Tümplerfreuden - Spirogyra und Nauplius in neuem Licht

Begonnen von HDD, August 07, 2011, 05:12:29 VORMITTAG

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HDD

Liebe Forumsmitglieder

Momentan experimentiere ich mit verschiedenen Arten der Lichtführung.

Bei diesen Bildern habe ich aus 8 mm dicken Plexiglasstreifen und darin eigesenkten Power LED's
schmale Lichtstreifen gebaut die ganz dicht an das Objekt geführt werden können. Die Plexiglas-
flächen sind matt geschliffen und ergeben ein ganz weiches homogenes Licht.

Bei den gezeigten Aufnahmen wurden ca. 25% Durchlicht hinzu gegeben. Die Spirogyra ist einmal
im normalen Durchlicht und einmal mit dem ersten Prototyp der Experimentalbeleuchtung zu sehen.

Viel Spaß mit den Bildern.

Herzliche Grüße

Horst-Dieter







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Das nicht ausgeleuchtete Plexiglasteil rechts war der erste Versuch. Es hat sich aber absolut nicht
bewährt. Die Lichtausbeute war zu schlecht. Der Durchbruch wurde mit der halbronden Reflexfläche
erzielt. Bei näherem Hinsehen ist das eigentlich auch logisch,da es sic im Prinzip um eine halbe
Ringleuchte handelt, deren Licht durch die Brechung an der matt strichpolierten Schräge Ihren
Weichlicht Effekt bekommt.

HDD


Peter V.

Hallo Horst-Dieter,

kannst Du uns mal diese Konstruktion zeigen?
Wo genau werden denn diese Lichtstreifen platziert?

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

crabtack

Wow, genial, so lassen sich die Chloroplasten viel besser erkennen.
Was ist das eigentlich für eine Alge über der Fadenalge?

Gruß
Olaf

HDD

#4
Hallo

@Olaf : Die Alge ist eine Spirogyra fluviatilis, im Wassertropfen auf Seite 217 links oben die Nr.4
           Ein Bekannter, dem ich dieses Bild zeigte, meinte spontan das seien Eier von Tigerenten. :D :D

@Peter: Ich bin von heute Mittag bis Montag mit der Betreuung eines lange erwarteten Besuches beschäftigt,
           denke aber dass ich bis Dienstag ein paar Bilder der Konstruktion einstellen werde.


Viele Grüße

Horst-Dieter

Manfred Melcher

Hallo Horst-Dieter,

schön die Ergebnisse, die Du mit etwas Auflicht erreichst. Daduch bekommen schwach- oder nicht transparente Objekte deutlich mehr Informationsgehalt.
Der Unterschied an dem gezeigten Beispiel ist allerdings etwas übertrieben dargestellt. da die Durchlichtaufnahme zu dunkel wiedergegeben ist. Ich hoffe Du bist mir nicht böse, dass ich eine leicht korrigierte Version einstelle:



Interessant ist Deine Beleuchtungsart bei Aufnahmen in der Küvette mit Lupenobjektiv. Dort erleichtern solche kleinflächigen Leuchtmittel deutlich die Arbeit, da der geringe Objektabstand stark hinderlich ist.

Viele Grüße
Manfred

HDD

#6
Hallo

Hier nun, wie Peter versprochen, die Bilder meiner Lichtführung. Ich habe mit mehreren Plexiglasformen
Versuche gemacht. Die Keilform mit dem Hohlschliff hatte die beste Wirkung. Das Licht kommt von mehreren
Seiten und ist sehr weich.
Man kann mit jeder billigen Jansjö die gleichen Bleuchtungseffekte erzielen, aber wenn man genauer beobachtet
und Wert auf eine saubere, reflexfreie Ausleuchtung legt, ist diese Beleuchtung schon sehr nahe am Idealfall.

Nach dem Motto: Versuch macht kluch (g), wurde ein Plexi-Lichtkeil gebaut der ohne Power LED nur an den OT
geschoben wurde. Das Teil wurde nun von außen angeleuchtet, was zum gleichen Lichteffekt führte wie mit LED.
Diese Beleuchtungsart hat in Kombination mit dem Drehtisch den Vorteil, dass die Lichtquelle praktisch mit dem
OT gedreht werden kann, was zu einem sehr variablen Lichteinfall führt.
Die Schatten und Reflex-Steuerung kann so beliebig vorgenommen werden. Die Stacking Spezialisten wissen
wie Reflexe manchmal die Bilder beeinträchtigen.

Ich hoffe mit meiner Arbeit ein paar Anregungen für unser schönes Hobby gegeben zu haben.

