Botanik: Flaumeiche (Quercus pubescens)

Begonnen von Peter T., Februar 16, 2026, 14:12:37 NACHMITTAGS

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Peter T.

Die Flaumeiche ist in Südeuropa und Mitteleuropa weit verbreitet. Es gibt einige Hybridisierungen mit der Traubeneiche (Quercus petraea), außerdem wurden Unterarten und lokale Arten beschrieben. Hier ist die Systematik im Fluss.
Die Flaumeiche erreicht meist eine Größe zwischen 15 und 20 Metern. Sie wächst als alleinstehender Baum oder in Gemeinschaften mit anderen Arten in so genannten Flaumeichenwäldern.
Bekannt ist sie auch als ein wichtiger Wirt der Trüffelgattung Tuber.
Meine Flaumeiche steht in Kroatien am Rande einer teilweise genutzten Agrarfläche mit angrenzendem Waldbestand.
Hier ein Bild von dem Baum mit dem sich vorsichtig nähernden langbeinigen Mikroskopiker

Bild 1


Für den Beitrag habe ich mir den Spross und das Blatt ausgesucht.

Zunächst zum Spross. Gefärbt habe ich mit FCA nach Etzold, die Schnittdicke beträgt 30 µm.

Bild 2


Auf den ersten Blick fallen auf die große Markzone, dann die sehr großen Tracheen im Xylem und der rings um das Phloem befindliche Sklerenchymbereich.

Zunächst noch die Übersicht im polarisierten Licht

Bild 3


Jetzt einige Detailbilder

Bild 4


Hier sieht man schön, dass sich das Sklerenchym mit großen Steinzellen (Sklereiden) abwechselt. Auch erkennt man schon eines der zahlreichen mehrzelligen Trichome.

Bild 5


Bild 6


Im letzten Bild sieht man, dass sich auch im Phloem vereinzelte Sklerenchyminseln befinden.

Bild 7


Auf der linken Seite sieht man schön den Unterschied zwischen dem noch jungen (blau gefärbten) Xylem mit den großen Gefäßen (Tracheen), nach rechts hin schließt sich dann älteres Xylem an, das zunehmend verholzt.

Bild 8


Hier noch einmal ein Blick auf das junge Xylem. Man sieht hier auch schön, dass zahlreiche Markstrahlen vom Mark in den Rindenbereich ziehen. Die Markstrahlen kommen als einzellige (überwiegend) und mehrzellige Strahlen vor. Letztlich dienen sie der Versorgung mit Wasser und Zucker.

Bild 9


Hier ein Ausschnitt aus dem vorigen Bild, das eine Besonderheit zeigt: In das Lumen der Trachee stülpen sich Aussackungen von Parenchymzellen, die über die Tüpfel mit ihnen in Kontakt stehen. Der Sinn dieser so genannten Tylosen ist wohl der Verschluss verletzter Gefäße. Zusammen mit den zahlreichen Markstrahlen sind diese Tylosen auch für die Festigkeit von Eichenholz verantwortlich.
Ich zeige noch zwei Beispiele dieser Ausstülpungen.

Bild 10


Bild 11


Jetzt noch ein Blick auf die Verbindung von Sklerenchym oberhalb und innerhalb des Phloems

Bild 12


Wie eine Schaukel hängt das im Phloem befindliche Sklerenchym an den Sklerenchymkappen.

Hier noch einmal der Übergang vom Mark (rechts) über das gefäßreiche junge Xylem ins allmählich lignifizierende Xylem (ganz links).

Bild 13


Jetzt ein Schnitt auf Höhe einer Achselknospe:

Bild 14


Bild 15


Unten im Bild der Querschnitt des Sprosses, oben der Bereich der abgehenden Knospe. Davon noch eine Detailaufnahme.

Bild 16


Nun zum Blatt

Bild 17


Bild 18


Man findet ein ein-bis zweireihiges Palisadenparenchym

Bild 19


Auch die Blätter zeigen eine Sklerenchymschicht, was sie sehr fest und fast spröde erscheinen lässt.

Bild 20


Bild 21



Wie immer freue ich mich über Kommentare, Berichtigungen und Ergänzungen.
Liebe Grüße
Peter

Jürgen Boschert

Beste Grüße !

JB

Daniel Scheibenstock

Hallo Peter,

die Färbung ist hier ja besonders Prächtig gelungen! Danke für das Teilen mit uns :-)

Liebe Grüße,

Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0