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Der Weg zum DIK am IM35

Begonnen von Gambrinus, Februar 20, 2026, 15:57:38 NACHMITTAGS

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Gambrinus

#15
Danke Jochen - den habe ich  :D

Ich habe Eure Antworten mal in den initialen Beitrag integriert. Bitte gebt Bescheid, falls ich etwas falsch verstanden / übernommen habe.

Zitat von: Jürgen Boschert in Februar 20, 2026, 16:45:26 NACHMITTAGSDas korrekte Einstellen der Schlitze in den Stühlchen ist etwas fummelig, muss man halt durch; hast Du die Anleitung dafür?
Ja die Anleitung habe ich bereits - danke Jürgen

Bei Frage 3 (Orientierung der Kondensorprismen) bin ich mir noch nicht sicher, ob ich es verstanden habe.
Am Standard 18 zeigt der Kondensor ja zu mir (vom Stativ weg) und der Objektiv-Schieber von mir gesehen mit der Rändelschraube nach rechts hinten.
Am IM35 zeigt der Kondensor auch zu mir (siehe Bild Nr. 1) und der Objektiv-Schieber von mir gesehen nach links hinten. Der Beleuchtungsstrahlengang führt im Gegensatz zum Standard nur von oben nach unten.

Wenn ich jetzt das IM35 gedanklich auf den Kopf stelle, habe ich dieselbe Orientierung der Komponenten zueinander, wie beim Standard. Also dürfte zwischen Standard und IM35 keine Änderung der Orientierung der Kondensorprismen nötig sein, wenn ich das richtig verstehe. Es sei denn ich habe einen Denkfehler.

Die Prismen sind aktuell so angeordnet wie auf Bild Nr. 2 ersichtlich.

Nachdem an beiden Stativen auch ein DIK-Bild entsteht, sollte meiner Meinung nach die Ausrichtung so passen.

Eine zusätzliche Frage habe ich noch am Rande:
Wie man auf Bild Nr. 1 sehen kann, liegt als Polarisator lediglich eine Polfilter-Folie im Strahlengang. Hier will ich mir auch noch etwas ordentliches zulegen. Meine Überlegung wäre hier ebenfalls ein 3D-Druckteil zu erstellen und die Polfilter-Folie darin einzupassen.
Es gibt aber auch noch die Möglichkeit ein hochwertiges Glasfilter zu beschaffen. Hier gibt es welche (z.B. von Edmund optics) mit besonders hohem Auslöschungsverhältnis. Bringt das in der Praxis etwas, oder kann ich auch bei der Folie bleiben?
Ich habe auch schon nach original Zeiss-Polarisatoren Ausschau gehalten, aber bisher nichts finden können.

Appropos 3D-Druckteil: Der von mir gezeichnete Analysatorschieber hat noch einen kleinen Fehler. Die Lage des Lochs für den Pol-Strahlengang stimmt noch nicht exakt. Ich werde das noch korrigieren und dann zum Faden Nützliche Kleinigkeiten aus dem 3D-Drucker hinzufügen. Vielleicht ist es ja nützlich für jemanden.

Gruß
Andi

Bild 1:
Orientierung Kondensor.jpg

Bild 2:
Orientierung Kondensorprisma.jpg


https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43687.0
Leitz Ortholux (AL)
Zeiss IM 35 (DL, Ph, Pol)
Zeiss Standard 16/18 (DL, Ph, Pol, DF, DIK)
Zeiss Stemi 305
Zeiss Stemi 2000
Canon EOS 5D mkII
Canon EOS R8

Jürgen Boschert

Hallo Andi,

bzgl. des Polarisators: Prinzipiell würde auch ein Foto-Polfilter gehen, es darf halt nur kein zirkularer sein (bzw. den müsste man dann so einsetzen, dass die eingearbeitete Lambdafolie nicht wirksam wird). Besser ist sicher ein hochpolarisierender Filter. Du hast ja die Kondensorhalterung mit dem langen Trieb. Für den ist eigentlich der stellbare Polarisator für Auflicht vorgesehen (von denen hat übrigens Immel aktuell einige im Angebot); wenn Du was richtiges willst, dann leg Dir das Originalteil zu, kommt letztlich auch nicht teurer wie Drucken plus sehr gute Folie/Glasfilter.

Noch zu der Ausrichtung der Prismen. Zeiss hat eine Gedächtnisstütze auf den Deckel der Revolverscheibe gedruckt: Das T mit der Strichmarkierung und das S mit dem Punkt. T steht für Tubuskopfgeräte Universal, Phomi), S für Standard (gemeint sind die kleineren Standard); das soll bedeuten, dass bei den Tubuskopfgeräten beim Einsetzen des Prismas der Strich bei der Zentriernut sein muss, bei den kleinen dagegen der Punkt. Auch bei der IM-Serie muss der Punkt zu der Nut zeigen, also genau so wie bei den kleinen Standards.

