Gradient bei Blitzeinrichtung / Strahlengang des Zeiss Jenaval

Begonnen von Peter V., Dezember 19, 2025, 13:59:45 NACHMITTAGS

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junio

Lieber Hubert,
herzlichen Dank für Deine schnelle Reaktion. Da ich mir den Komfort eines Photoshop-Abos leiste, konnte ich mit Deinen Hinweisen zur Tontrennung die Anwendung schnell nachvollziehen.
Ich habe in diesem Thread viel gelernt. Schließlich war ich ja auch der Auslöser des Beitrags von Peter, der einen Gradienten beklagte, der bei einer Blitzeinrichtung von mir auftrat. Zwischenzeitlich war, bzw. ist die Einrichtung bei mir, aber ich möchte Peter nicht vorgreifen, da er sie noch nicht wieder abholen konnte.

Beste Grüße von Jürgen

 

Malte Vaupel

Moin,  Peter.

Mir fällt wie bei den anderen nur eine falsche bzw inkorrekte Ausrichtung der Blitzeinrichtung ein.

Außerdem ist es empfehlenswert die Umbaumaßnahmen auf LED ebenfalls mal bewerten zu lassen und schauen ob beides so homogen zueinander ist.

Was anderes fällt mir schlicht nicht ein und würde keinen Sinn ergeben

Dir einen schönen Rest-Sonntag gewünscht


Mit freundlichen Grüßen

Malte
Ein weißer Mann sagte einmal:
If you never Try you will never know

Peter V.

#47
Hallo Kurt,

mit Interesse habe ich Dein Bild der Projektion des LED-Chips auf die Mattscheibe gesehen



und einmal geschaut, wie das bei mir aussieht.

Zunächst fiel mir auf, dass Du offenbar eine andere Bauform der Kollektoroptik hast. Mein Mikroskop ist ein Jenaval und Deines ein Jenaval Contrast, aber ich ging bisher davon aus, dass die Lampenhäuser identisch seien. Meine Jenaval Contrast steht derzeit leider etwas ungünstig, sodass ich nicht gut an das Lampenhaus komme, um nachzusehen, ob dort auch eine Kollektorlinse Deiner Bauform verbaut ist.

Mit der originalen Narva-25 W-Halogenleuchte sieht an meinem Jeneval das auf die Mattscheibe projizierte Bild jedenfalls so aus:

Screenshot_20251230_162710_Gallery.jpg

Mit meiner LED hingegen so:

Screenshot_20251230_162737_Gallery.jpg

Die 4 Segmente werden nach Festschrauben des LED-Einschus nicht scharf auf der Mattscheibe abgebildet; wenn in die Schraube löse, kann ich die 4 Segmente darstellen, dann wird die beleuchtete Fläche aber noch etwas kleiner. Sie ist so oder so auf der Mattscheibe kleiner als bei der Halogenlampe und auch kleiner als bei Deiner LED.

Ob es daran liegt, dass Deine LED (sie hat offenbar einen Dom) einen weiteren Asbtrahlwinkel hat? Kennst Du den Abstrahlwinkel Deiner LED?

Hier zwei Bilder meiner LED:

Screenshot_20251230_162645_Gallery.jpg

Screenshot_20251230_162617_Gallery.jpg

Ganz offenbar ist es gar nicht so leicht, die Halogenlampe immer gleichwertig in Bezug auf die Ausleuchtung durch eine LED zu ersetzen, es gibt (zumindest hier bei Jenaval) anscheinend ein paar Fallstgricke.

Kannst Du, Kurt, denn ein 12.5x Objektiv bei 1x Tubusfaktor mit Deiner LED homogen ausleuchten?

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Lupus

Hallo Peter,

ZitatOb es daran liegt, dass Deine LED (sie hat offenbar einen Dom) einen weiteren Asbtrahlwinkel hat? Kennst Du den Abstrahlwinkel Deiner LED?
seine LED hat sicher keinen größeren Abstrahlwinkel, der größte Winkel wird durch eine "nackte" LED erreicht ohne aufgeklebte Linse wie bei Dir. Aber die Wirkung einer solchen den Abstrahlwinkel einengenden Linse besteht gleichzeitig immer darin, dass das virtuelle Bild der LED-Leuchtfläche in etwa gleichem Maß größer wird (also der Anblick wenn man durch die Linse auf den LED-Chip blickt).

Nach dem Schema des Jenaval-Beleuchtungsstrahlengangs sollte das Bild nicht auf der vorderen Mattscheibe fokussiert sein, sondern etwa auf die innere Mattscheibe. Das ist eventuell nicht ganz unwichtig weil das Bild dieses Bildes durch die Linse L2 in die Aperturblende abgebildet wird. Wenn der Abstand größer als vorgesehen ist, wird das Bild in der Aperturblende kleiner.

Du kannst doch sicher ausmessen wie groß der LED-Chip ist, und wie groß die Glühwendel der Halogenlampe im Vergleich dazu.

