Optionen ein altes Leitz Hufeisen mit Binokularansatz auszurüsten ?

Begonnen von AlexS, Januar 03, 2026, 10:23:19 VORMITTAG

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AlexS

hallo,
ich nutze ein altes Hufeisenmikroskop von Leitz :
IMG_2026-01-03-101350.jpeg
Wie man sieht habe ich es mit moderneren Objektiven ausgestattet und einen Adapter für 30mm Okulare angeschraubt.
Das schöne Mikroskop würde ich gerne weiterhin verwenden aber eben gerne mit Binokularansatz.
Ein schneller Blick bei Ebay fördert zwei historische Ansätze zutage ,
der Eine wunderschön aus Messing aber mit 380,-€ dann doch über meiner Erwartung .
Auch weis ich nicht was diese alten Teile optisch leisten im Vergleich zu aktuellen Modellen.
Gibt es modernere Optionen dafür ?
Insbesondere könnte die notwendige Tubuslinse zum Wegausgleich ein Problem sein denke ich ?
Für Ideen wär ich dankbar,
Gruß Alex

Thomas Böder

Moin Alex,
ich habe so ein Teil von Reichert.
Funktioniert quasi an fast allen Mikroskopen.
Eine Tubuslinse ist eingebaut.
Aber... der Aufsatz ist schwer und du musst die Höhenverstellung straffer machen.
Sonst bewegt sich der ganze Kram von alleine nach unten.
Das Bild ist deutlich dunkler und kontrastärmer.
Der Aufbau ist sehr hoch!

Das ist eine nette Spielerei aus alten Zeiten, aber sehr praxisfern.

Für das Geld solltest du auch ein gutes gebrauchtes Mikroskop mit binokularem Tubus bekommen.


IMG_6266.jpeg

IMG_6265.jpeg
Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

jochen53

Hallo Alex,
ich habe ein "neueres" Laborlux 1 von ca. 1950, dem Nachfolger der Hufeisenstative. Das hat zwar einen Binokulartubus, der aber noch mit einem Feingewinde auf das feste Tubusrohr aufgeschraubt wird. Erst beim Laborlux 2, das sehr ähnlich aussieht, konnte man den Beobachtungstubus einfach wechseln. Austauschbar waren beide nicht.
Du fragst nach der optischen Leistung, dazu meine eigene, nicht unbedingt repräsentative Meinung:
Die im Binokulatubus eingebaute Otik führt m.M. n. zu einer am Bildfeldrand deutlich sichtbaren Unschärfe. Und bevor hier jemand auf Bildfweldwölbung und schlecht korrigierte Okulare und Achromaten zu sprechen kommt: Nein, man kann die Unschärfe nicht durch Nachfokussieren beseitigen, sie bleibt. Diese Mikroskope hatten ursprünglich ein Okular mit ziemlich kleiner Sehfeldzahl (heute häufig spöttisch als "Schlüsselloch-Okular bezeichnet), bereits mit einem "moderneren" 10x-Periplan GF oder NF aus der 170 mm Ära ist dieser Bino-Tubus leistungsmäßig überforder, es sei denn, man lebt mit der Randunschärfe. Okulare mit größerem Bildfeld schafft der einfach nicht und man kann sich das Geld dafür m.M.n. sparen. Außerdem hat er einen Vergrößerungsfaktor von 1,25 x, was ich nicht mag und eine Kompensation der Tubuslänge beim Verstellen des Augenabstands hat er natürlich auch noch nicht.
Bino-Tuben waren zur Zeit dieser Stative noch relativ selten und teuer und ich kann nicht sagen, ob ein spätererLaborlux-Tubus auf Dein Stativ mechanisch und optisch passen würde. Auf dem Gebrauchtmarkt ist sowas sehr selten zu finden.
Viele Grüße, Jochen.

rhamvossen

#3
Hallo,

Zitateinen Adapter für 30mm Okulare angeschraubt.

Warum? Ist der 25 mm Originaltubus nicht dabei? Dein 30 mm Okular ist für Stereomikroskope gemeint und kompensiert die Bildfehler deiner Objektive nicht.

Im algemeinem: ein Binokularansatz auf ein Hufeisenstativ ist das schlimmste das man machen kann. Das wird ein gutes Bild ziemlich sicher in ein mittelmäßig bis schlechtes Bild ändern. Ein Hufeisenstativ ist ein Fototubus ohne zusätzliche Optik, nur Objektiv und Okular, was zu einem sehr gutes Bild führt, allerdings nur wenn das richtige Okular verwendet wird. Wenn du ein Binokulartubus willst macht es mehr Sinn ein "normales" Binokukarmikroskop zu kaufen.

Noch ein Tipp: wenn du die Taschenlampe verwenden willst: ein Diffusor gleich auf die Taschenlampe anbringen (wie auf dein Bild) hat keine große Wirkung, besser liegt man der Diffusor im Filterhalter. Und sicher nicht auf die Frontlinse des Kondensors wie auf dein Bild zu sehen ist)



Beste Grüsse,

Rolf

AlexS

hallo,
vielen Dank für eure Beiträge, das hab ich mir schon so etwa gedacht....
Rolf : das Periplan GW 8x passt hervorragend zum EF und Fluotar und hat ein deutlich größeres Sehfeld ....
das Tape auf der Kondensorlinse (guter Beobachter !) habe ich weil ich gerade die
,, Kristiansen Illumination ,, teste .
Siehe auch :
https://de.scribd.com/document/645579945/Kristiansen-illumination
viele Grüße Alex

rhamvossen

#5
Hallo Alex,

ZitatPeriplan GW 8x

Die Informationen hatten wir noch nicht. Klar, das wird passen. Beste Grüsse,

Rolf

Peter_le

Hallo,

Tatsächlich gab es Hufeisenmikroskope auch in Original für 30mm Okulare. Und zwar mindestens von Leitz und R. Winkel.

Aber wenn du Binokular mit 30mm Okularen bzw. großen Sehfeldern arbeiten willst führt meines Wissens kein vernüftiger Weg an endlich-Mikroskopen mit entsprechender Großfeldoptik vorbei.

Es ist natürlich auf Biegen und Brechen möglich ein Hufeisenmikroskop mit einem moderneren Binotubus auszustatten,  aber entweder mit enormer Verlängerung der Tubuslänge (mit seinen optischen Nachteilen) oder mit selbstgebastelten Telansystemen. Natürlich kann man die höhere Weglänge mit einer einzigen Linse kompensieren, erkauft mit einem Tubusfaktor. Von Zeiss-Winkel gibt es so ein System,  bei dem ein Tubus aus dem Standardsystem verwendet werden kann. Tubusfaktor: 1,5x oder gar 2x?

Lösung könnte sein: Mit unendlich-Optik ist die Tubuslinse meines Wissens ja nach Marke etwa 200mm vom Objektivanschlag entfernt.  Würde reichen um ein Hufeisenmikroskop mit unendlich-Binokulartubus und unendlich-Objektiven auszustatten.

Grüße
Peter