Objektgefässe für das Inversmikroskop

Begonnen von floramobil, April 17, 2019, 05:42:42 VORMITTAG

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Jürgen Boschert

Hallo Riku,

wenn´s denn professionell werden soll, bleibt nichts anderes, als ein zertifiziertes Produkt zu kaufen; z.B. hier, der Preis hat mich umgehauen!

Der Mann hieß übrigens Utermöhl.
Beste Grüße !

JB

Rorschach

Hallo Jürgen,

Ja, das stimmt. Ich besitze bereits fast alle benötigten Geräte, bis auf die Folsom-Probenteil-/Unterprobenmaschine.

Tatsächlich habe ich vor wenigen Minuten von einem der Hersteller dieser offiziellen Planktonzählkammern (vom Typ Üttermohl) die Information erhalten, dass die Verwendung von dickerem Bodenglas möglich sein sollte.

Jetzt muss ich nur noch runde Deckgläser mit passendem Durchmesser und einer Dicke zwischen 0,6 mm und 1,6 mm finden. Das scheint nicht einfach zu sein.

Viele Grüße, Riku

Spectrum

#17
Zitat von: Rorschach in März 13, 2026, 10:23:46 VORMITTAGKennst du jemanden, der die Kammer per 3D-Druck herstellen könnte?


Hallo Riku,
Peter Lehmann ("peter_le") hat mir vor kurzem  flache "Petrischalen" oder besser kleine Badewannen, in die man unten ein Deckglas einkleben kann, gedruckt.
Das war eine Maßanfertigung damit man bei höheren Aperturen auch einen Kondensor eindippen kann und gleichzeitig an der "Badewannenwand" noch maximale Bewegungsfreiheit hat um das Präparat mit dem Kreutztisch zu verschieben. (Also die Steigung der Wände angepasst)
So einen Kammerboden bekommt er bestimmt mit links hin.
Schreib ihn mal an.
Du brauchst aber auch einen guten (Silikon!) Kleber damit das dauerhaft dicht bleibt.

LG Holger

P.s.: Welches inverse Mikroskop nutzt du eigentlich?
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!

Peter_le

Hallo,

Holger, vielen Dank für die Blumen!

Ich biete auch an, das Deckgläschen mit Epoxidharz festzukleben. Holger und ich wussten aber nicht inwiefern das toxisch ist für Wasserorganismen. Holger züchtet ja auch "Schwimmgemüse" und Schwimmgeflügel und Schwimmvieh. Getestet habe ich da nichts. Daher hat Holger seinen guten Silikonkleber verwendet.

Es gibt auch einen weiteren Besitzer, aber der hat das "Aquarium" bislang nur auf Dichtigkeit geprüft.

Auch Vaseline müsste (temporär) reichen. Habe ich ebenfalls noch nicht ausprobiert.

Grüße
Peter

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

noch ein Basteltipp: Mit einem Kreisschneider ein Loch in den Boden einer Kunststoff-Petrischale schneiden und von unten ein größeres Deckglas aufkleben. Gibt´s sogar käuflich, aber zu irrwitzigem Preis.

Wenn man DIC nutzen möchte, muss das Fenster halt Glas sein, Kunststoff ist dichroitisch. Das war ja letztlich die Motivation zur Erfindung des Hoffmann-Modulationskontrastes, der ja nicht polarisationsoptisch realisiert wird und deshalb auch die Benutzung von Kunstsoff-Petrischalen und -Kulturflaschen zulässt.
Beste Grüße !

JB

Spectrum

Hallo Jürgen,
Meinst du diese mini Petrischalen mit 0,17 Deckglasboden:
20260220_125233.jpg
Die sind sind super. Sowohl um Plankton "störungsfrei" zu beobachten, als auch verschiedene Nährlösungen auszuprobieren. Da ist das kleine Volumen genau richtig.
Ursprünglich werden die vor allem für Zellkulturen genutzt.
Billig sind die leider nicht.
Ich hab auch nur einmal einen Karton hier im Forum günstig erstanden.
Ansonsten:
https://ibidi.com/35-mm-dishes/8--dish-35-mm-high.html
Achja die Reinigung von diesen Gerätschaften ist u.U.auch noch ein Thema, welches bedacht werden sollte.
Unzugängliche Ecken bekommt man nach der Nutzung nur schwer wieder sauber.
Vor allem wenn sich bestimmte Mikroorganismen dort ein Zuhause gebaut haben oder alles mit einer Schleimspur oder Biofilm überzogen wurde.
LG Holger
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!

Jürgen Boschert

Hallo Holger,

ja, die meinte ich. Aber selber machen ist wirklich kein Problem. Habe für mich 6cm Petrischalen gewählt. Mit einem einfachen Papierkreisschneider kann man ein Loch in den Boden schneiden mit Wunschmaß. Dann ein großes Deckglas 0,17mm dick von unten aufgeklebt, super Sache auch am Stemi.
Das mit dem Säubern ist natürlich richtig, im Zweifel macht man einfach ein neues Behältnis. Deckgläser in Standarddicke gibt es tatsächlich auch groß in reicher Auswahl, sind natürlich teurer als die üblichen.
Beste Grüße !

JB

Rorschach

Hallo zusammen,

Wow, vielen Dank für die vielen Tipps und Informationen! Damit bin ich bestens für meine tägliche Bestimmungsarbeit und mein Hobby gerüstet!

Für die quantitative, professionelle Anwendung suche ich allerdings noch nach einer Bezugsquelle für hochwertige runde Deckgläser mit einer Dicke zwischen 0,6 mm und 1,6 mm.

