Frage zu neueren Digitalkameras und Eignung für Mikrofotografie

Begonnen von Piper, März 12, 2013, 21:12:21 NACHMITTAGS

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Piper

Hallo,

ein alter Schulkamerad (Bio-Lehrer) fragte mich neulich nach einer Digitalkamera zur Adaptation an Leica-Kursmikroskopen (DM-Reihe), die in seiner Schule vorhanden sind. Er favorisiert Kameragehäuse mit abnehmbarem Objektiv ohne Schwingspiegel (z.B. aus dem Sortiment von Panasonic oder Sony). Solche Kameras möchte er, ggf. unter Einbindung einer Zwischenoptik, an kompatiblen Okularen adaptieren. Die Kamera sollte so leichtgewichtig sein, dass sie an einem der vorhandenen Okularstutzen montiert werden kann (Trinotuben sind an den DM-Mikroskopen nicht vorhanden), gleichzeitig sollte die Kamera so erschütterungsfrei auslösen, dass möglichst keine Verwacklungsunschärfe entsteht. Eine Kamera ohne Objektiv wird neben optischen Aspekten auch aus praktischen Gründen favorisiert, da Schüler mit einem objektivlosen Gehäuse zunächst einmal sonst nichts anfangen können......

Früheren Forums-Beiträgen zu diesem Thema konnte ich entnehmen, dass die neueren Wechselobjektiv-Digitalkameras ohne Schwingspiegel trotz ihrer Handlichkeit starke Erschütterungen beim Auslösevorgang erzeugen und daher für eine direkte Adaptation eher ungeeignet sind. Frage: Hat sich an dieser Situation zwischenzeitlich etwas geändert bzw. hat jemand mit einer Kamera des skizzierten Typs positive praktische Erfahrungen sammeln können? Oder sollte man - Stand jetzt - doch besser eine kleine Kompaktkamera mitsamt Objektiv verwenden - trotz potenzieller vorerwähnter Nachteile? Im Unterreicht sollen die Schüler an Mikrofotografie herangeführt werden, und es erscheint didaktisch vorteilhaft, wenn hierzu eine herkömmliche Kamera verwendet wird, anstatt eine spezielle Aufsatzkamera, die auf den ersten Blick mit einer "normalen" Digitalkamera außer den Chip nicht viel gemein hat.

Für weitergehende Tipps wäre ich dankbar und würde diese an meinen alten Schulfreund weitergeben.

Viele Grüße

Jörg Piper





koestlfr

Hallo Jörg!

Ich verwende, unter anderen, die Nikon 1. Das ist eine Spiegellose, bei der man auf elektronischen Verschluss schalten kann und dann gibt´s nur mehr einen Pieps beim Auslösen. Speziell für grosse Vergrösserungen ideal!

Der Nachteil, die Kamera ist rudimentär im manuellen Modus zu bedienen!

Liebe Grüße
Franz
Liebe Grüße
Franz

Rolf-Dieter Müller

Hallo Jörg,

nach den von Dir beschriebenen Voraussetzungen ist eigentlich nur eine Okularadaption möglich, das heisst die Kameras benötigen hierfür ihre Kameraobjektive.

Ich würde aber einen ganz anderen Ansatz betrachten.

Jedes Mobiltelefon ist ja schon mit einer Kamera ausgerüstet. Damit lassen sich hervorragende Mikroaufnahmen machen. Man müsste sich nur Gedanken über eine praktikabele Auflage für das Mobiltelefon machen, was auch wieder ein sehr interessantes Schülerprojekt sein könnte.

Viele Grüße
Rolf-Dieter

A. Büschlen

Hallo eine Möglichkeit wäre auch die hier beschriebene Kamera:

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=14690.msg112811#msg112811

Sie wird inclusive Adaper-Set für die Adaption am Mikroskopokular und am Stereomikroskopokular angeboten.

