Fichte/Tanne Tracheiden im Holzstrahl

Begonnen von Jürgen H., Oktober 14, 2012, 10:27:14 VORMITTAG

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Jürgen H.

ZitatBedenke den Kleinstmengenzuschlag von 1000% lieber Jürgen

Gut tue ich: Wirkt der Nachweis nur am lebenden Pilz?

Ansonsten: Bei aeisner steht nun mal 0,01 Gramm Mauritiusgelb. Ich hoffe, dass mich der Preis von 0,1 Gramm auch nicht umbringen wird....Bei Mauritius fallen mir allerdings selbst in dieser Gewichtsklasse andere übelste Preise ein....

Schöne Grüße

Jürgen

Klaus Herrmann

ZitatMauritius

Das ist die blaue lieber Jürgen, die habe ich gerade verlegt, wenn ich sie wieder finde kann ich sie dir gerne auch anbieten! :-*

Und wenn ich meine Stirne runzle kommt Martiusgelb raus - ist knapp daneben!  :D
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Mila

Zitat von: Klaus Herrmann in Oktober 16, 2012, 11:34:06 VORMITTAG
Danke liebe Mila,

kannst du bitte noch die bibliographischen Daten dieses Buches angeben? Nicht, dass es digital erfasst ist, sondern Titel und Verlag Erscheinungsjahr...

Merci vielmals!  :)


Lieber Klaus,

nein, leider nicht. Ich hatte den Artikel auch nur gegoogelt.

Herzlich Grüße
Mila

Mila

Lieber Jürgen,

Zitat von: Jürgen H. in Oktober 15, 2012, 08:58:11 VORMITTAG
Und was mein Instrument angeht: Wenn wir Bernhard überreden könnten, könnten wir zusammen ein Streichtrio (Beethoven?) spielen. Das "Mikrotrio", und wegen Bernhard mit Astroeinschlag.

sobald ich laaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaam bratschenfit bin, können wir das gerne in Angriff nehmen :)
Beethoven, yeah, auch ein Bonner ;D

Violette Grüße
Mila

beamish

Zitat von: Klaus Herrmann in Oktober 16, 2012, 11:34:06 VORMITTAG
kannst du bitte noch die bibliographischen Daten dieses Buches angeben?

Lieber Klaus,

die von der Originalpublikation stehen ja in dieser Zusammenfassung: Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft 33 (8 ) 1915: 413ff.

Zumindest mir steht aber dieser Band der Zeitschrift nicht digital zur Verfügung.

Die von Mila verlinkte Seite ist aus: Botanisches Centralblatt 131, 1916: 381
http://bibdigital.rjb.csic.es/ing/Libro.php?Libro=5247

Grüße

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

reblaus

Hallo Jürgen -

vor hundert Jahren habe ich mal an Holzpilzen geforscht und trotz aller Färbevarianten selten so gut gefärbte Pilzhyphen hingekriegt wie sie in Deinen Fotos sichtbar sind. Viel häufiger war auch in stark weißfaulem Holz keine Spur von Pilz nachzuweisen. Vor allem besteht die Zellwand der Pilze nur zu etwa 30 % aus Chitin , was die Färberei noch problematischer macht.
Vergessen wir auch nicht, dass es bei der Holzfäule durch Pilze die unterschiedlichsten, oft total unterschiedlichen Mechanismen gibt. Darauf wird in keinem der Populärartikel eingegangen - vielleicht soll der Amativari-Pilz ja patentiert werden?

Um aber nochmals auf den edleren Klang der Pilzgeige zurückzukommen -

bei ähnlichen Hörproben schnitten Stradivaris auch gegen neue Produkte aus Normalholz schlechter ab. Deshalb hat aber noch kein Geigenvirtuose seine Stradivari weggeworfen.

Ähnliches gilt ja auch für Objektivtests und verdeckte Weinproben  ;D

Viele Grüße

Rolf

P.S. Variante Nr. 4711: Von einer Bratsche könnte Dein Geigenbauer doppelt so viele Hobelspäne für Dich abnehmen bevor der Besitzer was merkt.

Mila


Jürgen H.

#37
Zitatsobald ich laaaaaaaaaaangsaaaaaaaaaaam bratschenfit bin, können wir das gerne in Angriff nehmen

"Bratschenfit" :-) Ist das jetzt schon ein neuer Bratschenwitz? Wenn nicht, liebe Mila: Die Kammermusikwelt wartet sehnsüchtig auf Dich!!!
Sicher kennst Du den:

Ein werdender Bratscher hat die erste Unterrichtsstunde: Der Lehrer zeigt ihm, wie man mit dem Instrument umgeht. Bratsche in die linke Bogen in die rechte Hand!!! Der Bratschenschüler lernt die leere C Saite zu streichen. Zweite Stunde: Der Schüler lernt, die leere D Daite zu streichen!! (Nix ganz langsam, rasend schnell, nicht wahr?)
Zur dritten Stunde erscheint der Schüler nicht mehr. Nach einiger Zeit trifft ihn der Lehrer: "Warum kommen Sie nicht mehr?" "Ach, ich habe absolut keine Zeit mehr, seit ich die zwei Saiten kann, kann ich mich vor Terminen und Mucken nicht mehr retten!!!"




