Botanik: Acker-Schachtelhalm (Equisetrum arvense) *

Begonnen von Peter T., Mai 12, 2025, 18:43:59 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Siegfried

Hallo Peter
sowohl Desktop als auch Smartphone.

Peter T.

Hallo Siegfried,

welche Bilder sind denn bei Dir betroffen?
Liebe Grüße
Peter

Siegfried


Peter T.

Liebe Grüße
Peter

Siegfried


Gerd Schmahl

#20
Hallo Peter,
ein schönes Beitrag, aber ich habe da an 2 Stellen Bedenken, ob Deine Interpretationen alle richtig sind:
Bauchschmerzen habe ich bei Bild 6  und der dazugehörigen Erläuterung:
ZitatHier sehen wir die Epidermiszellen mit Silikateinlagerungen.
Du hast alkoholfixiertes Material geschnitten. Ich halte die Einlagerungen in den Epidermiszellen für Chloroplasten, denen das Chlorophyll fehlt.

Die Silikate werden nicht in die Zellen eingelagert, sondern in den Zellwänden. Sie sind entweder amorph höchstens mikrokristallin und somit lichtmikroskopisch nicht auflösbar. Da sie ungeregelt in den Zwischenräumen der Zellulosefasern eingelagert sind, sind sie auch nicht doppelbrechend. Was die starke Wirkung im polarisierten Licht erzeugt (Bilder 8 und 11) sind die in sehr feinen Strängen angeordneten Cellulosefasern. Das Phonemen tritt ja auch bei Pflanzen ohne Silikateinlagerungen auf, ist aber um so auffälliger, je dicker die Schnitte sind (Handschnitte).

Beste Grüße
Gerd

Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter T.

Hallo Gerd,

vielen Dank für Deinen Beitrag!

Du hast natürlich Recht, Silikat wird in die Zellwände und Interzellularräume eingelagert. Somit sind die dargestellten Strukturen Chloroplasten.

Bei der Wirkung im polarisierten Licht bin ich Deiner Erklärung gegenüber aber skeptisch. Es handelt sich bei diesen Schnitten auch nicht um Handschnitte, sondern um ca 50µm große Mikrotomschnitte. Eine vergleichbare Lichtreflexion habe ich bisher noch nie gesehen. Bei einem hohen Gehalt an Silikaten in der Epidermis halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass die durch sie ausgelöste Lichtreflexion sichtbar ist.

In jedem Fall vielen Dank für Deine Einwände. Ich werde sie im Text berücksichtigen.
Liebe Grüße
Peter

Gerd Schmahl

Lieber Peter,
ZitatEine vergleichbare Lichtreflexion habe ich bisher noch nie gesehen.
Ich dachte es handelt sich sowohl bei Bild 8 als auch bei Bild 11 um Aufnahmen im Polarisierten Licht, ich nehme an bei gekreuzten Polarisatoren. Da reden wir von Doppelbrechung und Interfernzfarben, nicht von Reflexion.

ZitatEs handelt sich bei diesen Schnitten auch nicht um Handschnitte, sondern um ca 50µm große Mikrotomschnitte
Bei Bild 8 mag das zutreffen. Zu Bild 11 aber, wo die herrlich bunten Interferenzfarben zu sehen sind, schreibst Du:
ZitatJetzt noch ein Längsschnitt des Hauptsprosses. Hier habe ich versucht, freihand zu arbeiten und mit einem Skalpell geschnitten. Auffällig hier das im polarisierten Licht überaus farbenfrohe Erscheinungsbild.

Ich will Deiner These nicht vollkommen widersprechen, dass die Stärke der Interferenzfarben vielleicht doch mit den Einlagerungen zu tun haben, aber entscheidend ist hier nicht was eingelagert wurde, sondern die Strukturen. Die Cellulosefasern bilden das Grundgerüst und sind auch für die faserige Struktur und somit für die Doppelbrechung verantwortlich. Die Dicke der Zellwände sollte hier stärker ins Gewicht fallen, als die Art der Einlagerung zwischen den Cellulosefasern.

Übrigens bestehen der Objektträger und das Deckglas aus sehr ähnlichen Silikaten, ohne dass sie eine Doppelbrechung zeigen (amorphe Struktur).

Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter T.

Hallo Gerd,

da haben wir uns bei den Schnitten missverstanden. Bild 8 ist ein Mikrotomschnitt. Schnitt 11 ist wie beschrieben ein Freihandschnitt.
Meine Idee war nur in Bild 8 (siehe die Anmerkung unter dem Bild), dass die glitzernden Reflexionen auf die Silikate zurückzuführen wären.

Natürlich habe ich nicht annähernd Deine Erfahrung mit Pflanzenschnitten, deshalb akzeptiere ich Deine Erklärung mit den Cellulosefasern.  Dann ist es wohl so, dass die Silikateinlagerungen lichtmikroskopisch keine Rolle spielen.
"Again what learned" würde Lothar M. sagen. ;)

Liebe Grüße
Peter

Gerd Schmahl

Hallo Peter,
Zitat von:  Peter T.Natürlich habe ich nicht annähernd Deine Erfahrung mit Pflanzenschnitten
Das sehe ich anders: Meine praktischen Erfahrungen mit Pflanzenschnitten halten sich noch in relativ engen Grenzen, dafür habe ich einige Erfahrung mit Polarisationsmikroskopie, sowohl im geologischen als auch im biologischen Bereich.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Fahrenheit

Lieber Peter,

vielen Dank für den schönen und informativen Beitrag, den ich gerne gelistet habe.

Beste Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Peter T.

Liebe Grüße
Peter