Hubert

HCLange

Hallo Jenaval-Liebhaber,

der Abstand des Leuchtfeldbilds (in Richtung HLW-Optik) ist nach meinen Messungen ca. 20mm vom 25W-Lampenhaus entfernt (Auflage Lampenhaus auf Stativ).
Das Bild ist 2,5x größer (5x5mm) als die Lampenwendel (2x2mm).

Eine Anmerkung zur Blitzadaption: Ist die Blitzaustrittsfläche durch eine runde Maske begrenzt, sodaß nur der mittlere Teil des von der Blitzröhre abgestrahlten Lichts genutzt wird, oder geht auch das Streulicht um den Kollektorfokus ungehindert durch ? Das könnte vermutlich auch zu einer ungleichmäßigen Ausleuchtung führen.
Die Mikroblitze von Zeiss und Leitz hatten definitiv eine solche Eingrenzung des Strahlengangs für den Kollektor.
Ein Tipp von einem alten Fototechniker: Eine reflektierende Fläche vor dem Blitzaustritt (in Richtung Blitzreflektor) mit einer solchen Öffnung, wie eben beschrieben, kann durch Mehrfachreflektion eine erhebliche Steigerung der Lichtausbeute erzeugen.

Herzliche Grüße
Christoph

Peter V.

#50
Hallo Christoph,

na, da sagst Du ja was!!! Wenn es einen entsprechenden Smiley gäbe, würde ich den jetzt posten, und zwar einen, bei dem eine Glühbirne über dem Kopf aufgeht. ;)

ZitatDie Mikroblitze von Zeiss und Leitz hatten definitiv eine solche Eingrenzung des Strahlengangs für den Kollektor.

Du meinst sicher diese Blitzeinrichtung auf der u.a. Zeichnung aus einem Leitz-Prospekt. Genau davon habe ich zwei Stück, die jeweils für das DMR und ein Axioskop II / alternativ Oly BH2 umgebaut wurden. Tatsächlich befindet sich in der originalen Aufnahme in Form eines sehr weiten "u" (wohl für einen Metz- oder Leitz Systemblitz) nur ein sehr kleines Loch. Und ich habe mich IMMER schon gefagt, was das eigentlich soll, mir dann aber leider nie wirklich tiefgreifende Gedanken dazu gemacht. Ich habe mich nur gewundert, wieso man so wenig des Blitzlichtes ausnutzen will, aber habe das dann nicht weiter hinterfragt und durchdacht. Ich habe diese Aufnahmeplatte abgeschraubt und durch eine spezifische Aufnahme für den jeweiligen aktuellen Blitz ersetzt, der dann aber komplett in die Kollektorlinse leuchtet. (Die Aufnahmen sind aber nicht entsorgt (bei mir doch nicht! ;) ), nur wo sie gernde sind???

Jetzt ist mir aber erstmals klar geworden, dass das nur winzige Lichtdurchtrittsloch offenbar einen tieferen Sinn hat. Eigentlich war das ja klar, die Konstrukteure bei Leitz waren ja nicht blöd! Aber wie das so ist: Manchmal wundert man sich über etwas und statt es zu hintrfragen, nimmt es hin...

Wie dem auch sei: Again what learned! ;)

Die Einrichtung am Jenaval (nicht von Leitz) und auch andere Blitzeinrichtungen, die ich nutze, haben aber auch keine entsprechende Einengung des Strahlengangs.

Ich glaube jedoch nicht, dass das das Problem meiner aktuellen Einrichtung am Jenaval war (die derzeit noch bei Jürgen weilt). Nach seiner Info hatte sich wohl irgendwo eine Verschraubung gelöst und der Spiegel war doch grob verstellt, was ich nicht erkennen konnte, da ich den Kasten nicht zerlegt habe. Durch Jürgens Neujustage sollte das Problem aber gelöst sein. (Dafür hat sich dann eben ein neues aufgetan, nämlich die LED-Ausleuchtung... :D ) Ich werde die Tage die von Jürgen neu justierte Blitzeinrichtung abholen und berichten.

Ich verstehe Dich also richtig: Zwischen Blitz und Kollektorlinse sollte wieder eine "Lochlende" und die Platte dieser Blende sollte zur Blitzröhre hin am besten noch spiegelnd sein? Nur zur Klarstellung: Ich habe den kompletten Blitzkopf vor die Kollektorlinse gesetzt, also keine ausgebaute Blitzröhre o.ä.)

Herzliche Grüße
Peter
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Kurt

Hallo Peter und alle Jenaval-Freunde,

die Lampenhäuser von Jenaval und Jenaval Kontrast sind natürlich identisch!!
An meinem Jenaval Kontrast habe ich jedoch ein Lampenhaus für die HBO 50 angebaut, deswegen ist eine andere Kollektoroptik auf dem Bild zu sehen.
Ich habe dazu den Einschub mit der HBO 50 und den Hohlspiegel entfernt - schon war Platz für die LED.

