Zeiss-Jena Binokulartubus Dioptrieneinstellung gängig machen

Begonnen von Gerd Schmahl, August 06, 2013, 15:57:44 NACHMITTAGS

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Gerd Schmahl

Hallo liebe Selbermacher,
Aus gegebenem Anlass hier eine Kurzanleitung, wie man die Dioptrieneinstellung am Binokulartubus von Zeiss-Jena ausbaut, um sie zu reinigen und neu zu fetten. Gezeigt wird es am Beispiel eines alten Binotubus mit 1,5 facher Eigenvergrößerung, aber der Ausbau lässt sich problemlos auf neuere Modelle übertragen. Analog lässt sich natürlich auch der feste Tubusteil auf der anderen Seite ausbauen, z.B. um die dabei frei werdende Prismenoberfläche zu reinigen (Pinsel, eventuell Aqua dest, bei Fett Wundbenzin).




Ich hoffe das hilft bei der Beseitigung der oft auftretenden Verharzung an der Dioptrieneinstellung.

Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

sepp222

Diese Werkzeug habe ich noch nirgends gesehen.Gibt es vom Werkzeug eine Zeichnung mit Maßen?
Sonst muss man für jeden Durchmesser ein Rohr mit Mitnehmernasen fertigen.Das Drehen und fräsen wäre kein Problem aber das härten und anlassen.
Und am Schluss hat man 25 Werkzeuge und keines passt. 

                                                                                            Gruß Hans

Nomarski

Guten Abend Hans,

was spricht denn dagegen, sich ein passendes Werkzeug aus einem Stück Flacheisen anzufertigen, das man wie einen Schraubenzieher benutzt. Die Maße dafür kannst du dir von deinem Stutzen abnehmen. Härten und Anlassen wird für eine Demontage nicht erforderlich sein. Dann wirst du ein Werkzeug haben, das passt und nicht 25.

VG
Bernd

Gerd Schmahl

Hallo,
aus gegebenem Anlass muss ich eine ernste Warnung abgeben: Nach dem Abschrauben des Tubusstutzen muss dieser wieder justiert werden, weil man sonst Doppelbilder erhält. Das geht im Prinzip einfach: Man schraubt den Stutzen erst einmal nicht ganz fest, so dass er sich noch verschieben lässt und baut den Binotubus auf das Mikroskop, wo man ein Präparat fokussiert, am besten eine Fadenkreuzplatte oder ein Objektmikrometer. Dann kann man die beiden Bilder übereinander schieben und den Tubusstutzen mit den 3 Schrauben ganz fest ziehen. Bitte mehrmals kontrollieren. Man neigt schnell zum Schielen, wenn die Bilder nur leicht verschoben sind. Also mehrmals weg vom Mikroskop, entspannen und mit entspanntem Blick wieder rein gucken. Die Bilder sollten sofort deckungsgleich sein.

Wichtig ist, und das ist die eigentliche Warnung, dass man nicht beide Stutzen gleichzeitig abbaut, z.B. um die Prismen zu reinigen, an die man sonst so schwer heran kommt. Wenn man beide abbaut wird die Justage mit Sicherheit eine mörderische Fummelei, wenn sie überhaupt wieder gelingt, weil man dann keinen Stutzen mehr hat, der noch justiert ist.

Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Mikroman

Zu sehr auf sich selbst zu beharren,
ist ein unvernünftiges Vergeuden der Weltsubstanz (Juarroz, 9. Vertikale Poesie,1)