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Interessanter "Schnappi"

Begonnen von schuppi, April 10, 2012, 09:21:44 VORMITTAG

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schuppi

Hallo zusammen,

gut, dass es auch mal regnet und da hat man auch mehr Muße für die schönen Dinge des Lebens. So habe ich nun gestern für mich das erste mal in den Tropfen geschaut und möchte euch die entstandene Serie nicht vorenthalten.

Ihr findet sie unter

http://www.das-gartenjahr.de/thumb.html

Besonders interessant fand ich einen kleinen Schnappi :-), etwa um die 300µ, der sich dann, siehe Bilder, irgendwann auföste.

Schaut selbst:




Ich bitte auch um Kommentare und Anmerkungen zur Bildqualität. Die Aufnahmen sind verkleinert und ansonsten unbearbeitet. Als Hardware ist das Motic BA-310 in Verbindung mit der DFK 72AUC02 im Einsatz.  

Viele liebe Grüße
Rainer
DFK 72AUC02 an
- Motic BA310 Trino LED
- Motic SMZ-168 Trino LED
Web-Site: http://www.mikroskopie-bilder.de

rekuwi

Lieber Rainer,

da hast du eine schöne Sammlung im Wassertropfen gefunden.
Es wäre noch schön zu erfahren woher die Probe stammt.

Ich arbeite auch mit der DFK 72 und meine, da müßte mit dem Motic-Mikroskop doch mehr zu erreichen sein. Vielleicht mal die Beleuchtung versuchen besser einzustellen. Es bilden sich Partikel ab die auf mehreren Fotos erscheinen. Die waren dann nicht im Präparat sondern irgendwo auf der Optik. Staub ist der größte Feind aller Mikrofotos. Mit einem kleinen Blasebalg läßt sich schon einiges entfernen.

Liebe Grüße
Regi

schuppi

Hallo,

danke für das Feedback. Die Probe stammt aus einem stehenden Gewässer, einem See nahe der Wupper, N 51.04.860, E 7.00.640.

Das Buch "Das Leben im Wassertropfen" wird natürlich bestellt, denn jetzt bin ich durchaus angefixed :-)

Das mit den immer gleichbleibenden Schmutzpartikeln auf den Bildern ist mir auch schon aufgefallen; da wird was dran getan.

Viele Grüße
Rainer
DFK 72AUC02 an
- Motic BA310 Trino LED
- Motic SMZ-168 Trino LED
Web-Site: http://www.mikroskopie-bilder.de

Peter V.

Hallo,

ich finde die Fotos als offenbar "Rohfotos" gut. Primär fällt mir nicht Negatives auf, außer den bereits von Regi angemekrten Schmutzpartikeln.
Ein "richtig gutes" Mikrofoto kommt selten direkt aus der Kamera, um das zu erzeugen, kommt man um ein wenig Photoshop oder vergleichbare Bildbearbeitung nicht ganz herum.
Aber das ist alles Geschmacksache.


Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Monsti

Servus Rainer,

eigentlich kann ich mich Peter nur anschließen. Ohne nachträgliche Fotobearbeitung erhält man nur selten ein ansehnliches Ergebnis. Auf Deinem Bild stören mich die vielen linear angeordneten Tröpfchen. Hattest Du das Deckglas mehrfach verschoben? Diese Tropfen gehören auf jeden Fall weg. Beim Detritus gehen die Meinungen auseinander. Ich persönlich entferne ihn z.T. vollständig, wenn es einer besseren Bestimmbarkeit dient. In anderen Fotos belasse ich ihn.

Vieles in der Beleuchtung und Bildbearbeitung ist aber reine Geschmacksache. Eine persönliche "Handschrift" finde ich nicht schlecht.

Hier eines meiner Fotos von heute (der Ciliat Phacodinium metchnikoffi - hoffentlich richtig geschrieben ...) MIT Detritus:



Dieses Foto entstand mittels Canon PowerShot A495 freihändig durch eines der Okulare und wurde nachträglich per Photoshop minimal nachbearbeitet.

Liebe Grüße
Angie

Peter V.

Hallo,

ich habe mir mal eines Deiner Fotos "vorgenommen" und verschiedene Stufen der "Reinigung" durchgeführt. Wie gesagt - alles Geschmacksache. An der Alge selbst habe ich nicht allzu viel manipuliert, da sie m.E. schon recht gut aufgenommen ist.



Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Ulf Titze

#6
Hallo Rainer,

ich finde, bei einigen der gezeigten Bilder ist die Aperturblende zu weit zugezogen. Man erkennt das an der großen Tiefenschärfe (Schlieren auf dem Deckglas werden scharf abgebildet) und an der vergleichsweise geringen Auflösung des Objektes. Versuch' mal, die optimale Blendenposition herauszufinden, indem Du eines der Okulare herausnimmst und in den Tubus blickst. Die sichtbare Objektivapertur sollte zu ³/4 ausgeleuchtet sein.

