Leuchtfarbe - wer kennt sich aus?

Begonnen von Eckhard F. H., August 09, 2010, 22:00:21 NACHMITTAGS

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Eckhard F. H.

Hallo Gemeinde,
wie träge reagiert Leuchtfarbe, z.B. gelbgrünes Lumilux? Ich meine folgendes: Wenn solche  Farbe mit Lichtimpulsen hoher Frequenz beaufschlagt wird, gibt sie die dann auch wieder in gleicher Frequenz pulsierend zurück oder leuchtet sie nur kontinuierlich?
Gruß - E. Nowack 

peter-h

Dazu die Frage, was ist mit hoher Frequenz gemeint?
1Hz ? 1kHz ?

Vermutlich klingt die Leuchterscheinung (Phosphoreszenz) nach einer e-Funktion ab, wobei die Zeitdauer sich nach dem Leuchtstoff richtet.
Oder ist Fluoreszenz gemeint?

Gruß
Peter

Eckhard F. H.

Hallo Herr Höbel,
nun bin ich überfragt. Leuchtet Leuchtfarbe dadurch, das sie nur reflektiert oder dadurch, daß sie fluoresziert und niederfrequenteres Licht aufgrund der Stimulation emittiert? Die interessierende Frequenz liegt im augenscheinlich wahrnehmbaren Bereich.
Gruß - E. Nowack

peter-h

Was ist Leuchtfarbe ?
Es gibt sehr unterschiedliche Varianten, bis hin zu radioaktiven Leuchtfarben, welche früher durch Radiumverbindungen eine ZnS-Schicht mit z.B. Kupfer dotiert zu einem Dauerleuchten brachten ( Flohmarkt alte Fliegeruhren) oder heute mit einer Tritiumverbindung für Uhrenzeiger verwendet werden.
Dann die nachleuchtenden Farben (Phosphoreszenz) , oder die "Tagesleuchtfarben" (Fluoreszenz) , welche nur bei kurzwelliger Stahlungsanregung leuchten. Und dann kann man natürlich auch alle Versionen mischen  ;D

Gruß
Peter Höbel

Eckhard F. H.

ZitatUnd dann kann man natürlich auch alle Versionen mischen  Grinsend

Hmm, die Runde im thematischen Parcour ist gelaufen. Mir ging es speziell um Leuchtfarbe Lumilux.
Gute Nacht - Eckhard N.

reblaus

Hallo E.N. -

wenn es "speziell" um Lumilux geht sollte man aber nicht das geistige Räderwerk der Forumsteilnehmer mit der Formulierung "z.B. Lumilux" ankurbeln!

Eine gute Nacht!
Rolf

-JS-

Lieber Rolf,
Zitatwenn es "speziell" um Lumilux geht sollte man aber nicht das geistige Räderwerk der Forumsteilnehmer mit der Formulierung "z.B. Lumilux" ankurbeln!
ich verbeuge mich in Ehrfurcht vor der wahrlich nicht alltäglichen Darstellung eines nahezu britisch-trockenen Humors und wünsche allen mitgrinsen- und vor Allem -begreifenden Lesern eine schöne Restwoche.
Freundlichen Gruß
-JS-
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Eckhard F. H.

Zitatwenn es "speziell" um Lumilux geht sollte man aber nicht das geistige Räderwerk der Forumsteilnehmer mit der Formulierung "z.B. Lumilux" ankurbeln!

Hallo Rolf,
man ist doch versucht, sich mit seinem Anliegen so kurz wie möglich zu fassen und da bleiben Unschärfen nicht aus. Bei ´speziell´ Lumilux und ´z.B.´Lumilux verhält es sich so:
Lumilux habe ich, ein ´nichtträges´ Leuchtmittel brauche ich. Ob ich habe, was ich brauche, weiß ich nicht. ;)
Gruß - E. Nowack

Werner

Zur Fluoreszenzdauer

Die Fluoreszenzdauer liegt meist im Mikrosekundenbereich (also um 1 MHz). Wenn man in einem normalen Fluospektrometer (50-Hz-Betrieb) die Anregung abblockt, ist das Fluoreszenzlicht sofort weg. Blitzlampen-Spektrometer abeiten bis 1 kHz, auch bei denen ist es so. Zur Messung der Dauer braucht man spezielle Aufbauten. Aber das haben Andere schon gemacht, die fanden das mit den Mikrosekunden heraus. Gebiet der physikalischen Chemie.