Grüße, Riku

Jürgen Boschert

Hallo Riku,

alternativ könntest Du da auch Uhrengläser nehmen, die es sehr günstig aus Fernost in allen möglichen Durchmessern und Dicken gibt. Die Glasqualitäten Mineral-, Kristall- Saphirglas sind in dieser Reihenfolge zunehmend kratzfest. Ich verwende solche Gläser zur Herstellung von Filtern und optische Fenster.
Beste Grüße !

JB

Rorschach

Hallo Jürgen,

das klingt nach einer ausgezeichneten Wahl, besonders das Saphirglas! Ich nehme an, dass Saphirglas mit DIC und Polarisationsfiltern genauso gut funktioniert wie normales Glas? Hättest du vielleicht Links zu Bezugsquellen?

Grüße, Riku

Jürgen Boschert

Hallo Riku,

diese Glasstärke kann ich nur mit 10-er Objektiven testen. Für die 40-er LD-Planachros habe ich keine DIC-Einrichtung. Im Jamin-Lebedeff und bei grkreuzten Polarisatoren kann ich keine Einflüsse bemerken. Zur Quelle: Hab ich in der Bucht herausgesucht. Dort einfach Uhrgläser flach und Glasqualität in der Suche eingeben. Die Gläser, die ich so bekommen habe sind alle einwandfrei verarbeitet.
Beste Grüße !

JB

olaf.med

#26
"Saphirglas" ist kein Glas, sondern kristallines Aluminiumoxid (Korund). Daher kann es nicht in Polarisationsoptiken wie z.B. DIK verwendet werden!
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Rorschach

Hallo Olaf,

Das ist in der Tat eine wichtige Klarstellung! Saphirglas kommt für mich also nicht in Frage. Dann wird es wohl Mineralglas werden.

Für diejenigen, die wissen, dass sie weder DIC noch Polarisation, sondern andere Kontrastmethoden verwenden werden, ist Saphirglas aber vermutlich weiterhin eine gute Wahl.

Stevie

Zitat von: Jürgen Boschert in März 13, 2026, 14:03:13 NACHMITTAGSHallo Holger,

ja, die meinte ich. Aber selber machen ist wirklich kein Problem. Habe für mich 6cm Petrischalen gewählt. Mit einem einfachen Papierkreisschneider kann man ein Loch in den Boden schneiden mit Wunschmaß. Dann ein großes Deckglas 0,17mm dick von unten aufgeklebt, super Sache auch am Stemi.
Das mit dem Säubern ist natürlich richtig, im Zweifel macht man einfach ein neues Behältnis. Deckgläser in Standarddicke gibt es tatsächlich auch groß in reicher Auswahl, sind natürlich teurer als die üblichen.
Hallo allerseits,

an der Uni haben wir die Dinger früher auch immer selbst gebastelt. Genau wie Jürgen sagt, Loch in den Plastikboden schneiden und ein rundes Deckgläschen von unten einkleben.

Für hochauflösende Fluoreszenzmikroskopie ist der dicke Plastikboden ungeeignet. Und für reproduzierbare Zellexperimente ist ein wohldefiniertes Substrat unabdingbar. Zwar sind Plastik-Petrischalen häufig herstellerseitig "surface-treated", um sie zu hydrophilisieren und Zellwachstum zu ermöglichen. Aber für reproduzierbare Experiment wählt man für gewöhnlich Glas, das dann mit einem Bindungsfaktor, wie Laminin, Poly-L-Lysin oder Fibronektin beschichtet wird.


Übrigens haben wir unsere selbstgebastelten Schalen auch mehrfach wiederverwendet. Die Reinigung (inbesondere von Zellresten und Proteinen) gelang mit Hellmanex II in einem Ultraschallbad problemlos. Der verwendete Silikonkleber (RTV116Q, weiß oder rot, von Momentive Performance Materials) hielt dies auch lange Zeit aus, bis er mal erneuert werden musste.
Leica DMRX, Leitz DIALUX 20/22 (EB), Leitz LABORLUX S/K/12, Leitz SM-LUX

Stevie

Zitat von: Spectrum in März 13, 2026, 13:17:24 NACHMITTAGSHallo Jürgen,
Meinst du diese mini Petrischalen mit 0,17 Deckglasboden:
20260220_125233.jpg
Die sind sind super. Sowohl um Plankton "störungsfrei" zu beobachten, als auch verschiedene Nährlösungen auszuprobieren. Da ist das kleine Volumen genau richtig.
Ursprünglich werden die vor allem für Zellkulturen genutzt.
Billig sind die leider nicht.
Ich hab auch nur einmal einen Karton hier im Forum günstig erstanden.
Ansonsten:
https://ibidi.com/35-mm-dishes/8--dish-35-mm-high.html
Achja die Reinigung von diesen Gerätschaften ist u.U.auch noch ein Thema, welches bedacht werden sollte.
Unzugängliche Ecken bekommt man nach der Nutzung nur schwer wieder sauber.
Vor allem wenn sich bestimmte Mikroorganismen dort ein Zuhause gebaut haben oder alles mit einer Schleimspur oder Biofilm überzogen wurde.
LG Holger
Ich bin mir nicht mehr hundertprozentig sicher, aber ich glaube, wir haben auch die ibidi µ-Dishes mit Hellmanex II Lösung im Ultraschallbad gereinigt. Ich denke ich würde mich erinnern, wenn das Deckgläschen danach rausgefallen wäre.
Leica DMRX, Leitz DIALUX 20/22 (EB), Leitz LABORLUX S/K/12, Leitz SM-LUX