Diamantpasten zum Aufbereiten von Mikrotommessern

Begonnen von Rawfoto, März 09, 2012, 08:52:41 VORMITTAG

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Rawfoto

Liebe ForumskollegInnen

Anbei ein wichtiger Link für Leute die es wissen wollen und ihre Mikrotommesser optimal aufbereiten müssen:

http://www.abradia-ps.com/pi3/index.html

Ihr bekommt dort die bei Reichert/Leitz nicht mehr verfügbaren Schleifpasten in der Tube:-)

Ich habe an der Adaption der einzelnen Produkte mitgearbeitet und kann sie daher nur wärmstens empfehlen. Ein Artikel für den Mikrokosmos über die Aufbereitung von Mikrotommesser und damit natürlich auch über die hier zu erwerbenden Produkte ist in Ausarbeitung. Ich will Euch aber schon im Vorfeld die Möglichkeit geben zu starten ...

Ich habe mit dem Verkauf und dem Erlös nichts zu tun, es handelt sich um einen Freund der seit Jahren erfolgreich am Markt ist und nun auch für uns optimal abgestimmte Produkte auf den Markt gebracht hat :-))

Ein kurzer vorab Erfahrungsbericht:

Die 1200er Paste ==> wenn das Messer Flugrostspuren oder Flecken von der Chemie hat können diese durch Auftragen eines 5mm langen Pastenstrichs und reiben mit einem Küchenreinigungspapier schön wegpoliert werden, ohne das Messer zu zerkratzen ... Wenn das Messer Scharten aufweist können diese auf der Glasplatte auspolliert werden. Dazu menge ich ca. 50% Weißöl, das ist säurefrei und wird auch bei der Aufbereitung von Wertzeugmessern verwendet. Je nach Tiefe der Scharfe ist das eine Aktion die durchaus in den Bereich von Stunden gehen kann. Natürlich kann man alternativ Schleifsteine oder den Abziehriemen mit roter Schleifpaste verwenden. Je nach Tiefe der Beschädigung mische ich Schleifsteine mit der 1200er Paste, das hat den Vorteil einer exacteren Schneidenform. Da das Leder weicher wie Glas ist wird der Keil abgerundet und ich auf die Länge gesehen nicht so exact gerade. Die Auswertung mache ich am Auflichtmikroskop, teilweise im DIC ...

Die 3000er Paste auf der Glasplatte ist bei mir ebenfals nur nötig wenn vorher Schäden auf der Messerschneide vorhanden waren, damit wird die Messerschneide deutlich weniger wellig ...

Die 3 feineren Pasten werden von mir für die Aufbereitung von gebrauchten Messern ohne Beschädigung verwendet, ein beidseitiges Abziehen der Messer ist von Nöten, der Vorgang ist in ca. 5 bis 15 Minuten abgeschlossen (von der Messerlänge abhängig). Man erkennt das Ergebnis gut unter der 10fach Lupe ...

Verwende ich das Messer nicht unmittelbar nach der Aufbereitung kommt die 60000er nicht zum Einsatz ==> die kommt dann unmittelbar vor dem Messereinsatz zum Einsatz. Nach der 60000er ist so gut wie kein Grad mehr vorhanden, um dem Rest zu entfernen ziehe ich das Messer 3x pro Seite auf einem mit einem dicken Ölfilm auf einer 20x45cm Mehrschichtholzplatte aufgeklebten Schuhsolenleder. Achtung, dieser Vorgang muss absolut ohne Druck ausgeführt werden. Wenn da Druck ausgeübt wird vernichtet man die Schärfe wieder, das geht bereits mit 5 Zügen pro Richtung ...
Liebe Grüße und scharfe Messer :-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Rawfoto

ich habe obigen Text um einen kurzen Erfahrungsbericht Aufgrund von Anfragen erweitert ...

:-)

Gerhard
Gerhard
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Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

peter-h

Hallo Gerhard,

danke für den Bericht. Mir fehlt da aber eine kleine Angabe. Du schreibst:
Die 3000er Paste auf der Glasplatte ...

Was ist das für eine Glasplatte? Extra vorher poliert? Oder von welchem Hersteller mit welchen Angaben und wie dick?
Eine alte Glasscherbe wird es sicher nicht sein.  :D

Messerscharfe Grüße
Peter

Rawfoto

Hallo Peter

Das Glas ist ein gepresstes 8mm dickes Glas welches mit UV Kleber auf die schichtplatte geklebt wurde. Den Hersteller kenne ich nicht, ich mit mit dem grossen Haarlinieal zum Glaser und habe via Lichtspalt die Oberflaeche ueberprueft und fuer gut befunden und drei Stueck gekauft.

Ich habe aber auch eine hochpraezise geschliffene Richtplatte in 20x40cm fuer die 60000er ...

Da das Messer aber ueber grosse Bereicher bewegt wird ist die Oberflaeche bei der 1200er oder 3000er nicht so das Thema, durch die Verwendung bin ich jetzt unebener als beim Kauf. Die Oberflaeche wird rauer. Daher ist es anzuraten die Glasplatten nur fuer bestimmte Koernigkeiten zu verwenden. Das hat auch noch einen zweiten Vorteil, man kann die Diamanten mehrfach verwenden ...

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Abradia-ps

Endlich kann ich mich einmal bei Gerhard öffentlich für seine nicht enden wollende Experimentierfreude bedanken und mich auch vorstellen.

Ich bin vom Beruf Apotheker, nebenberuflich Opalschleifer, und hier kommen schon die Pasten ins Spiel. Ich habe mich immer geärgert, dass es unterschiedliche POlierpasten von noch unterschiedlicherer Farbe gibt, und kaum hat man sich an die grüne Paste gewohnt, ist von einem anderen Hersteller die grüne Paste von komplett anderer Korngröße (sofern überhaupt Diamanten drinnen sind - hier muss ich dem Artikel eines Herrn Henkel, der sicher hier wohlbekannt ist, Recht geben....Finger weg von Diamant Pasten, wenn man nicht weiß, was drinnen ist).

Daher habe ich begonnen, für mich selber Polierpasten herzustellen, ohne Farbzusatz (weil sowieso sinnlos) - bis ein Betrieb in Tirol an mich herangetreten ist, dem ich nun mit der selben Grundlage wie für Gerhards Mikrotommesser Pasten mische.

Logisch ist, dass man  bei gröbere Körnungen mehr Diamanten reingeben muss, um einen Effekt zu erzielen, daher kommt auch die "Konzentrationsreihe" von 18% - 6 % zustande. Die ist aber einzig und alleine auf Gerhards "Mist" gewachsen, von mir kommt nur das Knowhow, die Diamanten auch gleichmäßig einzuarbeiten, nicht immer ein Kinderspiel, aber auch nicht wirklich schwierig mit der richtigen Ausstattung.

Noch zwei Kleinigkeiten -
die Grundlage der Pasten amphiphil, sie ist etwa 1:1 mit Öl, aber auch 3:2 mit Wasser mischbar. D.h. man kann bei Bedarf auch mit Wasser abwaschen und braucht keine Lösungsmittel dazu. Ja und der Shop steckt noch etwas in der Krise mit ein paar kleinen Fehlern, aber im Lauf der Zeit wird das schon.  ;)

viele Grüße
Klaus