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Nassula ornata

Begonnen von Bernhard Lebeda, April 30, 2010, 22:07:42 NACHMITTAGS

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Bernhard Lebeda

Liebe Mikrofreunde

Nassula ornata ist einer der schönsten Ciliaten und eine Begegnung immer wieder beeindruckend. Diese hier um so mehr als es sich um ein auffällig grosses Exemplar handelte (~350µm). Es mag am Deckglasdruck gelegen haben, vielleicht aber auch an der günstigen Nahrungssituation. Es handelt sich um die bereits erwähnte Probe aus dem Vorwerkpark. Sie zeigt massenhaft Microcystis aeruginosa und flos-aquae. Nassula ernährt sich vorwiegend von Cyanophyceen und die Stoffwechselprodukte sorgen dann für die lila und orange Färbung der Nahrungsvakuolen.

Die Bilder zeigen den Ciliaten bei verschiedenen Vergrösserungen mit Fokus auf einige typische Merkmale wie Reuse, Trichozysten, grosser granulierter Ma, kontraktile Vakuole mit Nebenvakuolen dargestellt mit verschiedenen Kontrastverfahren.


Hellfeld














Phasenkontrast












ringförmige Beleuchtung (mit zu kleiner Phasenblende)






schiefe Beleuchtung




















Zum Schluss zwei Versionen einer Kombi aus zwei Einzelbildern

als Stack





und als GIF






Soo...geschafft, ich bitte um Nachsicht für die Bilderflut, aber bei so einem schönen Objekt bin ich ziemlich in Euphorie geraten  ;)


Alle Bilder Coolpix 990, Blitz



Viele Mikrogrüsse

Bernhard




Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

beamish

Hallo Bernhard,

Superschöne Bilder, die sicher viel Arbeit gemacht haben!

Das führt mich zu einer allgemeinen Frage zu Tümpelproben. Du hast da ja jetzt eine vor Tagen gezogene Probe vor Dir, mit der Du dich weiter beschäftigst. Ich stelle bei meiner (ersten Probe aus der "Wildnis") fest, daß ich da nach zwei Tagen schon Arten (z.B. Goldalgen), die ich am ersten Tag noch mehrfach sah, nicht mehr finde und andere zugenommen haben. Kann man solche Proben irgendwie über einen gewissen Zeitraum in dem Zustand erhalten, wie man sie gesammelt hat?

Herzliche Grüße,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Bernhard Lebeda

Zitat von: beamish in April 30, 2010, 22:16:55 NACHMITTAGS
Ich stelle bei meiner (ersten Probe aus der "Wildnis") fest, daß ich da nach zwei Tagen schon Arten (z.B. Goldalgen), die ich am ersten Tag noch mehrfach sah, nicht mehr finde und andere zugenommen haben. Kann man solche Proben irgendwie über einen gewissen Zeitraum in dem Zustand erhalten, wie man sie gesammelt hat?



Danke für die Blumen, Martin!!

Zu Deiner Frage: ich denke das ist kaum möglich, das ändert sich ja selbst im Tümpel andauernd. Zum einen sei doch froh, dass Du nach Tagen überhaupt noch was findest und zum andern wer sagt Dir dass Du das komplette Artenspektrum einer Probe schon in den ersten zwei Tagen kennengelernt hast??  Eine Tümpelprobe ist ja immer so was wie eine Wundertüte und wenn man was findet freut man sich wie Weihnachten. Ich habe schon eine Stunde lang ein und denselben Tropfen beobachtet und finde DANN noch einen neuen Organismus, der halt bis dato nie im Blickfeld war!

Du solltest die Proben natürlich kühl stellen und eventuell gelegentlich ein Reiskorn oder so reingeben. Das fördert die Bakterienbildung und die können wiederum Futter für die interessanten Protisten sein!


Viele Mikrogrüsse


Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

beamish

Danke Bernhard,

das mit dem Kühlhalten und der Nahrungszufuhr leuchtet ein. So wie jetzt (Marmeladeglas auf meinem Schreibtisch) sind halt nur die absterbenden Organismen Nahrung für andere, die sich dann kräftiger vermehren.

Herzliche Grüße,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

wilfried48

#4
Hallo Bernhard,

fantastisch !

Insbesondere der Vergleich Hellfeld, Schiefe Beleuchtung und Phako am selben Objekt.

Auch die Darstellung der gestackten Schärfeebenen über ein GIF finde ich nett, da sie sehr
anschaulich zeigt, was man mit einem dem Stacken von nur zwei Bildern aus dem plattgequetschten
Viech noch rausholen kann.
Einzige Steigerungsmöglichkeit wäre vielleicht noch die Kombination mit einem dritten bild (Phako, Scharfstellung auf
Wimpernkranz, geblitzt und innerhalb der Zellmembran photoshopgeputzt).
Bei deiner immer wieder gezeigten Fotografiergeduld würde ich dir das ohne weiteres zutrauen. ;D

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Jürgen Boschert

Hallo Bernhard,

wirklich wunderschöne Aufnahmen.
Nur zu dem "Viech" selbst hätte ich eine Frage: Die zahlreichen Vakuolen sind doch ein Hinweis darauf, dass es kurz vor der Selbstzerstörung steht, oder ?

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB

Bernhard Lebeda

#6
Zitat von: Jürgen Boschert in Mai 01, 2010, 13:07:51 NACHMITTAGS

Nur zu dem "Viech" selbst hätte ich eine Frage: Die zahlreichen Vakuolen sind doch ein Hinweis darauf, dass es kurz vor der Selbstzerstörung steht, oder ?


die Formulierung klingt eigentlich nach unserem adretten Verteidigungsminister  ;D

Guten Morgen, lieber Jürgen

für die Zerstörung sorgt wohl eher das Deckglas bzw. der, der es aufgelegt hat! Eine so lange Fotosession übersteht so ein riesiger Ciliat in der Tat kaum, das ist immer der Wermutstropfen an der Sache. Die auffallend grossen Vakuolen IN der Zelle halte ich eigentlich nicht für Indikatoren der Lyse, höchstens für den Deckglasdruck. Nach aussen hin gab es gelegentlich kleine bis mittelgrosse Bläschen...


Viele Grüße

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung