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Kristallfilm

Begonnen von bewie, März 13, 2012, 20:44:55 NACHMITTAGS

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bewie

Hallo in die Runde,

endlich bin ich mal wieder dazu gekommen, am Mikroskop zu spielen. Da es schon reichlich Kristallfotos gibt, habe ich mal einen bewegten Phasenschieber gebastelt und Kristallfilme gedreht (mit Vitamin C als Hauptdarsteller). Ganz ohne höhere mineralogische Ansprüche, einfach nur zum Spaß. Vielleicht macht das Anschauen ja auch ein wenig Spaß.

http://www.bewie.de/images/01_Flash_SWF/Kristalle_201203E.swf

http://www.bewie.de/images/01_Flash_SWF/Kristalle_201203D.swf

Das Format, das als einziges hier im Forum funktioniert, flimmert leider ein wenig - besser kriege ich es in diesem Format nicht hin. Wer es flimmerärmer mag, findet auf meiner Website diese und ähnliche Filme in etwas besserer Qualität.

Kristallklare Grüße
Bernd Wiedemann

rekuwi

Lieber Bernd,

das ist eine tolle Idee. Zum Entschleunigen bestens geeignet und die Filme auf Deiner Seite sind ein abendfüllendes Programm. Gefällt mir ausgesprochen gut. Wie hast Du den beweglichen Phasenschieber gebastelt?

(Ich benutze Glimmerplättchen verschiedener Dicke, da läßt sich durch Drehen und Verkippen auch der Farbton verändern).

Liebe Grüße
Regi

Klaus Herrmann

Lieber Bernd,

ein schönes buntes Feuerwerk, das, wie du richtig sagst, auf deiner Website noch deutlich schöner ist!
Ich habe eine Frage zu diesen dunklen Schatten, die immer wieder mal durchhuschen: kommt da die Belichtungssteuerung nicht schnell genug nach? Oder siehst du die auch beim Beobachten?
Und dieser Variokompensator macht mich auch neugierig: verkippst du da einen Kompensator?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

bewie

Hallo Regi, hallo Klaus,

vielen Dank, freut mich, dass es Euch gefällt. Am besten zeigt ein Bild der Bastelei, wie es funktioniert:



Der Motor dreht die Polystyrolscheibe, zur Kraftübertragung habe ich einen Plastikpuffer aus einem alten CD-ROM-Laufwerk genommen, als Gegenlager dient ein entsprechendes Teil aus einer alten mechanischen Maus. Alte Computerteile sind ohnehin eine phantastische Fundgrube für jeden Bastler!

In Polystyrol sind die Molekülketten mehr oder weniger gerichtet, so dass mit jeder Winkeländerung der Scheibe auch die Gangdifferenz ändert - entsprechend bunt ist das Farbspiel. Dreht man dann noch den Polarisator, dann ist die Farbfolge ständig anders, obwohl sich die einzelnen Interferenzfarben selbst natürlich bald wiederholen. Man muss den Phasenschieber also nicht unbedingt kippen. Wobei es natürlich schon seine Reize hat, wenn man ihn kippt, dann kommen noch Farben höherer Ordnung heraus, so dass die Sache noch bunter wird. Aber die Polarisation ist ja ohnehin ein Spielplatz auf dem man sich sehr lange tummeln kann, ohne dass es langweilig wird.

Das Mikroskop selbst ist übrigens kein Polarisationsmikroskop, man könnte also kaum quantitativ damit arbeiten. Es ist ein DIK-Mikroskop, der Analysator ist also schon eingebaut. Ich klappe also lediglich den Polarisator im Kondensor heraus und lege auf die Lichtaustrittsöffnung einen alten linearen Polfilter, der noch aus den OM-Zeiten hier rumgelegen hat.

Lieber Klaus, ich vermute, Du meinst die dunklen Schatten, die bei einigen Filmen auf der Website ständig durchs Bild laufen. Die sind Absicht, ich wollte eine Art "Wolkeneffekt" erzielen. Dazu habe ich den angeschmolzenen Rand der Scheibe in den Strahlengang gebracht, der mit seiner Unregelmäßigkeit für diese Effekte gesorgt hat.

Kristalline Grüße
Bernd Wiedemann

rekuwi

Lieber Bernd,

eigentlich ganz einfach - wenn man denn so ein Motörchen hat! ;D
Aber auf die Idee muß man erstmal kommen. (Dem Inschenjör ist nichts zu schwör).

Liebe Grüße
Regi

bewie

Hallo Regi,

Zitat... wenn man denn so ein Motörchen hat!
den Motor habe ich für 20 Euro aus der Bucht geangelt. Wichtig: Es muss ein Getriebemotor sein, dessen Achse sehr langsam dreht. Meiner entwickelt - je nach Spannung - so um die 30 UpM. Noch langsamer wäre besser, bei schnellerer Umdrehung werden die Filmchen viel zu hektisch. Die diversen Modellbaufreaks bieten solche und ähnliche Motoren immer wieder mal an. Natürlich kommt es auch noch auf den Radius der Übertragungswalze an, der sollte möglichst klein sein. Ach ja, man braucht natürlich noch ein Netzgerät, aber das haben Elektrobastler ja ohnehin auf dem Basteltisch stehen ...

Ansonsten kann man solche Filmchen natürlich auch herstellen, indem man das Hilfsobjekt per Hand im Strahlengang bewegt. Das hat den Vorteil, dass man nicht nur drehen, sondern das Farbspiel durch Kippen noch vergrößern kann und den Nachteil, dass immer wieder ziemlich zittrige und ruckartige Bewegungen hineinkommen. Letzteres war auch der Grund für die Motorbastelei, die zusätzlich noch eine Hand frei macht, um den Polfilter bewegen zu können. Das geht einigermaßen ruckel- und zitterfrei, weil er in einer Kreisführung liegt.

Herzliche Grüße
Bernd