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Etwas abseits

Begonnen von Eckhard F. H., Juli 16, 2010, 23:42:54 NACHMITTAGS

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Eckhard F. H.

Hallo Gemeinde,
man möge mir nachsehen, das Augenmerk auf eine optische Banalität zu lenken und zudem noch auf eine vage. Beim heutigen Blick in den dämmrigen, verhangenen und nicht sehr kontrastreichen Himmel, fiel mir auf, daß die Struktur konturschwacher Wolken beidäugig viel besser auszumachen war als einäugig. Demnach müßte der Blick durch´s Bino ebenfalls ein kontrastreicheres Bild liefern als durch´s  Mono liefern. Hat das jemand registriert und falls, was könnte die Ursache sein?
Gruß - Eckhard N.

treinisch

Hallo Eckhard,

ein Ansatzpunkt:
Beim Betrachten der Wolken sieht das linke Auge ja nicht genau
das gleiche, wie das rechte Auge. Zwei Augen sehen also mehr als
eines.

Beim normalen Mikroskop, also nicht Stemi, sehen ja auch mit Bino beide Augen
exakt das selbe Bild. Deswegen sollte man, vergleichbare Augen
vorausgesetzt,  keinen Effekt erwarten, oder?

Herzliche Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Werner Jülich

Natur-und Himmelsbeobachter beschreiben diesen Effekt beim Beobachten so: beidäugig erkennt man mehr Details und die Helligkeit steigt, nach verschiedenen subjektiven Schätzungen um ca. 15-20 Prozent. Es läge nahe, wenn die Ursache in der Bildverarbeitung im Gehirn zu suchen ist, schließlich sind wir beiäugig ausgelegt.

Werner Jülich

Thilo Immel

Hallo!

Beim Bino wird die Lichtmenge aufgeteilt auf beide Augen. Beim Mono kommt es ganz dem einen Auge zugute.
Das sagt zwar nichts über den Kontrast aus, dürfte aber bei der subjektiven Wahrnehmung der Qualität eines Bildes eine Rolle spielen.

Gegenprobe: schau Dir die Wolken binokular durch Graufilter 50% an und vergleiche das dann mit einäugiger Betrachtung ohne Graufilter. Diese Versuchsanordnung entspricht dann dem Vergleich beim Mikroskopieren Mono/Binokular.


Gruß

Thilo Immel

Herne

Hallo zusammen,
die höhere Auflösung hat nicht allein etwas mit dem stereoskopischen Bild zu tun. Auch wenn beide Augen exakt das gleiche Bild empfangen, was man aufgrund der Begrenzung des stereoskopischen Effektes in der Bildtiefe annehmen muss, fallen diese Bilder nicht auf identisch angeordnete Sehzellen. Unser Gehirn ist somit in der Lage, eine natürliche "Rauschunterdrückung" durch zu führen und ein besseres Bild zu erzielen, als dies monokular möglich ist. Diese Art zu sehen ist im übrigen charakteristisch für Raubtiere. ;)

m.f.G.
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

Eckhard F. H.

ZitatBeim Betrachten der Wolken sieht das linke Auge ja nicht genau
das gleiche, wie das rechte Auge. Zwei Augen sehen also mehr als
eines.

Hallo Timm,
nein, daran kann es gewiß nicht liegen. Die Wolken sind so weit entfernt, daß räumliches Sehen unmöglich ist.
Gruß - Eckhard N.

Eckhard F. H.

ZitatEs läge nahe, wenn die Ursache in der Bildverarbeitung im Gehirn zu suchen ist

@ Herr Jülich,
das vermute ich auch. Die Frage bleibt: Wie macht das Gehirn das?

ZitatUnser Gehirn ist somit in der Lage, eine natürliche "Rauschunterdrückung" durchzu führen

@ Herbert,
Interessant! Das wäre die Antwort auf obige Frage. Zwei getrennte Abbildungen des gleichen Objektes werden statistisch ausgewertet und daraus ein drittes erstellt, welches übereinstimmende Bildpunkten höher wichtet. Daher dessen höherer Kontrast.

Gruß - E. Nowack