Ultramikroskop macht Rückenmark durchsichtig

Begonnen von Heiner, Januar 06, 2012, 14:50:47 NACHMITTAGS

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Heiner

ist vielleicht für die mehr wissenschaftlich orientierten Leser interessant?

"Eine neue Mikroskopier-Methode lässt Gewebe durchsichtig werden. Durch eine Kooperation der TU Wien mit dem Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München kann man nun die Regeneration von Nervenzellen im Rückenmark detailliert untersuchen."
und hier der Link dazu
http://www.analytik-news.de/Presse/2012/5.html

Heiner

Johannes Kropiunig

Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

wilfried48

Hallo,

na ja so ganz neu ist die Methode ja nicht und wurde in den MPI news schon 2007 vorgestellt.

http://www.mpg.de/538663/pressemitteilung20070405http://www.mpg.de/538663/pressemitteilung20070405

Die Idee ist, im Mikroskop durch optische Schnitte ähnlich wie das CT oder MRT in räumlich ausgedehntere
Gewebeproben blicken zu können.

Den Namen Ultramikroskopie verdient die Methode aber nur im Vergleich zu CT oder MRT deren Auflösung
nur im Zehntel Millimeterbereich liegt.

Gegenüber der konventienellen Lichtmikroskopie ist die Auflösung bisher eher bescheiden geblieben, da man mit hochaperturigen Objektiven halt nur einen kleinen Arbeitsabstand hat und dieser einen hochaufgelösten tieferen Einblick in das Gewebe verhindert, auch wenn es durch Dehydrierung und Austausch gegen ein Medium mit gleichem Brechungsindex quasi durchsichtig gemacht wurde.

Der Nachteil gegenüber CT und MRT ist natürlich dass das ganze nicht an lebenden Organismen funktioniert und auch nur mit Fluroeszenzfarbstoffen markierte Strukturen sichbar gemacht werden können.

Aber für Spezialanwendungen für Wissenschaftler, die kleinere Organismen oder dickere Schnitte mit einer Art
optischer Computertomografie mit Auflösungen im Mikrometerbereich räumlich untersuchen wollen ist die Methode sicher interessant.

viele Grüsse
Wilfried

vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

TPL

#3
Danke Wilfried,
dass Du uns bei diesen Nachrichten über vermeintlich bahnbrechende Techniken ein bisschen auf gesicherten Boden zurück holst!

Nicht selten werden Methoden journalistisch zur Jahrhundert-Erfindung verklärt, die zwar durchaus ordentliche Ingenieursleistungen darstellen und einzelnen Forschungszweigen einigen Schwung geben, aber nach ein paar Jahren weit hinter die pompösen Ankündigungen zurück fallen. Ich will solche Entwicklungen beleibe nicht mies machen, aber wer sich einmal die (kostenfreie!) Lektüre von z.B. "microscopy & analysis" antut, wird nahezu monatlich mit bahnbrechenden Jahrhundert-Entwicklungen beglückt ::).

Abwartende Grüße, Thomas

reblaus

Hallo Tomas -

voller Neid gestehe ich, dass ich den Sachverhalt nicht so treffend hätte formulieren können!

Viele Grüße und ein erfolgreiches Neues Jahr!

Rolf