Grüße

Ulf
"Do not worry about your problems with mathematics, I assure you mine are far greater." (A. Einstein)

"Komm wir essen Opi!" - Satzzeichen können Leben retten!!!

Peter V.

#7
Hallo Rainer,

meine Äußerung bezog sich primär auf die Kameraadaption.
Ulf hat natürlich Recht: Die stark "granuläre" Zeichnung und der fast "Schwrazweißkontrast" lasen eine sehr weit geschlossene Aperturblende vermuten. Bei den Algen fällt das nicht so auf, bei den Rädertierchen schon. Mit weiter aufgezogener Blende hättest Du vermutlich auch weniger augeprägte Farbsäume.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

schuppi

Hallo zusammen,

insgesamt bin ich durch deses Forumsfeedback sehr begeistert, es hat mich einiges gelehrt:

- Die Schutzpartikel müssen auf der Kamera weg
- Die Apertureblende muss weiter aufgezogen werden (mal sehen, wir ich das mit der verlorenen Tiefenschärfe kompromittiere),aber dadurch sind die Farbsäume weg
- Ich muss mehr Vorsicht mit der Nutzung der Objektträger und Deckgläser walten lassen. Sie sind zu schmutzig.

Zur Nachbearbeitung bin ich Eurer Meinung, hier muss ich auf jeden Fall ran und mich in GIMP einarbeiten. Ob ich den Detrius wegretuschiere, da schau ich mal in Zukunft nach, auf jeden Fall wollte ich Euch Rohbilder präsentieren, denn nur so sieht man die Verbesserungsmöglichkeiten. Hier gilt mein besonderer Dank an Peter V., der mir gezeigt hat, wie es werden kann.

Der Farbsaum - da schau ich mal, der könnte sich ja eigentlich schön dazu eignen, das Objekt freizustellen, um ihn dann hinterher wegzuretuschieren. Bei Unbewegtbildern könnte man ja so zwei Fotos machen, um die Freistellung zu ermöglichen und um die Schärfte besser hinzubekommen.

Alles Gute und weiterhin
Klare Okulare
wünscht
Rainer
DFK 72AUC02 an
- Motic BA310 Trino LED
- Motic SMZ-168 Trino LED
Web-Site: http://www.mikroskopie-bilder.de

Eckhard

Hallo Rainer,

anstatt Dich Gimp einzuarbeiten kannst Du auch lernen, sauber zu arbeiten ;D

Ich sammle meine Proben in kleinen Döschen und Gläsern. Zuhause werden Sie in Petrischalen überführt. Dabei benutze ich ein Artemia Sieb aus der Aquaristik, um grössere Partikel, Wasserflöhe etc. zu entfernen. Nun schaue ich mir mit einem Stereomikroskop an, was in der Petrischale lebt. Wenn ich etwas interessantes gefunden habe, nehme ich eine Pipette und überführe in einen Objektträger mit Hohlschliff in eine Mischung aus Volvic und Aqua dest.. Dann kontrolliere ich mit schwacher Vergrösserung am Durchlichtmikroskop, ob ich das Objekt des Interesses auch erwischt habe. Wenn ja, nehme ich wieder eine Pipette und überführe das Objekt auf einen sauberen Objektträger. Deckglas drauf, fertig.

Herzliche Grüsse
Eckhard 
Zeiss Axioscope.A1 (HF, DF, DIK, Ph, Pol, Epifluoreszenz)
Nikon SE2000U (HF, DIK, Ph)
Olympus SZX 12 (HF, DF, Pol)
Zeiss Sigma (ETSE, InLens SE)

www.wunderkanone.de
www.penard.de
www.flickr.com/wunderkanone

Monsti

Hallo Eckhard,

was Du beschreibst, klingt ziemlich aufwändig. Bis zum Schritt "Deckglas drauf, fertig." wird doch sicher einige Zeit verstreichen. Zudem hat nicht jeder zusätzlich noch ein Stereomikroskop rumstehen.

Ich habe größte Mühe, einzelne Objekte im Präparat zu isolieren. Oft fertige ich beim Fund von neuen Arten zunächst "Sicherheitsfotos" an, um die Objekte meiner Begierde anschließend durch minimals Schupsen am Deckglas in eine bessere Position zu verschieben. Klappt nicht immer, aber doch recht oft. Für mich ist es grundsätzlich leichter, später gewissen Schrott im Foto mittels Photoshop zu beseitigen.

Das von Rainer gezeigte Foto des Rädertiers demonstriert eindrucksvoll, dass die Bildqualität vor allem von der Qualität der Beleuchtung abhängt. Die Flocken und Schlieren im Hintergrund wegzukriegen, ist mittels Bildbearbeitungssprogramm eine Sache von wenigen Minuten. Auch den unnatürlichen Farbstich kriegt man leicht weg. Die Abbildungsqualität des Rädertiers wird dadurch aber nicht wesentlich besser, denn das Viech wirkt auf dem Bild grundsätzlich zu "klecksig". Dies wäre es bei gleicher Beleuchtung auch nach der von Dir beschriebenen Vorbereitung.

Herzliche Grüße
Angie