Kurz: Deine Prismen sind korrekt platziert.

Übrigens auch Gratulation zu dem Gleittisch, das ist ein g... Teil.
Beste Grüße !

JB

Gambrinus

#17
Hallo Jürgen,

danke für Deine ausführliche Antwort.
Du hast für mich jetzt auch das Rätsel um das ,,mysteriöse" S und T aufgeklärt. Hatte nie eine Erklärung dazu gefunden, vielleicht hatte ich sie auch nur geschickt überlesen  ;D
Meine letzte Theorie war Teilerprisma und Schieber, aber das war auch nicht schlüssig.

Hatte in der Vergangenheit auch schon einmal bei Immel geschaut, aber war mir nie sicher, welches wirklich die korrekten Teile sind. Dank Eurer Hilfe bin ich das jetzt und habe die Teile bestellt. Originalteile sind mir auch prinzipiell immer am liebsten. Da kann man sich dann wenigstens sicher sein, dass es an einem selbst liegt, wenn etwas nicht funktioniert und nicht am Werkzeug ;D

Ja der Gleittisch ist wirklich g***** Sch*** ;D gerade beim verfolgen von schnellen Tierchen. Allerdings muss ich ihn wohl in Zukunft einmal neu Fetten, da er mir schon recht zäh vorkommt. Ich weiß auch nicht, ob noch das originale Gleitmittel von Zeiss darauf ist. Wenn man etwas davon auf die Finger bekommt, fühlt es sich typisch wie ein Silikonöl an. Schwer zu beschreiben, aber ich denke ihr kennt dieses typische Silikon-Gefühl auch. Wie bei Hochvakkuumfett.

Gruß
Andi
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43687.0
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Gambrinus

#18
Ach ja Peter, hätte ich fast vergessen zu schreiben. Danke für Deine ausführliche Erklärung zur Aufgabe des Depolarisators.

Zitat von: Peter_le in Februar 20, 2026, 17:02:10 NACHMITTAGSIch finde es aber witzig, dass bei vielem, das keine oder eine schwache Linse ist, angenommen wird, dass es eine Glasscheibe sei.

Hierzu wollte ich Dir noch meinen Gedankengang schildern, wie ich zu der Annahme ,,Glasscheibe" gekommen bin:

Als ich das IM35 bekommen hatte, fiel mir auf der linken Seite des Geräts ein länglicher Kunststoff-Blindstopfen auf. Ich habe dann schnell herausgefunden, dass hier ein Schieber mit einer Formatstrichplatte eingesetzt werden kann. Diesen habe ich mir dann auch besorgt.
In der Anleitung habe ich zu der Formatstrichplatte dann noch folgendes gelesen:

IMG_2972-compressed.jpeg

Hier steht ja, dass beim Berechnen der Optik des Mikroskops die Strichplatte mit einberechnet wurde und dass es nicht mehr ganz parafokal ist, sollte diese nicht eingesetzt sein.

Ich hatte schlicht vermutet, dass die vermeintliche Glasscheibe im Analysatorschieber eine ähnliche Aufgabe hat und die Glas-Luft-Übergänge des Polfilters nachbildet, sollte dieser nicht im Strahlengang sein und somit beim Wechsel von Pol auf Hellfeld nicht nachfokusiert werden muss.

Aber das war wohl zu weit gedacht.

Gruß
Andi
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Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

zu der "Glasscheibe" in den Analysatorschiebern sei auch aus der Zeiss/Oberkochen Druckschrift 41-500-d Geräte für die Polarisationsmikroskopie von 1968 zitiert:
Beste Grüße !

JB

Peter_le

Abend Andi,

Ja das ist eine gute Denkweise. Tatsächlich verlängern Plangläser etc. die optische Weglänge leicht.

Bei vielen stellbaren Okularen von Zeiss, gibt es einen roten und einen weißen Punkt. Der eine berücksichtigt eine Strichplatte, der andere nicht.


Im Telansystem ist das Lichtbündel parallel, da tritt dieser Effekt nicht auf. Zumindest theoretisch. Ich habe noch nicht damit experimentiert.



Beim IM35 ist das schlau gelöst, auch ein Grund warum ich irgendwann gern eins hätte. Dankenswerterweise haben Jürgen mit seiner Anleitung und du mit ein paar Bastel-Aspekten wertvolle Lektüre dazu erschaffen.