Frage zur Dünnschliffanfertigung

Begonnen von moräne, Dezember 18, 2010, 16:32:12 NACHMITTAGS

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moräne

Hallo Dünnschliffexperten
Ich habe folgende Frage.
Ein Steinplättchen wurde vor etwa 2 bis 3 Monaten mit Kanadabalsam bei nur 90 Grad geklebt  - wegen eines Irrtums im Vorgehen  Der Kanadabalsam war anfänglich weich,
fühlt sich jetzt aber hart an.
Ist das Harz genug durchgehärtet  um Weiterschleifen zu vertragen?
Grüße
Gerd

Bernhard Lebeda

Zitat von: moräne in Dezember 18, 2010, 16:32:12 NACHMITTAGS
Hallo Dünnschliffexperten
Ich habe folgende Frage.
Ein Steinplättchen wurde vor etwa 2 bis 3 Monaten mit Kanadabalsam bei nur 90 Grad geklebt  - wegen eines Irrtums im Vorgehen  Der Kanadabalsam war anfänglich weich,
fühlt sich jetzt aber hart an.
Ist das Harz genug durchgehärtet  um Weiterschleifen zu vertragen?
Grüße
Gerd

Hallo Gerd

das ist ja das schöne am Kanadabalsam, dass man nie so genau weiss ob er hält!  ;D
90 °-tja interessant wäre zu wissen welche Konsistenz er beim aufkleben hatte. Wenn er zu dünnflüssig war sehe ich eher schwarz. Wenn er jetzt hart ist, wird Dir nichts übrig bleiben als es vorsichtig zu probieren. Ich würde aber nichts mehr maschinell wagen, sondern von Hand schleifen!

Viel Glück

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

moräne

Hallo Bernhard
Ich schleife seit mehreren Monaten ausschließlich von Hand auf einer festsitzenden Glasplatte.
Da ich keine Lust dazu habe die in dem von mir benutzten Buch (Kopie , glaube -  Humphries :Anfertigung von Dünnschliffen ) verordnete Prozedur, also wieder aufschmelzen, Glas und Plättchen trennen, kochen .... noch mal zu machen( mach ich lieber mit was neuem )
deswegen meine Rückfrage, ob da jemand was beisteuern kann,
zur Frage nach der "Erhärtung" von Kanadabalsam
Grüße
gerd

Bernhard Lebeda

Nu ja, vielleicht sagt Olaf noch was aus seinem reichen Erfahrungsschatz, meiner ist noch bescheiden, aber immerhin dahingehend, dass KB zwar hart wird, aber eher im Sinne von spröde und nicht bis zum Schluss durchhält, wenn er beim eindicken VOR dem kleben nicht die optimale Konsistenz hatte. Meist hats den Stein dann beim schleifen mit dem Fliesenschneider wieder runtergehaun. Also vorsichtig von Hand runter, ob er dann ab 100µ abwärts hält wird per Ferndiagnose kaum zu garantieren sein. Warum versuchst Du nicht auch mal Zwei Komponenten Kleber ? Ich war es irgendwann leid mit dem Balsam.

Viele geschliffene Mikrogrüsse

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

moräne

Hallo Bernhard
Wäre ja schön wenn mir  Olaf mit seiner reichen
Erfahrung noch beisteuert.
Mein schlaues Buch, schildert die Sache dahingehend, daß, das besagte  Harz, wenn es nicht genügend gekocht wird
d.h. 2 bis 3 Minuten auf ( leider gibt der autor nur den Grenzwert" nicht über 140 Grad " an) gehalten wird, spröde wird.
Zwei komponentenkleber( Epoxidharz ist mir nichts. Epoxidharz ist allergieerzeugend und der Humphries schreibt von Kontaminierten Flächen usw. - Studenten die vom Prof deswegen ....... haste gesaut!!!)
Also ich bin sowieso Naturfreak.
Hab zwar mal mit sowas geklebt ( aus Beständen meines Vaters, aber gekauft hätte ich es mir nie - es stinkt.
Und ich spüre es auf der Haut.
Hoffe also mal das es klappt
vG
Gerd

olaf.med

Hallo Gerd,

Bernhard schrieb ganz richtig, dass man zu "Kanadabalsam" keine verbindlichen Angaben machen kann. Unter diesem Namen firmiert eine ganze Reihe von verschiedensten Thermoplasten. Das Ausgangsharz ist wohl immer dasselbe, aber durch verschiedenste Zusätze werden die Eigenschaften gezielt gesteuert. Es gibt hart- und weich eingestellte Varianten, also solche, die spröde aushärten und solche, die eher flexibel bleiben. Die Schmelzpunkte verändern sich dabei auch erheblich zwischen ca. 80°C und 140°C. Dann gibt es noch die biologisch-medizinische Unart  ;D ;D ;D Lösungsmittel beizumengen, wie z.B. Xylol, wobei der unbeschreiblich angenehme Duft des reinen Kanadabalsams zum Gestank mutiert, aber nebenbei die Aushärt- und Härte-Sprödigkeits-Eigenschaften wesentlich verändert werden.