Herzliche Grüße

Horst-Dieter



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HDD

#7
Nachtrag:

Bei dem unbeleuchteten Plexi-Teil rechts handelt es sich um meinen ersten Prototypen. Diese Bauform hat sich aber nicht bewährt.
Die Lichtausbeute ist zu gering, da die gerade Reflexionsfläche nicht den erwünschten Erfolg brachte.
Erst die halbrunde Ausführung brachte ein gutes Ergebnis. Es handelt sich hierbei ja praktisch um ein halbes Ringlicht dessen Licht
durch die matt polierte Schräge sehr weich wird.
Dabei kommt es auch auf die Körnung des Polierstrichs an. Je mehr diese Fläche glanzpoliert wird um so härter und reflexreicher
wird das Licht.

Viele Grüße

Horst-Dieter

Rawfoto

Hallo Horst-Dieter

Gratulation, das ist eine sehr gute Idee. Als Zubehoer fuer die Lupenfotografie gab es vergleichbares in unterschiedlichen Formen kaeflich zu erwerben. An stelle der Led waren dort aber Schaufanschluesse fuer Lichtleiter. Leider kenne ich den Hersteller nicht, wie ich damit gearbeitet habe hatte ich keine Lupenobjektive und es hat mich nicht interessiert. Wie ich dann die Lichtleiter fuer meine Studioblitzanlage hatte war der Fotograf in Pension und das Wissen fuer mich nicht mehr im Zugriff.

Die Teile waren in einer Holzbox und es waren die unterschiedlichsten Formen enthalten. Von den Kreisformen waren es drei. Ein Drittel, zwei Drittel, und ein Ring. Die drei schauen Deiner Version sehr aehnlich. Man hat je Drittel einen Lichtleiter angeschlossen ...

Was das Set aber auch hatte waren Stufenlinsen in 1cm, 2cm und 3cm und man konnte diese fokusieren um den Abstand von der Lichtleiteraustrittsoeffnung zur Linse zu veraendern. Das ergibt ein traumhaft gerichtetes Licht. In 16cm und 30cm habe ich so Teile im Fotostudio stehen und ich treume davon mir so kleine zu bauen ...

Wenn wer eine Quelle fuer solche kleinen Stufenlinsen kennt bitte posten, der Rest ist ja dann eine Arbeit auf der Drehmaschine und die Durchmesser sollten fuer mich im Bereich on 1,2 bis 4cm sein ...

Ich danke Dir fuer Deine Anregung, durch Dein Zeigen ist mein Leidensdruck groesser geworden und ich werde in den naechsten Monaten beginnen mir dieses Set von damals nachzubauen ...

Wenn es erste Erfolge gibt zeige ich sie Euch natuerlich ...

Liebe Gruesse & hochmals danke :-))

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Ernst Hippe

Hallo,
gratuliere, eine sehr interessante Methode!
Noch zum "Tigerentenei": etwa 2007 hatte ich fast die gleichen Spirogyra-Zygoten gezeigt, die damals von Rupert Lenzenweger als Spirogyra setigera bestimmt wurden. Zum Vergleich stelle ich sie hier nochmal ein:



Das war (etwas schräges) Dunkelfeld.
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken

crabtack

Danke für die Bestimmung.
Interessante Beleuchtungsmethode, werde ich auch mal probieren.

Gruß
Olaf

HDD

Hallo

Herzlichen Dank Für Euer Lob und eure Stellungnahmen. Das Bild von Ernst sieht sehr gut aus,
wunderschön der schwarze Hintergrund. Sicherlich ist es zu einer Zeit entstanden wo Stacking
noch keine große Mode war.
Mal ganz banal nachgefragt: Wie bekommt man so ein sauberes Dunkelfeld?

Herzliche Grüße

Horst-Dieter

Ernst Hippe

Hallo HDD,
natürlich war das Dunkelfeld nicht so sauber, und gestapelt habe ich damals auch noch nicht. Aber mit Geduld und Photoshop & Paint wurde es dann besser. Also nix für Puristen...
Gruß Ernst Hippe
Vorstellung:Hier klicken

Rawfoto

Liebe KollegInnen

Bezueglich der Fresnellinse bin ich fuendig geworden und sie sind bereits am Versandweg. Fuer alle die es auch interessiert:

https://www.edmundoptics.com/onlinecatalog/search/index.cfm?criteria=46-394

Motiviert durch diesen Thread gehe ich jetzt in Richtung des Nachbaus meiner Traumkomponenten fuer die Lichtleiter :-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...