Hier noch 2 Bilder zur Ausleuchtung des Apo 12,5x mit der LED, geköhlert und Wechsler auf 1x. Das 2. Bild zeigt das erste Bild mit extremer Kontraststeigerung und damit den Gradienten.

Grüße
Kurt

junio

#52
Hallo, liebe Blitzer,
ich komme noch einmal auf das Ausgangsthema dieses Forumsbeitrags zurück, eben das Einspiegeln eines Blitzlichtes in den Beleuchtungsstrahlengang. Das der beim Peter V. aufgekommene Gradient aus einer unbeabsichtigten Dejustierung des Strahlenteilers resultiert, ist eigentlich sicher, aber nicht nachgewiesen, da die Einrichtung noch bei mir auf Abholung wartet.
Wie bei den von mir gebauten Spiegelkästen, so besteht auch bei den Leitz-Spiegelkästen aus früheren Jahren die Kollektoroptik aus einer asphärischen Linse von 40mm Durchmesser und einer Brennweite von ca. 25mm bei ca. 15mm Schnittweite (Entfernung Brennpunkt – Vorderfläche Kollektorlinse).  Die Entfernung zwischen der Blitzröhre des unverbastelten Elektronenblitzes und der Kollektorpoptik ist bei beiden Einrichtungen leicht veränderbar.
Ich berichte nun hier über meine Erfahrungen zur richtigen Positionierung des Blitzes.
(Mikroskop Zeiss Standard WL, achr. apl. Kondensor n.A. 1,4, Planachromat 25)
Natürlich sind alle Blitze verschiedener Handelsmarken etwas unterschiedlich. Die Entfernung der Blitzröhre zur Frontscheibe ist grundsätzlich unterschiedlich und teilweise änderbar zur Anpassung an die Kamera-Optik. Die Frontscheiben sind unterschiedlich gearbeitet und das kann u.U. zu Strukturen im Bild führen.
Meine Blitzeinrichtung wird mit einem Canon-Blitz Speedlite 430 EX II betrieben, die Frontscheibe ist entfernt.  Der Blitz ist vertikal und horizontal zentriert direkt vor den Kollektor gesetzt.
Zunächst wird die Blitzröhrenentfernung optimiert. Es werden vom Blitzgerätehersteller mehrere Einstellungsmöglichkeiten angeboten (für Foto-Optiken von 105mm bis 24 mm Brennweite). Bei der Tele-Einstellung (105mm) beträgt die Entfernung Blitzröhre-Frontscheibenebene 24mm und bei der Weitwinkeleinstellung (24mm) 14mm. Die Einstellung 105mm führt zu einer ungleichmäßigen Beleuchtung in Sinne einer Mittenbetonung. Das verbessert sich erheblich bei der 50mm Einstellung und noch mehr bei der 24mm Einstellung. Hier ist die Aperturblenden-Ebene völlig gradientenfrei ausgeleuchtet. Also ist die Positionierung der Blitzröhre im Brennpunkt des Kollektors wichtig.
Die Entfernung des Blitzes vom Kollektor um weitere 10mm wird noch unkritischer hinsichtlich der gleichmäßigen Ausleuchtung.  Allerdings wird die Lichtausbeute auch geringer. Diese Erkenntnis ist insoweit wichtig, als es Blitzgeräte gibt, die es aufgrund Ihrer Konstruktion nicht erlauben, sie optimal zu platzieren, die aber dafür leistungsstärker sind.
Nun kommen wir zu einer zentralen Blende mit stufenloser Öffnung vom 1-30mm, die ich testweise einmal vor die Kollektoroptik gesetzt habe. Ab 8mm Öffnung findet keine Verdunkelung des Bildes mehr statt.  Das fotografische Bild ist zwischen 10 und 30mm Öffnung unverändert gleich gut hinsichtlich Lichtausbeute und homogener Ausleuchtung des Sehfeldes. Also wird man wohl auf diese Blende verzichten können.
(Bei Leitz werden es auch nur Versuche gewesen sein, die Blitzeinrichtung noch etwas zu ,,optimieren". Der Effekt ist wohl nicht belegt. Es waren im Übrigen nicht alle Leitz Blitzeinrichtungen mit dieser 10mm Blende ausgestattet. Also, lieber Peter, Du brauchst da nicht in Deinen Schubladen zu suchen. Zeiss hat nicht ähnliche Blitzeinrichtung gebaut, sondern ,,nur" den Doppelkollekor mit all seinen Vor- und kleinen Nachteilen.
Fehlt noch eine Aussage zu einer nach innen reflektierenden Folie an der Blitz-Frontscheibe. Meine Testergebnisse sagen, dass die Lichtausbeute nicht besser wird, höchstens etwas schlechter. Hierzu habe ich noch keine schlüssige Erklärung.

Die Ausleuchtungsbeurteilung geschieht am Besten nach der von Hubert im Beitrag 44 beschrieben Methode der Tontrennung oder Kontrastverstärkung mit Helligkeitsanpassung.

Beste Grüße von Jürgen aus Hagen