Frage zu Austrittspupille Leica EZ4

Begonnen von Urs Flükiger, Mai 20, 2011, 10:14:19 VORMITTAG

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Urs Flükiger

Liebe Forumsmitglieder

Ich bin auch wieder einmal hier....  :D

Bei meinem Stereomikroskop Leica EZ4 ist mir gestern aufgefallen, dass die beiden Austrttspupillen nicht wie beim Biologiemikroskop, Fernglas und Teleskop schön rund, sondern eher zwei 8-förmige Angelegenheiten sind. Von Distanz betrachtet sieht es aus, wie zwei zueineinander verschobene, sich leicht überlappende Austrittspupillen, die diese Stellung auch beim Zoomen beibehalten und entsprechend der Vergrösserung nur ihre Grösse ändern. Die Lage der beiden Acht sind (von links kommend) acht-zwei-Uhr und zehn-vier-Uhr. Beim Durchblicken ist während der Annährung zum Okular zuerst  wie ein Schmutzfleck im Randbereich des Okulars zu sehen und beim eigentlichen Betrachten ist dann nicht Auffälliges mehr erkennbar.

Ist dies bei diesem Stereomikroskop eine für das verwendete Design übliche Erscheinung oder ist da was nicht (mehr) richtig justiert?

Vielen Dank für das Stillen meines Interessendurstes.

Liebe Grüsse aus dem Emmental
Urs
Privatsternwarte Loberg
47° 05' 34.45" N 7° 36' 32" E
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A. Büschlen

Lieber Urs,

wie verhält sich das Phänomen wenn du die Okulare nach links oder rechts drehst?

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Urs Flükiger

Lieber Arnold

Danke für Deinen Beitrag.

Die beiden Okulare sind fest und nicht drehbar. Wenn ich das ganze Mikroskop drehe - das muss ich aber noch sicherheitshalber überprüfen - ist mir in Erinnerung, dass sich diese Acht mitdreht.

Ich melde mich nochmals, sobald ich zu Hause bin...

Lieber Gruss
Urs

Privatsternwarte Loberg
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Urs Flükiger

Da bin ich wieder, Arnold

Diese Acht bleibt richtungsstabil wenn ich das gesamte Mikroskop drehe. Wenn ich mich den Okularen nähere hat man etwa denselben Eindruck, wie wenn es Schmutz auf der einblickseitigen Glasfläche hätte. Ist man beim optimalen Augenanbstand angelangt, scheint alles in Ordnung. Komische Sache...

Urs

PS: Übrigens haben soeben Frau und Tochter diese Erscheinung bestätigt.
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Frank D.

Hallo Urs,

wenn Du Dir eine 8 betrachtest, sind dann beide runden Teilflächen gleich hell?

MfG
Frank

Urs Flükiger

Hallo Frank

Ich habe mir eine kleine Acht auf Papier gemalt und diese sieht im gesamten Vergrösserungsbereich wunderbar aus.

Ob mit Gleitsicht- oder Lesebrille oder nacktem Auge betrachtet; es sind immer zwei mal zwei Austrittspupillen erkennbar. Bei kleiner Vergrösserung sind die beiden Austrittspupillen überlappend und bei grosser Vergrösserung ist sogar eine Lücke zwischen den beiden kreisrunden Austrittspupillen vorhanden.

Aber: Als Illustration wollte ich nun eine Foto von diesen vier Austrittspupillen machen. Auf der Foto ist aber alles so, wie ich es bei den anderen optischen Sehgeräten gewohnt bin. Haben wir drei einen Sehfehler?

Vielen Dank für Eure "Anteilnahme".

Urs
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Klaus Herrmann

#6
ZitatAber: Als Illustration wollte ich nun eine Foto von diesen vier Austrittspupillen machen. Auf der Foto ist aber alles so, wie ich es bei den anderen optischen Sehgeräten gewohnt bin. Haben wir drei einen Sehfehler?

Hallo Urs,
wahrscheinlich nicht, aber vielleicht einen Denkfehler: das Foto hast Du doch nur durch einen Tubus gemacht? dann kannst Du auch keine 2 verschobene Bilder sehen!