Gruss A. Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Piper

Hallo,

danke in die Runde. Frage an Franz: Welche Nikon 1 verwendest Du (es gibt in dieser Familie mehrere unterschiedliche Modelle)? Und wie adaptiert Du die Kamera an Deinem Mikroskop?

Würde mich über ergänzende Info sehr freuen.

Alles gute!

Jörg

koestlfr

Hallo Jörg!

Ich verwende die V1 direkt in der Strichplattenebene. Die Schärfe kontrolliere ich am Bildschirm per HDMI.



Liebe Grüße
Franz

Liebe Grüße
Franz

Bernhard Ruthensteiner

Zitat von: koestlfr in März 19, 2013, 21:51:28 NACHMITTAGS
Hallo Jörg!

Ich verwende die V1 direkt in der Strichplattenebene. Die Schärfe kontrolliere ich am Bildschirm per HDMI.



Liebe Grüße
Franz



Bernhard Ruthensteiner

Frage an Köstfr:

Wie funktioniert das mit der Belichtung/Helligkeit mit der V1? Mitte Helligkeitsregelung am Mikroskop?
Meines Wissens funktioniert ja die Belichtungsautomatik bei dieser Kamera nicht wenn kein Niko-Objektiv daran ist.

Bernhard Ruthensteiner

koestlfr

Hallo Bernhard!

Ja, das ist richtig - ich arbeite im manuellen Modus mit elektronischem Verschluss und bestimme die richtige Belichtung durch Probeaufnahmen anhand des Histogramms, das ist zwar anfänglich umständlich, die Ergebnisse sind aber dann zufriedenstellend!

Liebe Grüsse
Franz
Liebe Grüße
Franz

Rawfoto

Hallo Franz

Wenn die Ergebnisse nur zufriedenstellend sind machst Du was falsch :-)

Das ist die beste Möglichkeit der Ermittlung der optimalen Belichtung ...

LG

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Rolf-Dieter Müller

Franz, übrigens arbeitet die Nikon 1 J1 auch ohne Kameraobjektiv mit automatischer Belichtung. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Kamera über den Nikon-Bajonettadapter mit T2 an das Mikroskop adaptiert ist. Die langen Belichtungszeiten sind aber mit einer Sekunde limitiert, kürzer geht es immer. Ich kann mir vorstellen, das es für die anderen Modelle dieser Baureihe auch gilt.

Aber, um jetzt einmal Gerhard's Einwand aufzunehmen, ich möchte bei meinen Aufnahmen nichts falsch machen. Deshalb fotografiere ich am Mikroskop ausschließlich im manuellen Modus. Wenn ich einmal die Automatik zuschalte, dann nur um einer Idee für die Belichtungszeit zu bekommen. Diese Aufnahme wird verworfen, weiter geht es wie Du es machst, manueller Modus und Ermittlung der Belichtungszeit über das Kamerahistogramm.

Viele Grüße
Rolf-Dieter

koestlfr

Hallo Gerhard, Hallo Rolf-Dieter!

Ich habe deshalb zufriedenstellend geschrieben, weil das Teil halt in Bezug auf Chipgrösse, Auflösung und Rauschverhalten ein Kompromiss ist. Bei grossen Vergrösserungen hatte ich noch nie so scharfe Bilder! Am Mikro fotografiere ich immer manuell!

"Franz, übrigens arbeitet die Nikon 1 J1 auch ohne Kameraobjektiv mit automatischer Belichtung. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Kamera über den Nikon-Bajonettadapter mit T2 an das Mikroskop adaptiert ist......" Danke, das weiss ich, ich habe mich aber schon für den C-mount Adapter entschieden - mittlerweile schätze ich die Zeit schon recht gut und man kann ja noch immer ein HDR draus machen! :-))

Nein, Spass beiseite, die Nikon 1 hat ein super Preis/Leistungsverhältnis!

Liebe Grüsse
Franz


Liebe Grüße
Franz