Grundsätzlich gilt: Erfahrung sammeln ist alles!

ZitatAlso ich bin sowieso Naturfreak
das finde ich prima, aber das:

ZitatEpoxidharz ist allergieerzeugend und der Humphries schreibt von Kontaminierten Flächen usw. - Studenten die vom Prof deswegen ....... haste gesaut!!!)
halte ich für völlig überzogen bei den Mengen mit denen man als Hobbyist umgeht. Die Epoxidharze sind hervorragend zu verarbeiten und völlig problemlos in der Handhabung. Das Epoxidharz aus dem Baumakt geht natürlich nicht, da es nicht klar genug und nicht Pol-tauglich ist, aber erkundige Dich doch einfach mal bei Georg Abele http://www.duennschliff.com/.

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

moräne

Hallo Olaf
Vielen Dank für die Antwort
Na ja, ich denke ich werde eher beim Kanadabalsam bleiben, auch wenn man nicht weiß ob er mit Xylol versetzt ist.
Meiner , von Ebay  Firma Feinchemie H. Klein wird als Canadabalsam natürlich bezeichnet, und auf Anfrage hat man mir mal mitgeteilt er sei ohne Lösungsmittel.
Kann ich leider nicht nachprüfen.
Aber für Epoxidharz bräuchte ich ja noch diese Pressvorichtungen und für so ewas bin ich noch nicht eingerichtet.
kann man sich mit dir auch über Petrographie unterhalten?
Ich habe zur Zeit so `nen schönen Phonolith vom Vesuv im Mikroskop mit Einschlüssen im Leucit, und Fragen kommen da immer auf.
Und wenn ja, dann per Email oder im Forum?

Grüße
Gerd

Bernhard Lebeda

Zitat von: moräne in Dezember 19, 2010, 12:46:59 NACHMITTAGS

Aber für Epoxidharz bräuchte ich ja noch diese Pressvorichtungen und für so ewas bin ich noch nicht eingerichtet.



Wie kommst Du denn darauf??

Schlag nach bei Udo, denn da steht was drin...

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=7537.0


Also denn, Glück auf!

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

Udo Maerz

#8
Hallo Gerd,

mit Kanadabalsam habe ich es auch mal versucht und war mit den Ergebnissen nie so recht zufrieden. Mit Körapox --> Abele habe ich bislang immer zufriedenstellende Ergebnisse erzielt, und zwar ohne Probleme. Wenn die Komponenten auf Einmalspritzen aufgezogen sind, kommst Du mit dem Klebstoff prinzipiell gar nicht in Berührung. Die Geruchsentwicklung ist auch vernachlässigbar, da man nicht mit größeren offenen Gefäßen hantiert, sondern nur mit kleinen Mengen arbeitet. Geringe Mengen (ca. 1,5 ml = 1ml Harz +0,5ml Härter) reichen aus, um 6-10 Präparate aufzukleben oder abzudecken, Pressvorrichtungen sind bei der Klebkraft überhaupt nicht nötig. Man muss jedoch die Lage der aufgeklebten Blöcke bzw. der Deckgläser während der ersten 2 Stunden durch leichtes Anschieben etwas "nachjustieren". Das ist die kleine "Gegenleistung", die man dafür aufbringen muss, dass sich dieser Klebstoff ohne Stress ( und auch Pressvorrichtung) länger verarbeiten lässt. Ich mische nie weniger als 1,5 ml an, um das Mischungsverhältnis bei der Dosierung aus den Einmalspritzen einigermaßen einzuhalten. Dafür kann ich dann ohne Eile mehrere Präparate nacheinander bearbeiten.

Es ist mehr als einen Versuch wert !

mit ermutigenden Grüßen
Udo Maerz


moräne

Hallo Udo
darauf antworte ich,
wenn ich auch mit Kanadabalsam nicht zufrieden bin.
Ich habe mich schon zu sehr auf diesen eingestellt.
Grüße
Gerd

olaf.med

Hallo Gerd,

Zitatkann man sich mit dir auch über Petrographie unterhalten?

ich denke schon, und ich helfe gerne, wenn ich kann. Das ist ja auch mein Job  ;D. Am besten mailst Du Bilder, wenn Du möchtest auch gerne direkt an meine email-Adresse (findest Du auf meiner homepage links unter dem Logo).

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0