Längere Nachleuchtdauern nennt man Phosphoreszenz, Anwendung sind Leuchtfarben, Radar-Bildschirme, manche Oszillografenröhren.
Sehe gerade, daß Wiki auch hilft:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fluoreszenz
http://de.wikipedia.org/wiki/Fluoreszenzlebensdauer

Viele Grüße   -   Werner


Eckhard F. H.

ZitatLängere Nachleuchtdauern nennt man Phosphoreszenz, Anwendung sind Leuchtfarben, Radar-Bildschirme, manche Oszillografenröhren.

Hallo Werner,
danke für die Erläuterung und die Verweise. Jetzt ist alles geklärt -  leider negativ.  :( Est es also unmöglich, auf einem rasch bewegten, mit Leuchtfarbe beschichteten Schirm mittels UV ein scharfes (Licht-)Bild zu erzeugen. Nun ist die Katze aus dem Sack!  ;D
Gruß - Eckhard N.


peter-h

Hallo nochmal,

nun ganz konkret. LUMILUX Gelbgrün B20-0288 so wie es vor mir steht wurde von Riedel-de-Haen AG , Seelze Hannover hergestellt / vertrieben. Es diente zur Beschichtung von Leuchtschirmen und Ausgangsfenster der Bildverstärker in der Röntgentechnik.
Ich habe das Pulver (nicht gerade Umweltfreundlich  :o) noch nicht auf Leuchtdauer untersucht, glaube aber dass der Abklingbereich < 1ms liegt.

Vielleicht kann die Firma (es gibt sie noch) Informationen liefern.

Gruß
Peter Höbel

Werner

Hallo Eckhard!

Nee, unmöglich ist das nicht. Wenn es nur ein Schirm sein soll, selbermachen.
Vielleicht genügt schon Fluorescein in Gelatine.
Die alten "Spitzenzähler" für Kernstrahlung (vor dem Geigerzähler) waren aus einer Barium-Hexa-Chloro-Platinat-Schicht auf Lack. Dieses Pulver ist nicht zu schwierig herzustellen, relativ einfache anorganische Chemie (Platin in Königswasser auflösen und mit Bariumsalz ausfällen). Grundkenntnisse der Chemie und einige Gerätschaften sind empfehlenswert.
Es gab ein schönes Buch in den Siebzigern, in dem solches beschrieben wurde:
Angerer, Ebert - Technische Kunstgriffe im physikalischen Laboratorium  (oder so ähnlich).

Vielleicht reicht aber auch Haushaltsware. Frisch gewaschene Wäsche fluoresziert stark. Textmarkerstifte gibt es grün oder rot fluoreszierend. Klebeschilder auch. Die haben alle keine lange Nachleuchtdauer.

Soll als Anregung dienen  -  nicht aufgeben ! 

Gruß   -   Werner   


Eckhard F. H.

ZitatDieses Pulver ist nicht zu schwierig herzustellen, relativ einfache anorganische Chemie (Platin in Königswasser auflösen und mit Bariumsalz ausfällen).

Hallo Werner,
das liegt so richtig auf meiner Schiene. Da werde ich wohl heimlich platinverdächtige Stücke aus dem Schmuckkästchen meiner Frau einem Juwelier vorstellen, um meinen Verdacht verifizieren zu lassen. Tut er das, läßt sie mit dem Seitenschneider sicher ein Stückchen davon abkneifen.  ;D
Gruß - Eckhard

Chipart

Zitat von: E. Nowack in August 10, 2010, 14:38:48 NACHMITTAGS
ZitatLängere Nachleuchtdauern nennt man Phosphoreszenz, Anwendung sind Leuchtfarben, Radar-Bildschirme, manche Oszillografenröhren.

Hallo Werner,
danke für die Erläuterung und die Verweise. Jetzt ist alles geklärt -  leider negativ.  :( Est es also unmöglich, auf einem rasch bewegten, mit Leuchtfarbe beschichteten Schirm mittels UV ein scharfes (Licht-)Bild zu erzeugen. Nun ist die Katze aus dem Sack!  ;D
Gruß - Eckhard N.

Doch, das ist möglich. Wenn Du uns etwas mehr über Deine beabsichtigte Anwendung schreibst (vor allem bin ich neugierig, was das mit Mikroskopie zu tun haben wird), dann hat hier sicher eine Idee, wie das geht.

Gruss,
Chip