzt. (s.o.)

ciao,
günther
- gerne per du -
günther dorn
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gildus-d@gmx.de

Jürgen Boschert

Hallo Günther,

Zitat... 3. meine proben erhalte ich immer in alkohol, also konserviert und nicht mehr infektiös. ...

Das ist ein Trugschluss, Vorsicht!
Beste Grüße !

JB

K. B.

Hallo Günther,

konzentrierter Alkohol führt bei einigen Bakterien nur zu bildung einer Überdauerungsform die sehr robust ist, deshalb sind die meisten Desinfektionsmittel aus verdünnten Alkoholen oder Mischungen aus Alkohol und anderen Lösemitteln bzw. Benetzungsmitteln zusammengesetzt.

Viele Grüße
Kay
Mikroskop: Olympus BH-2 BHTU/ BHS mit Trino (DL; PH; Fluo; DF; AL)
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                  Olympus GB (DL; PH)
Mikroskopkamera: Canon EOS 550D; EOS RP

dicentra

#7
Hallo an alle und insbesondere Günther,

bei dem was hier grade zu lesen ist muss ich kurz reingrätschen- entschuldigt, wenn es mit der Eindeckung nicht direkt was zu tun hat- aber gerade hier wo auch viele sowas aus pure Interesse ohne entsprechendes Hintergrundwissen machen, halte ich es für wichtig auf Folgendes hinzuweisen:
 Es ist völlig richtig, dass zur Desinfektion häufig 80% Ethanol oder 70% Isopropanol bei  Bakterien wirksam ist.
Cryptosporidien sind aber keine Bakterien und haben ein VÖLLIG andersgeartetes Muster, was die Inaktivierbarkeit angeht. Alkohole sind nicht ausreichend wirksam gegen Cryptos! Nein, kein bisschen! Nichtmal eine Einwirkzeit im Stundenbereich juckt die. Cryptos werden effektiv NUR durch Sauerstoffabspalter oder Ammoniumhydroxid inaktiviert (mal abgesehen von anderen, speziellen Anwendungen wie Lysepuffern etc.).
Ein Labor das zur Inaktivierung von Cryptosporidien Alkohole einsetzt würde seine Zulassung wegen akuter Mitarbeitergefährdung verlieren.

Sei da bitte vorsichtig, auch wenn bis jetzt ,,alles gut ging".
Hygienegrüße vom Oli  ;)

Und jetzt auch noch was zum Thema Eindeckung:
Das Lösemittel verdunstet ja nicht DURCH das Deckglas, aber es gibt ja auch Präparate wie Merckoglas. Da wird das Deckglas gleich durch das Einbettmedium ersetzt. Das ist ja für die schnelle Diagnostik im Histolabor gedacht, wäre das evt. das passende?