Zwei schwerkranke Patienten : 1

Begonnen von Klaus Dönnebrink, September 11, 2012, 01:18:47 VORMITTAG

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Klaus Dönnebrink

Über den Sperrmüll sind zwei ziemlich zerstörte Mikroskopstative zu mir gekommen. (Leider momentan keine Bilder, weil ich irgend etwas mit Photobucket falsch mache, und nicht weiß was! Bei Interesse kann ich Bilder mailen!)
1. Busch, Rathenow No.26165
Das Busch Mikroskop reizt mich durch seine ungewöhnliche  Konstruktion; aber leider ist sämtliche Optik abgebaut, es fehlen die binokularen Beobachtuben,der Tisch, der Kondensor mit mit Zahnstange, sowie weitere Teile, die ich vielleicht noch gar nicht kenne.
Das massive Messingstativ ist noch fast wie neu, Grob- und Feintrieb haben allen Mißhandlungen offenbar hervorragend getrotzt. Die Verstellung für den Augenabstand ist auch noch da, sowie im Inneren des Gehäuses, ein über einen Knopf verschiebbares Prisma, das der Demonteur offenbar übersehen hat
Der Objektiv- Wechselteller ist verbeult und sieht stark nach Rohrzange aus.
Der Wechselrevolver selbst wurde auch demontiert.
Nun bitte ich, falls möglich,, um Bilder wie das Mikroskop wohl mal ausgesehen haben könnte!
Weiter wäre interessant,  warum Busch eine so abweichende, aber durchaus elegante Konstruktion gewählt hat
Weiter wüßte ich gern die genaue funktion des Schiebeprismas, das rel.. dicht über dem Objektivteller liegt.
Gibt es noch irgendwo Unterlagen über das Alter und die Typenbezeichnung,
Schemazeichnungen vom Strahlengang, weiß noch irgendjemand
mit welchen Objektiven und Okularen das Gerät bestückt gewesen sein könnte und
für welche Abgleichlänge es gebaut wurde?
Mein Vorhaben liegt momentan ehr im Verstehen dieser Konstruktion
Vermutlich wäre eine Rekonstruktion vergebens , es fehlt halt schon zuviel!
Dennoch wüßte ich gerne mehr über dieses eigentlich wunderschöne Stück, selbst wenn man nur diese erbärmlichen Reste hat!
 

Florian Stellmacher

Lieber Herr Dönnebrink,

ein paar allgemeine Informationen zur Firma Busch/Rathenow finden Sie HIER.

Wegen der Fotos habe ich Ihnen eine PN geschickt, vielleicht kann ich helfen. Wenn Sie wünschen, kann ich auch die Bilder für Sie hier einstellen.

Beste Grüße,
Florian Stellmacher
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Eckhard F. H.

Zitat(Leider momentan keine Bilder, weil ich irgend etwas mit Photobucket falsch mache, und nicht weiß was!

Hallo Herr Dönnebrink,
mir erging es vor einiger Zeit ähnlich. Damals ließ sich das grün unterlegte (und überschriebene) Feld ´Select photos and videos´nicht anklicken. Filius half: Mit gedrückter Maus ganz langsam vom unteren Rand des Feldes zum oberen fahren. Irgendwann erscheint die ´Hand´und man kann klicken.  ;D
Gruß - EFH

Klaus Dönnebrink

Lieber Herr Nowack!
Danke für den Tip. Momentan habe ich eine andere Lösung für diese Geschichte in Arbeit.
Meine Schwierigkeit ist, daß ich das Problem nicht beschreiben kann. Ich gehe jedoch davon aus das ich zumindest ein Teildes Problems bin.
Mit freundlichen Grüßen!
K.D.

Florian Stellmacher

#4
Lieber Herr Dönnebrink,

es ging auch bei mir nicht ohne Schwierigkeiten (irgendwie hat Photobucket Serverprobleme  >:(), aber was den Patienten 1 anbelangt, hat es zum Teil geklappt.

Hier zunächst einige Ihrer Bilder der gefundenen Rudimente (die übrigen Fotos wollte Photobucket heute leider nicht hochladen...):







Und so ähnlich sah das vollständige Mikroskop aus:



Quelle: Balzer J.: 200 Jahre Mikroskope aus Rathenow, in 775 Jahre Rathenow, Berlin 1991, S. 59

Das hier abgebildete Modell entspricht nicht ganz dem von Ihnen aufgefundenen, da auf der Abbildung ein sog. Bierseidel-Stativ vorliegt, Ihres weist den üblichen einfachen Bügel auf. Ihr Modell könnte etwas neueren Datums sein. Meine Quelle gibt leider keine genaue Datierung an, ich würde es aber in die 20er Jahre datieren.

Soweit - mit kleinen und großen technischen Pannen auch bei mir - zunächst zum 1. Patienten.

Herzliche Grüße,
Florian Stellmacher
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Klaus Dönnebrink

Lieber Herr Stellmacher!
Ersteinmal ganz herzlichen Dank für Ihre schnelle Hilfe
und vielen Dank für die Literatur und Bildhinweise!
Auf den beiden letzten Bildern, das letzte stammt ja von Ihen, ist rechts am Tubus auf beiden Bildern ein runder Knopf zu sehen, mit dem ich an meiner Ruine ein horizontal liegendes Prisma verschieben kann. Der Sinn dieses 45°/90°/45°- Verschiebeprismas leuchtet mir noch nicht so recht ein.
Wurde damit dieoptische Anpassung an den Augenabstand bewirkt? Fehlt da noch ein zweites Teil das mit einem der Okulartuben verbunden war? Das Verstellrad für die Einstellung des Tubus- Augenabstandes liegt ja an der Vorderseite über der Firmengravur! Eine ganz eigenartige unautomatische Lösung- wenn meine Überlegung denn richtig sein sollte!
Viele Grüße und vielen Dank
K.D.

Florian Stellmacher

Lieber Herr Dönnebrink,

gern geschehen!

Was den Verstellhebel anbelangt, so muss ich leider passen. Prinzipiell handelt es sich offenbar um einen Binokulartubus nach Jentzsch, wie er erstmalig beim Leitz B-Stativ realisiert wurde. Der große frontale Knopf scheint den Augenabstand zu verändern. Aber die konstruktiven Feinheiten der Busch-Version dieses Tubus sind mir nicht bekannt. Ich hoffe, irgendwann einmal so ein Miroskop von Busch zu besitzten - dann will ich es gerne ausprobieren und darüber berichten.  ;)

Herzliche Grüße,
Florian Stellmacher
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

TPL

Lieber Herr Dönnebrink,
lieber Florian,

was für ein Jammer, dass von dem Mikroskop so wenig erhalten geblieben ist. Busch hatte nämlich, wie abgebildet, in den 1920 einen ziemlich praktischen Auflicht-Illuminator ('Univertor') entwickelt und bot diesen auch vergleichsweise günstig an. Interessant fände ich ein Detail der Tischbefestigung. Ich habe nämlich einen...

Schönen Gruß
Thomas