Moostierchen als Lebendkultur/Haustier

Begonnen von rlu, Heute um 10:03:39 VORMITTAG

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rlu

Hallo,

wir haben im Verein das Thema Lebendkulturen gestreift und sind auf unser ehemaliges Mitglied(welches wir gerne wieder in unseren Reihen hätten) gestoßen.

Trotz ständiger Planktonfischerei, habe ich bis jetzt noch kein lebendes Moostierchen gesehen. Naheliegend, weil diese ja fest sitzen und nicht treiben.

Als Grundlage braucht das Moostierchen Nahrung. Hier hat uns Gerald Chilomonas empfohlen. Mit der Impflösung, einer Erdabkochung und den Chilomonas passierte erst einmal nichts. Wirft man aber da noch ein Reiskorn dazu, dann explodiert das Leben.
https://lebendkulturen.de/kulturen/chilomonas-paramecium


Die Moostierchen sind nicht im Programm. Zum Glück hatte Gerald noch welche im Tiefkühlschrank. Was so nicht richtig ist, weil es ja die Dauerstadien, die Flottoblasten sind.

Obwohl die ja so groß sind, lassen sie sich extrem schwer fotografieren. Unters Deckglas - zu groß, Stacking unmöglich, Kontrast schwierig. Die Lösung war das Rundlicht vom Stemi umgedreht nach unten zu legen und die Probe auf ein großen Rundglas darauf und Abstand.


Moostierchen mit Flottoblasten_05.jpg


Dann kam es noch zu einem Notfalleinsatz, weil mir beim Blick durchs Mikroskop auffiel, da ist zu wenig Wasser drin. Also ertaste ich die Volvic-Flasche und gab einen kräftigen Schuß dazu, bis mir auffiel, dass es die Flasche mit dem 70% Alkohol war. Sofort zum Waschbecken, 2x das Wasser gewechselt. Es sind noch alle fit.
Das war eine kurze und intensive Party.  ;)
Moostierche_Angel_005.jpg
 ::)

Liebe Grüße
Rudolf



Spectrum

#1
Hallo Rudolf,
Glückwunsch zum Schlupf und deiner ersten kleinen Christatella Kolonie.
Moostierchen sind wirklich außergewöhnlich schöne Lebewesen, wie ich finde.
Wichtig damit Christatella weiterhin wächst und gedeiht, wäre es jetzt den Kolonien die Möglichkeit zu geben, sich irgendwo kofüber anzuheften.
Schau mal hier (Falls noch nicht bekannt):

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=52890.0

Was die Beleuchtung angeht, hast du sehr gut improvisiert, was man an deiner schönen Aufnahme sieht.
Moostierchen sind prädestiniert für dunkle Hintergründe, sprich Dunkelfeld.
Aufnahmen bei schwachen Vergrößerungen unter dem aufrechter Mikroskop gehen auch. Dazu musst du aber dann für einen sehr großen Abstand des Deckglases sorgen, z.b. mit Objektträger Splittern. Dann zeigen sich auch die Flimmerhärchen an der Tentakelkrone.

Folgenden Satz verstehe ich nicht:
Zitat von: rlu in Heute um 10:03:39 VORMITTAGZum Glück hatte Gerald noch welche im Tiefkühlschrank. Was so nicht richtig ist, weil es ja die Dauerstadien, die Flottoblasten sind.
Ich lager meine Statoblasten, sowohl die von Christatella als auch Plumatella, ebenfalls im Gefrierschrank, und die schlüpfen im Anschluss zuverlässig.
Im Gegensatz zu wärmer gelagerten Exemplaren.
In freier Natur frieren die doch auch im Winter ein. Gut möglich, dass eine Kälteperiode sogar nötig ist um einen guten Schlupf zu gewährleisten.
(Übrigens, wer mag dem schicke ich gerne auch Statoblasten zu, ich hab sowohl von Christatella mucedo, als auch von Plumatella fruticosa noch etwas hier.)

LG Holger

Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!