Präparierung von Flüssigmycel?

Begonnen von BenjaminK, November 28, 2010, 10:32:48 VORMITTAG

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BenjaminK

Guten Tag,
ich beschäftige mich seit längerem mit der Zucht und Klonierung von zirka 30 Pilzstämmen. Bisher ist es lediglich ein Hobby aber mal sehn  ;D
Nun ich habe hier einen Erlenmeyerkolben gefüllt mit Zuckerlösung in dem sich ein Glänzender Lackporling ausbreitet, man kann es sich wie eine schwimmende 1 cm x 1 cm x 1 cm Knolle vorstellen.
Hab leider keinen Fotoapparat, änder ich aber nächstes Jahr ;)
Also, nun zu meiner Idee:

Ich würde gerne diese Knolle in AFE fixieren.
Dann in einen Paraffin Block gießen.
Dünne Schnitte anfertigen.
Färben.
Entparaffinieren.
Eindecken.

Ich muss gestehen ich habe diesen Ablauf noch nie absolviert, sehe mich aber mit etwas Übung im stande das umzusetzen. Alle benötigten Reagenzien müssten mir zur Verfügung stehen.

Gerne würde ich auch anbieten falls es noch jemand gibt der sich für "Flüssigmycelschnitte" interresiert einfach bescheid sagen ich kann ohne Mühe ein paar Knollen ansetzen und zusenden (dauert halt nur ein wenig, besonders im Winter).



Mit freundlichen Grüssen

Benjamin K

Dieter Stoffels

Hallo Benjamin,

bitte könntest Du mir den Begriff Knolle eines "Glänzenden Lackporlinges" genauer beschreiben. Kultivierst Du Stücke eines Lackporlings in der Zuckerlösung oder ist eine "Knolle" in der Zuckerlösung gewachsen. Ich vermute Ersteres. Da Du den Pilz in einer Zuckerlösung anziehst, gehe ich davon aus, dass das was Du als Knolle bezeichnest, aus einem vegetativen (auswachsenden) Pilzgeflecht besteht. Aufgrund des "fetten" Mediums ist wohl nicht mit Fruktivikationsorganen zu rechnen. Ob sich hier eine Paraffineinbettung lohnt, wage ich zu beschweifeln, gerade dann, wenn Du sehr dünn schneiden möchtest. Besser ist es von Stücken dieser Knolle Quetschpräparate herzustellen und mit Lactophenolbaumwollblau zu färben. In Paraffinschnitten sind nur tausendfach zerteile Hyphen zu erkennen, die es nicht erlauben, eine Rekonstruktion des Pilzes (Thalus) vorzunehmen. Vielleicht noch einen kleinen Literaturhinweis für Deine weitere Arbeit: 

Karl Esser:  Kryptogamen / Cyanobakterien, Algen, Pilze, Flechten / Praktikum und Lehrbuch ( Springer Verlag)

Viele Grüße!

Dieter

BenjaminK

#2
Hallo Dieter,
also ja ich habe alles sterlisiert und dann Sporen in der Lösung zur Keimung gebracht. Ja es besteht aus reinem vegetativen Pilzgeflecht.
Vielen Dank für den Färbetipp und den Literaturhinweis.

Mit freundlichen Grüssen

Benjamin Krux

Dieter Stoffels

Hallo Benjamin,

eine Adresse, bei der Lactophenolbaumwollblau direkt bezogen werden kann, kann ich Dir leider nicht nennen. Versuche es doch einmal mit einer Schlagwortsuche im Internet. Vielleicht weiß auch ein weiterer Teilnehmen des Forums rat.

Viele Grüße!

Dieter

BenjaminK

Hallo Dieter,
danke für deine Antwort, es hat sich bereits jemand gefunden.

Grüsse

Benjamin