Augenschäden durch Spiegelmikroskop

Begonnen von Biolehreranfaenger, August 22, 2013, 12:07:24 NACHMITTAGS

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Biolehreranfaenger

Hallo alle zusammen

Ich bin daran meinen Biounterricht zu planen und mache das das erste mal. Nun habe ich ein altes Mikroskop mit Spiegel ausgepackt und mal angefangen..... Ich habe den Hohlspiegel verwendet und zur Beleuchtung zusätzlich ein kleines Tischlämpchen (Birne handelsüblich 40w pjilipscomptalux 16 r) das bei den Mikroskopen stand. der Kondensator war auf mittlere Grösse eingestellt. Und eine kleine Vergrösserung gewählt. Als ich da reingeschaut habe, fand ich, dass die Sache doch ziemlich hell war. Kann es sein, dass man sich mit einem Mikroskop einen Augenschaden einfängt? Wie würde sich ein solcher Schaden auswirken? Ich habe schon viel gelesen, wurde aber nicht so schlau daraus.
Ich bin ein richtiger Anfänger und muss das erste Mal Bio unterrichten. bitte helft mir und nehmt mir hoffentlich etwas die Angst.... :(

Lieber Gruss
biolehreranfänger

Bernhard Gutwenger

Hallo Biolehrer,

Eine Faustregel beim Mikroskopieren lautet, dass mit Kondensor
(ein Kondensator ist ein Ladungsspeicher) grundsätzlich nur
der Planspiegel verwendet wird. Mit "Kondensor auf mittlere Größe
eingestellt" meinst Du wahrscheinlich die Kondensorblende halb
zugezogen. Ich darf Dir empfehlen, mal die Mikrofibel von Klaus
Henkel zu studieren, die man gratis von der Hompage der MVM
herunterladen kann. Bei richtiger Einstellung der Beleuchtung
sind keine Augenschäden zu befürchten, kurzzeitige Blendung
werden die Augen auch verkraften, aber ständig zu grelle
Beleuchtung ist sicher problematisch.

Gruß von
Bernhard G.

the_playstation

#2
Hallo,
Ich würde eine dimmbare Lampe empfehlen.
Ob nun LED oder eine 220V Lampe + Phasenanschnittsteuerung.
Eine solche Steuerung ist sowieso klasse, da man Sie vielfältig einsetzen kann.
Vom Wärmeheizkissen bis zur Bohrmaschinenregelung.

Da gibt es fertige kleine Module (KEMO, ...)

Dann kann man die Helligkeit vorsichtig erhöhen.
Mir persönlich ist zu helles Licht unangenehm.
Oft sieht man schon schräg von der Seite im Okularaustritt
oder Kondensoraustritt, daß das Licht zu hell ist.

Gleich durchzuschauen und festzustellen, daß es zu hell ist,
ist meiner Meinung nach suboptimal.
Man hält ja auch nicht seine Finger ins Feuer um dann festzustellen,
daß man sich verbrennt.

Ansonsten ist die Mikrofiebel echt klasse.
Auch wenn eine kurze, einfache Version a la Kosmos auch nicht verkehrt wäre.

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Nomarski

Guten Tag Herr Biolehrer,

40 Watt Lampenleistung klingt für eine einfache Mikroskopanwendung sehr reichlich, man kommt mit viel weniger Leistung aus, aber es hängt eben viel vom Aufbau und der Einstellung des Mikroskopes ab. Gerade Anfänger machen den Fehler, die Helligkeit des mikroskopischen Bildes durch das Absenken des Kondensors zu regulieren. Das Bild wird dann zwar dunkler, der Kontrast nimmt auch zu, dafür aber die Auflösung rapide ab. Der Kondensor sollte sich daher im Bereich kurz vor dem oberen Anschlag befinden. Die Lichtintensität sollte, wenn der Einblick in die Okulare schon als unangenehm hell empfunden wird, durch Maßnahmen wie Dimmen, schwächere Lichtquellen oder Graufilter im Strahlengang reguliert werden.
Für meine Begriffe sind dann auch erstmal keine Augenschäden zu befürchten, vorausgesetzt, es handelt sich um eine Lichtquelle, die keine kurzwelligen oder zu langwelligen Strahlen emittiert wie z.B. für Fluoreszenzanwendungen. In diesem Fall müßten Zusatzmaßnahmen durch entsprechende Filter, die auch als Sperrfilter bekannt sind, ergriffen werden.

VG
Bernd

Peter V.

Hallo,

Zitat Klaus Henkel:
Zitat
Zitat von: Peter V. in Mai 23, 2010, 00:03:13 VORMITTAG
Eine fehlende Beleuchtung ist sicher nicht das Problem, wenngleich ein Spiegel altmodisch erscheint, erreicht man damit ebenfalls eine sehr gute Beleuchtung.
Ich würde es an Deiner Stelle nehmen......

Zur Beleuchtung mit einem Mikroskopspiegel und Tageslicht zwei gute und wichtige Ratschläge:

Erstens: Niemals die Sonne einspiegeln! Augenschäden wären fatal fürs restliche Leben. Weiße Wolken sind ideal. Früher galt die Regel: Nordhimmel. Mikroskopierräume und -säle früherer Zeiten hatten immer Fenster nach Norden hinaus.

Zweitens: Wenn der Spiegel eine plane Seite und auf der anderen Seite einen Hohlspiegel hat: Der letzte ist ausschließlich zur Verwendung ohne Kondensor bestimmt. Andernfalls drohen Augenschäden - siehe unter "erstens".

Viel Erfolg und Freude an der Mikroskopie.
KH

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

rhamvossen

Hallo,

Eine Mattscheibe im Filterhalter ist immer eine gute Lösung (wenn man nicht braucht zu Köhlern). Damit kann fast jedes helles Licht getempert werden und man bekommt auch noch eine gleichmäßige Beleuchtung. Auch für Tageslicht, aber dann keine blaue Mattscheibe sondern eine Weisse Scheibe gebrauchen. Es gibt auch sogenanntes Kalkpapier (so heist es in Holland) das sehr brauchbar ist als diffusor/dimmer, zu kriegen im Büro-Shop. Beste Grüsse,

Rolf