Für mich hört sich das nach dejustierten Prismen an, deshalb siehst Du 2 Bilder  - oder habe ich Deine Problembeschreibung falsch verstanden?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Urs Flükiger

Hallo Klaus

Vielen Dank für Deinen Beitrag.

Ich habe mich wahrscheinlich zu wenig klar ausgedrückt. Wir sehen pro Okular zwei Austrittspupillen, also total derer vier, die sich wie oben beschrieben verhalten.

Es kommt mir ähnlich vor, wie bei einem Newton- Teleskop, wo man auf Distanz auch den Fangspiegel in der Austrittspupille sieht, der dann beim "Nutz"- Augenabstand "verschwindet". Genau so verhalten sich die beiden Austrittspupillen beim EZ4.

Darum meine oben gestellte Frage/Äusserung, ob dies - nehmen wir den Newton zum Vergleich - auf ein optisches Design beim Leica EZ4 zurückzuführen ist.

Eigentlich kann ich mit dieser Erscheinung gut leben; bin aber von Natur aus neugierig.  :D

Liebe Grüsse
Urs
Privatsternwarte Loberg
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Urs Flükiger

Liebes Forum

Gestern hatte ich die Gelegenheit bei einem Schwesternmodell (Leica EZ4 HD) diese Erscheinung der doppelten Austrittspupille nachzuprüfen. Dies war dort genau derselbe Effekt. Muss also am optischen Design liegen. Mir ist jetzt nur nicht klar, wie diese doppelte Austrittspupille genau entsteht und warum man diese auf einer Foto nicht zu sehen bekommt. Diese ist nur rein visuell vorhanden. Ist es eine Spiegelung bei einem verwendeten Prisma?

Ist in diesem Forum eine optische Koryphäe anwesend, die mir meine Neugier stillen kann?

Vielen Dank und Gruss
Urs
Privatsternwarte Loberg
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Urs Flükiger

#9
Liebes Forum

Das Forum und dieser Thread werdenoffensichtlich auch von vielen "Stillen Teilhabern" besucht. Per PN erhielt ich bezüglich meines problems für mich zufriedenstellende Antworten seitens eines engagierten Mikroskopiers und eines Leitz/Wild- Optikermeisters, die meine Vermutung bezüglich optischem Design bestätigen. Vielen Dank in den Hintergrund.

Deim Leica EZ4 handelt es sich um eine Greenough-Konstruktion, die zur Umlenkung des Lichtes Prismen verwendet. Nun sieht man aus einer grösseren Entfernung tatsächlich eine doppelte Austrittspupille im Okular. Und zwar diejenige des vom Prisma umgelenkten Lichtsrahls und auch als zweite diejenige vom selben Prisma gespiegelten Lichtstrahls. Im korrekten Betrachtungsabstand ist dann aber nur ein einziges Gesichtsfeld zu sehen.

Dies als Abschluss dieses Threads.

Liebe Grüsse
Urs

Privatsternwarte Loberg
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Urs Flükiger

Liebes Forum

Ich komme wieder auf dieses 120 Tage alte Thema zurück, da ich neue Erkenntnisse habe.

Diese erwähnten doppelten Austrittspupillen fielen mir vor ein paar Wochen neben dem Stereo- nun auch beim Biologiemikroskop auf. Dazu sehe ich beim Biologiemikroskop bei hohen Vergrösserungen einen "Löchrigen Schatten", der mit den Augen mitwandert. Meinen diesbezüglichen Verdacht auf einen Katarakt wurde letzte Woche anhand eines Augenarztbesuches bestätigt. Das "Doppelsehen" ist eine der möglichen Symptome bei einem Grauen Star.

Er ist bei mir noch nicht stark ausgeprägt, aber beim Hobby des Mikroskopierens sehr störend. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, bereits im folgenden Herbst (nach den Wohnmobilferien) meine beiden Glubscher mit je einer neuen Optik zu versehen. Da dabei seit Kurzem mit den Kunstlinsen auch der Astigmatismus beseitigt werden kann, besteht eine 50%-ige Wahrscheinlichkeit, keine Brille mehr tragen zu müssen.

Liebe Grüsse
Urs
Privatsternwarte Loberg
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