Nochmal: Triebe Axioskop

Begonnen von treinisch, März 19, 2011, 13:06:42 NACHMITTAGS

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treinisch

Hallo liebe Mitglieder des Forums,

ich bin nun in der Lage von den Triebknöpfen eines Axioskopes die
Feintriebknöpfe zu entfernen. Sie werden in der Tat von einer
2.5 mm Madenschraube mit einem 1.3 mm Innensechskant gehalten.

Nun meine nächste Frage: Wenn ich weiter zerlegen will, wie geht es dann
planmäßig weiter? Ich würde gerne die Mechanik sehen, die sich im
Triebknopf befinden muss.

Vielen Dank

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Nomarski

Hallo Timm,

wenn du es geschafft hast, die Feintriebknöpfe abzunehmen, kommen als nächstes die Grobtriebknöpfe dran.
Diese sind aufgeschraubt und durch eine Kontermutter gegen Losdrehen gesichert. Also muß zuerst die Kontermutter abgeschraubt werden und danach der Grobtriebknopf.
Das kann man noch machen, ohne was zu verstellen. Aber danach muß man aufpassen, da auf der einen Seite die die Einstelleinrichtungen kommen für die Feintrieb-Friktion und auf der anderen Seite das Segmentpaket für die Anschläge. Beides muß wieder richtig eingestellt sein, da sonst der Feintrieb rutsch oder die Endanschläge nicht mehr stimmen.

Viele Grüße
Bernd

treinisch

Hallo Bernd,

soweit hat das nun geklappt. Gibt es irgendwo Anleitungen, wie
die Einstellung der Feintrieb-Friktion und das Segment-Paket für die Anschläge funktionieren?

Herzliche Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Nomarski

#3
Hallo Timm,

eine Anleitung wird es sicherlich dafür geben, aber eben nicht für alle zugänglich. Ich habe den Aufbau auch nur dadurch kennengelernt, indem ich mein erstes Standard mal selbst zerlegt hatte, um es zu reinigen und neu zu fetten.
Die Kraftübertragung von der Feintriebachse auf den Grobtrieb erfolgt über drei Kugeln, welche über eine Art Feder auf die dünne Feintriebachse gedrückt werden. Dabei spielt das Haftöl eine wichtige Rolle. Es funktioniert praktisch wie ein Planetengetriebe, aber ohne Verzahnung. Das Sonnenrad ist die Feintriebachse, die Planetenräder sind die Kugeln. Wenn die Vorspannung der Kugeln zu gering ist, werden die Kugeln nicht bewegt, welche dann den Kugelkäfig und damit den Grobtrieb bewegen. Der Tisch bewegt sich dadurch auch nicht.
Durch eine zu hohe Vorspannung geht der Feintrieb zu schwer, die Kugeln drücken eine Rille in die Feintriebachse, was nicht sein darf. Gleiches passiert leider bei Revolvern, dessen Lagerschrauben zu fest angezogen waren.

Zum Segment Paket, das für die Anschläge zuständig ist:
Wenn du den Grobtriebknopf abgebaut hast, kannst du sehen, wie es arbeitet, wenn man den Grobtrieb bewegt.
Ein Stapel von Segmentscheiben, der aussieht wie eine Wendeltreppe. Die Scheiben bewegen sich gegeneinander bis zu einem gewissen Punkt. Die Welle, auf die diese Segmente aufgesteckt werden hat eine Außenverzahnung, die oberste Scheibe hat die passende Innenverzahnung. Der Anschlag wird dadurch bestimmt, in welcher Position das oberste Segment aufgesteckt wird. Durch dieses Segmentpaket kann der Grobtrieb 7x oder 10x bis zum Gegenanschlag gedreht werden. Der Anschlag muß auf jedenfall wirken, bevor der Tischträger gegen den Fuß donnert, aber er sollte noch nicht wirken, bevor der Tisch soweit hochgefahren wird, daß die Präparate in der richtigen Höhe sind.

Am ersten Mikroskop braucht man Stunden, um es einzustellen, irgendwann schafft man es dann in Minuten.

Viele Grüße
Bernd

P.S.: Für die Reparaturversuche bist du aber selbst verantwortlich. Wenn dir irgendwas wegspringt, runterfällt oder vollkleckst, kann ich dafür nichts! Und vor allem nicht zu viel Gewalt anwenden. Wenn du dir nicht sicher bist, laß es lieber so wie es ist!

treinisch

Hallo Bernd,

vielen Dank! Ich habe jetzt erstmal die Triebknöpfe wieder
angeschraubt. Das Seufzen ist dadurch schon verschwunden, vermutlich ist
es, wie Dieter schon vermutet hatte, der Feintriebknopf war wohl einfach
,,zu nah dran".

Viele liebe Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Nomarski

Hallo Timm,

Zwischen dem Feintriebknopf und der Buchse im Grobtriebknopf gehört noch eine Kuppenartige Reibscheibe, welche wie eine Achsialfeder wirkt. Die Feintriebknöpfe sollten so angeschraubt werdebm daß diese Reibscheiben nicht gequetscht, dann geht auch der Feintrieb zu schwer und rubbelig, aber auch nicht so, daß man die Feintriebachse noch hin- und herschieben kann. Die Reibscheiben sollten also leicht unter Spannung stehen, so daß sie wie eine Feder wirken.

Viele Grüße
Bernd