Lieber Rolf:


Zitatbei ähnlichen Hörproben schnitten Stradivaris auch gegen neue Produkte aus Normalholz schlechter ab. Deshalb hat aber noch kein Geigenvirtuose seine Stradivari weggeworfen.


Wer weiß??? War da nicht mal ein Stradivari Cello in Amerika auf dem Müllplatz gelandet? Vielleicht hatte der Eigentümer ein Pilzcello bekommen?

Vielen Dank für Deine Bestätigung, dass es sich um einen Pilz in meinem Holz handeln könnte! Mal sehen,ob dann auch ein Pilznachweis mit einer der besprochenen Methoden gelingt.

Zitat
Von einer Bratsche könnte Dein Geigenbauer doppelt so viele Hobelspäne für Dich abnehmen bevor der Besitzer was merkt.

Könnte. Macht er aber bestimmt nicht ohne Einverständnis. Oder zwingenden Grund. Wie gesagt, bei Reparaturen fallen schon mal kleine Fitzelchen von Spänen an. Z.B. wenn ein Stimmfutter gefertigt werden muss. ZUr Erläuterung für die nicht Streicherkundigen: Bei Streichinstrumenten ist zwischen Decke und Boden ein kleines Rundholzstäbchen  in unmittelbarer Nähe des Steges eingeklemmt. Dieses Stäbchen ist für den Klang von eminenter Wichtigkeit. Ohne das Stäbchen klingt das Instrument nicht. Und kleine Veränderungen in der genauen Position des Stäbchens verändern enorm den Klang.  In Italien heißt das Stäbchen daher anima, Seele. Bei uns "Stimme". Nun ist das Deckenholz bei einer Geige recht dünn gehobelt, bis auf etwa 2 bis 3,5 mm Stärke, beim Cello ist es wenig mehr. Die Saiten drücken über den Steg auf die Decke. Der Saitenzug bei der Geige beträgt fast 30 Kilogramm, wovon auf die Decke über den Steg  ca. 13 Kg übertragen werden. Kennt ihr euch vorstellen, wie stabil das Holz sein muss, damit das diesen Druck aushält. Die Stegfüßchen haben ja auch nur eine extrem kleine Fläche. Und dann kann das Gefürchtete passieren: Es macht Kracks und die Decke hat einen Längsriß dort, wo die Stimme sitzt. Oder auch an einer anderen Stelle. Wenn es dort ist, wo die Stimme sitzt, wird die Decke an der Stimmstelle dünner! hobelt. Der Riss wird verleimt und an der Hobelstelle wird ein neues dünnes Holzstückchen passgenau eingeklebt. Es erfordert schon eine bewundernswerte Kunstfertigkeit so etwas sauber und genau hinzubekommen. Es gibt aber auch weniger gravierende Reparaturen, bei denen schon mal etwas Holzabfall entsteht.
Zitat
Kommt dieser Pilz jetzt nur in Geigen vor, oder ist er grundsätzlich in altem Holz?

Lieber Gerhard, ich habe ein ca. 200 Jahre altes Tannenholzstück (Umbauabfall) untersucht und keinen Pilz gesehen....

Schöne Grüße

Jürgen


Mila

Cave: Halb-OT!

Lieber Jürgen,

ja, den kannte ich schon ;D schließlich betreibe ich ja Fortbildung: http://www.bratschenwitze.de/

Herzliche Grüße
Mila

Jürgen H.

#39
Liebe Mitmikroskopiker

Hier zeige ich drei verschiedene Proben von Geigenbauholz:





Ich habe sie einmal untereinander in einem kleinen Ausschnitt aufgereiht um deutlich zu machen, wie unterschiedlich Fichte wachsen kann. Ganz unten ist das bereits besprochene Pilzholzstückchen. Die Jahresringe folgen hier fast doppelt so schnell wie im obersten Bild. Das Winterholz ist hingegen nicht so ausgeprägt, umfasst nur zwei bis drei Tracheiden, im oberen sind es etwa fünf im mittleren etwa sechs. Die Zahl der Frühholztracheiden ist im obersten Bild am größten im mittleren  etwas geringer und unten am geringsten. Im obersten Bild ist recht viel Platz um die Tüpfel, im untersten sind sie wie an der Schnur aufgereiht und eng von den Tracheidenwänden berührt.

Die Wandstärke der Tracheiden scheint mir im obersten Bild am größten zu sein.

Ich kann mir gut vorstellen, dass der unterschiedliche Bau völlig andere Festigkeiten und Tonqualitäten erzeugt. Dabei ist die unterschiedliche Häufigkeit der Strahlzellen noch nicht berücksichtigt, die das Holz gewissermaßen quer versteifen.


Die Auswahl ist natürlich ganz willkürlich. Es sind ja gerade bei jedem Probestück ein bis drei Jahrgänge des Holzes blind herausgegriffen, ohne Kenntnis davon, ob das Holzstück aus dem Inneren oder dem äußeren Stamm des Baumes kommt.

Dabei eine Frage: Wie kommt es eigentlich, dass die Jahresringe im Stamm innen immer am engsten sind? Ist das nur eine Frage der durch wachsendes Wurzelwerk gewachsenen Versorgung mit Wasser und Nährstoffen?

Schöne Grüße

Jürgen

P.S. und O.T.

Liebe Mila,

Hilfe, was eine Menge an Witzen ....... Da musst Du sehr tapfer sein....

Ganz herzlichen Gruß von Streicher zu Streicherin!